Verschiedene Zertifikate und Qualitätssiegel der Uhrenmarken
Wie Sie vielleicht schon in unserem Artikel zu Chronometern gelesen haben, gibt es verschiedene Labore, die Chronometer prüfen und zertifizieren. Inzwischen haben aber auch noch weitere Marken ihre eigenen Prüfkriterien und Qualitätssiegel etabliert. In dieser Übersicht stellen wir Ihnen die größten Institutionen vor und wie sie sich voneinander unterscheiden.
COSC
Die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete Chronometerzertifizierung ist die des Contrôle Officiel Suisse Des Chronomètres (COSC). Sie wird von preiswerteren Marken wie Tudor und Tag Heuer verwendet und bildet die Grundlage für prestigeträchtigere Zertifizierungen wie die von Omega und Rolex.
Die COSC-Prüfung dauert insgesamt 15 Tage. Dabei werden die Uhrwerke gemäß den Anweisungen aufgezogen und 15 Tage am Stück den Prüfbedingungen ausgesetzt. Während dieses Zeitraums müssen sie die folgenden sieben Kriterien erfüllen:
Mittlerer täglicher Gang
Mittlere Gangabweichung
Größte Gangabweichung
Differenz zwischen horizontaler und vertikaler Lage der Uhr
Größte Differenz zwischen den Gängen
Temperaturbezogene Gangabweichung
Wiederaufnahme des Gangs
Uhrwerke, die eines der sieben Kriterien nicht erfüllen, scheiden aus. Nur wenn ein Uhrwerk am Ende der 15 Tage alle sieben Kriterien erfüllt, kann es als Chronometerwerk mit einer mittleren täglichen Gangabweichung zwischen -4 und +6 Sekunden pro Tag zertifiziert werden.
Genfer Punze
Die Genfer Punze wurde 1886 eingeführt. Sie ist eine der angesehensten Zertifizierungen für Chronometer, die von den renommiertesten Herstellern wie Chopard, Vacheron Constantin und anderen verwendet werden. Uhrwerke, die mit dem Genfer Siegel zertifiziert sind, müssen natürlich zunächst im Kanton Genf hergestellt worden sein. Das Siegel teilt sich dann in Handwerkskunst und Zuverlässigkeit auf.
Bei der Handwerkskunst werden die Verarbeitung und der ästhetische Aspekt der Grundplatten und Brücken, des Verstellsystems, des Räderwerks und der Lagersteine sowie der Formteile bewertet. Bei der Zuverlässigkeit geht es hingegen um die Beurteilung der Qualität, Funktionalität, Wasserdichtigkeit, Genauigkeit und Gangreserve des Uhrwerks in einem strengen Verfahren.
Auch ein Großteil der Uhren von Roger Dubuis tragen das begehrte Genfer Siegel
Die Kombination dieser Merkmale macht das Genfer Siegel zu einem prestigeträchtigen Symbol für vollkommene Qualität und Funktionalität. Die Wasserdichtigkeit beträgt nicht weniger als 30 Meter und die Genauigkeitstoleranz nicht mehr als eine Minute pro Woche. Das entspricht etwa 8,5 Sekunden pro Tag beziehungsweise einer Abweichung von etwa -4/+5 Sekunden pro Tag.
Master Chronometer und METAS
Die von Omega verwendete Master-Chronometer-Zertifizierung ist eine Ergänzung zur COSC-Zertifizierung, die in vielen anderen Chronometern zu finden ist. Das bedeutet, dass bei jeder Uhr, die Omega als Master Chronometer zertifiziert, die Genauigkeit des Uhrwerks bereits nach COSC-Standard zertifiziert wurde.
Die zusätzliche Zertifizierung geht auf die Gründung des METAS im Jahr 2015 zurück. Sie ist aus einer Partnerschaft zwischen Omega und dem Eidgenössischen Institut für Metrologie hervorgegangen. Im Rahmen der METAS-Prüfung werden die Uhren weiteren acht Tests unterzogen, bei denen das Uhrwerk sowohl in seinen Einzelteilen als auch als Ganzes geprüft wird. Das geschieht vor allem im Hinblick auf antimagnetische Eigenschaften, aber auch auf Wasserdichtigkeit und Gangreserve. METAS-zertifizierte Uhrwerke weisen eine Abweichung von 0 bis +5 Sekunden pro Tag auf, was eine deutliche Verbesserung gegenüber den regulären COSC-Normen darstellt. Zudem verfügen METAS-zertifizierte Uhrwerke über eine Antimagnetismusresistenz von 15.000 Gauss, eine Wasserdichtigkeit von 200 Metern und eine Gangreserve von mindestens 65 Stunden.
Das METAS ist in diesem Fall in die Master-Chronometer-Zertifizierung integriert, kann aber auch unabhängig davon zur Prüfung von Uhren eingesetzt werden. Eine Marke, die seit 2021 dahingehend mit dem METAS zusammenarbeitet, ist Tudor.
