Grün symbolisiert den Inbegriff von Hoffnung. Sie ist die Farbe der ersten Blätter und Gräser im Frühling – sie steht für Hoffnung auf bessere Zeiten und eine reiche Ernte nach einem kargen Winter. Vielleicht ist es auch damit zu erklären, warum dieses Jahr so auffallend viele Uhren mit grünen Zifferblättern von den Uhrenhäusern präsentiert wurden. Nach einem strapaziösen Jahr der Pandemie ist es die Hoffnung auf bessere Zeiten, an die wir uns klammern. Der blaue Trend wird sicherlich bleiben, aber grün ist offensichtlich die Farbe der Stunde. Wir stellen fünf Hoffnungsträger für das Jahr 2021 vor.
Patek Philippe Nautilus 5711/1A-014
Patek Philippe hat kürzlich die Uhrenwelt geschockt, als sie bekanntgegeben haben, ihre wohl beliebteste Referenz Nautilus 5711/1A einzustellen. Sie wird nun von der Referenz 5711/1A-014 mit einem olivgrünen Zifferblatt ersetzt, bleibt aber sonst weitestgehend unverändert. Neu ist neben Blattfarbe auch der polierte Rahmen um das Datumsfenster.
Der erste Blick auf den Newcomer war noch etwas befremdlich – wahrscheinlich hat man sich einfach zu sehr an die blaue Nautilus-Optik gewöhnt. Aber schon beim zweiten Blick mag man sie, sehr sogar. Sie ist nun vielleicht einen Tick weit weniger sportlich, aber super elegant und höflich zurückhaltend.
Betrachtet man sie im richtigen Licht, kann man verfolgen, wie der Sonnenschliff durch die Lichtreflexe des Stahlgehäuses mit der Färbung spielt und von einem satten Olivgrün zu einem zarten Minzgrün changiert. Beim Gehäuse verlässt sich Patek ganz auf das bewährte Rezept und auch im Inneren findet sich, wie gewohnt, das Automatikkaliber 26-330 S C. Auch die neue 5711/1A-014 wird wieder rar sein. Sie wird laut Hersteller nur ein Jahr lang produziert – wir sprechen hier zwar nicht von einer Limited Edition, aber einer stark regulierten Produktion. Preis: 30.100 Euro.
Audemars Piguet Royal Oak Jumbo Extraflach
Abgesprochen, oder Zufall? Kurz nach dem Aus der blauen Nautilus hat auch AP bekanntgegeben, ihre Ikone der letzten 40 Jahre einzustellen. Die Royal Oak Jumbo Extraflach 15202 mit blauem Tapisserie-Zifferblatt wird schon bald nicht mehr länger produziert.
Dafür entschädigt CEO Bennahmias seine Kunden mit einer neuen Jumbo mit rauchig-grünem, sonnengeschliffenem Zifferblatt. Band und Gehäuse des 39 mm Newcomers bestehen aus 950er Platin. Mit einer Gehäusehöhe von gerade einmal 8.1 mm erhält sie den Status „Extraflach“.
Die neue Royal Oak Jumbo in Grün wird mit dem Automatikkaliber 2121 angetrieben, das durch den offenen Saphirglasboden zum Vorschein kommt. Die Schwungmasse ist aus 22 Karat Gold – es wurde komplett in-house gefertigt und bietet eine Gangreserve von 40 Stunden. Was Fans aufatmen lässt; sie ist nicht limitiert. Was ihnen aber den Atem rauben könnte; der Preis von 105.300 Euro. Exklusiv erhältlich in AP-Häusern weltweit.
Jaeger-LeCoultre ReversoTribute Small Seconds
In den Dreißigerjahren war Jaeger-LeCoultre ein richtiger First Mover, was farbige Zifferblätter betrifft. Schon 1931 präsentierten sie sich mit silberweißen, dunkelgrauen oder roten Zifferblättern. 1933 kam eine Navy-Blaue Version hinzu und nur zwei Jahre später ein verführerisches Schokoladenbraun.
2016 lancierte Jaeger-LeCoultre eine Reihe an Tribute Modellen, um dem Original von 1931 Ehre zu erweisen. Nun, ganz im Trend und als Hommage an die farbigen Zifferblätter, erscheint sie zur Watches & Wonders 2021 in Grün. Die satte Farbe des lackierten Blatts mit Sonnenschliff soll an die Tannenwälder im Vallée de Joux erinnern, die Heimat des Uhrenhauses.
Im Inneren läuft das speziell für die Reverso angefertigte rechteckige Kaliber Jaeger-LeCoultre 822/2. Es besitzt eine kleine Sekunde und eine Gangreserve von 42 Stunden, was für einige Partien Polo reichen sollte, wofür die Uhr ursprünglich einmal entwickelt wurde. Preis: 8.350 Euro.
IWC Pilot’s Watch Chronograph 41
Die aktuelle Marken-Strategie der Schaffhausener lautet, die populärsten Modelle auch in kleineren Proportionen anzubieten. Die neue Referenz IW3881 bringt nun ein kleineres Format von 41-mm mit der hochaktuellen und doch tief in der IWC-Geschichte verankerten Optik zusammen.
Das von Cockpit-Instrumenten inspirierte Blatt ist einmal in Blau, aber eben auch in Grün erhältlich. Gerade mit dem Stahlarmband versehen ist die Uhr ein extrem lässiger, sehr „tooliger“ Chronograph. Sie ist aber auch mit einem braunen Lederband erhältlich, das sich mit dem sehr, sehr einfach zu bedienenden EasX-Change-System schnell wechseln lässt.
Vom grünen Zifferblatt abgesehen ist die größte Neuerung wohl im Inneren der Uhr zu finden. Dort verrichtet das Manufaktur-Kaliber 69385 mit 46 Stunden Gangreserve seinen Dienst und kann durch den Glasboden dabei beobachtet werden. Preis: 6.850 Euro.
TUDOR Black Bay Fifty-Eight 18K
Mit der neuen Black Fifty-Eight 18K ist TUDOR nach der letztens vorgestellten blauen Version ein weiterer Coup gelungen. Das Gehäuse ist nicht etwa aus Bronze, wie man es von einer Taucheruhr erwarten würde, sondern aus 18 Karat Gold – gepaart mit einem grün-gewölbten Zifferblatt.
Auch untypisch für eine Taucheruhr ist der Saphirglasboden, aber TUDOR sieht es nicht so streng mit ihren modernen Toolwatches. Immerhin sollen sie an Handgelenken von modebewussten Großstädtern getragen werden. Puristen könnten sich daran stören, aber dafür gibt es ja noch viele weitere 58-Modelle im TUDOR-Portfolio.
Neben dem 39-mm Gehäuse aus Gold bestehen auch Krone und Lünette aus dem Edelmetall. Die 60-Minuten-Graduierung auf der Lünette besteht aus Aluminium. Seit ein paar Jahren bietet TUDOR Manufakturkaliber an – so auch in der neuen Fifty-Eight 18K. Sie kann am braunen Alligatorlederarmband getragen werden wie auf unserem Foto, oder auch an einem grünen Textilarmband mit goldenen Streifen. Auch preislich hebt sie sich mit 15.620 Euro deutlich von ihren Schwestermodellen ab.
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