Rolex Superlative Chronometer
Die 1957 eingeführte Rolex Superlative Chronometer ist ebenfalls eine Ergänzung zur COSC-Zertifizierung und wird angewendet, wenn die Uhrwerke den Industriestandard erreicht haben.
Es ist zwar nicht öffentlich bekannt, um welche Tests es sich dabei genau handelt, aber Rolex testet die Uhrwerke intern auf Genauigkeit, Wasserdichtigkeit und Gangreserve – und zwar sowohl vollständig montiert als auch in Einzelteile zerlegt. Das Ergebnis in Bezug auf die Genauigkeit ist eine Abweichung von nur -2/+2 Sekunden pro Tag für fünf Jahre.
Credit: Rolex
Patek Philippe Siegel
Während eines Großteils der Geschichte von Patek Philippe (seit 1886) war die Genfer Punze immer die dazugehörige Chronometer-Zertifizierung. Bis Patek Philippe 2009 beschloss, die Partnerschaft mit dem Genfer Siegel zu beenden und den Weg einer völlig unabhängigen Chronometerzertifizierung einzuschlagen, die den Namen Patek Philippe Siegel trägt.
Patek erklärt, dass das Patek Philippe Siegel nach wie vor als die strengste aller Zertifizierungen anerkannt ist. Seit 2009 dürfen Uhrwerke mit einem Durchmesser von weniger als 20 mm nicht mehr als -5/+4 Sekunden pro Tag abweichen und Uhrwerke mit einem Durchmesser von mehr als 20 mm nicht mehr als -3/+2 Sekunden pro Tag. Außerdem dürfen die Tourbillonwerke nicht mehr als -1/+2 Sekunden pro Tag abweichen.
Ab April 2024 hat Patek jedoch die Genauigkeitsanforderungen für das Patek Philippe Siegel wie folgt ergänzt: Jede Uhr, die mit einer Spiromax-Spiralfeder aus Silinvar oder einer traditionellen Breguet-Spiralfeder ausgestattet ist, muss ebenfalls den gleichen Toleranzbereich einhalten wie Tourbillonwerke, nämlich -1/+2 Sekunden pro Tag. Damit ist das Patek Siegel das strikteste in Punkto Gangabweichung und Genauigkeit. Nur eine weitere in Serie produzierte Uhr ist nach einem strengeren Standard als dem Patek Philippe-Siegel zertifiziert: die Omega Speedmaster Super Racing, die auf 0 bis +2 Sekunden pro Tag eingestellt ist. Allerdings handelt sich hierbei um ein recht einmaliges und limitiertes Modell, bei dem Omega das neue Spirate-System einsetzte. Patek zertifiziert daher nun in großen Stückzahlen und Kollektionsübergreifend.
Vor allem aber gilt das Patek Philippe Siegel für die „fertige Uhr in ihrer Gesamtheit“. Das bedeutet, dass nicht nur das Uhrwerk geprüft wird, sondern dass Patek auch für alle anderen Komponenten der Uhr, vom Gehäuse bis hin zu Zifferblatt und Zeigern, die höchsten Standards gewährleistet. Damit werden wichtige Qualitätsaspekte abgedeckt, die nicht mit der Ganggenauigkeit des Uhrwerks zusammenhängen, wie zum Beispiel die traditionellen Genfer Veredelungstechniken und die Wasserdichtigkeit. Letztere ist seit April 2024 für jede als wasserdicht zertifizierte Uhr, einschließlich einiger großer Komplikationen, auf mindestens 30 Meter festgelegt. Es ist erwähnenswert, dass trotz der Tatsache, dass diese Einstufung auch für sportliche Kollektionen gilt, die zuvor genannten Standards für Modelle mit verschraubten Kronen in der Realität nicht beeinträchtigt werden.
Omega Laboratoire de Précision
Das erst in diesem Jahr eingeführte Laboratoire de Précision wird von Omega betrieben und bedeutet eine Abkehr von der Zusammenarbeit der Marke mit dem berüchtigten COSC-Labor, das für die Master Chronometer-Zertifizierung maßgeblich war.
Das Laboratoire de Précision wurde von der Schweizerischen Akkreditierungsstelle (SAS) zugelassen, der einzigen akkreditierten Stelle, die eine solche Zulassung für Schweizer Chronometer-Prüflabors erteilen kann. Sie besagt, dass das Laboratoire de Précision trotz seiner Eröffnung und seines Betriebs durch Omega bei der Prüfung von Uhrwerken unparteiisch und neutral arbeitet.
Das Laboratoire de Précision wird auch in der Lage sein, die Standards der jüngsten Entwicklungen bei den Armbanduhren der Swatch Group zu erfüllen, wie etwa das neue Spirate-System. Es ist auch wahrscheinlich, dass das Labor für die Prüfung der Uhrwerke der gesamten Swatch Group und nicht nur für die von Omega genutzt wird.
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