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Guter Ton und schlanke Linie – Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon

Guter Ton und schlanke Linie – Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon

Jaeger LeCoultre Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon Ref 1313520

Es gibt Marken und Manufakturen mit einem deutlich lauteren, doch kaum eine mit so einem klangvollen Auftreten. Jaeger-LeCoultre ist eine Instanz auf dem Gebiet der Minutenrepetition. 1895 – in jenem Jahr also, als man erstmals eine Taschenuhr mit großer Komplikation präsentierte – meldeten die LeCoultre-Werkstätten das erste Patent für einen sogenannten Stillklangregler an. Seitdem folgten rund 200 Schlagwerkkaliber. Genau den richtigen Ton zu treffen – das ist den JLC-Uhrmachern im Vallée de Joux Ansporn und Herzensangelegenheit zugleich. Eines der besten Beispiele dafür ist die Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon, eine Uhr mit langem Namen und Weltrekord-Haute-Horlogerie.

WELTREKORD-HALTERIN

Mit gerade einmal 4,8 mm Uhrwerkhöhe, die in einem nur 7,9 mm hohen Gehäuse verbaut wurden ist die Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon nämlich das flachste Tourbillon mit Minutenrepetition der Welt. Bulgari hat seitdem jeweils eine flachere Minutenrepetition und ein flacheres Tourbillon vorgestellt, aber in seiner Kombination ist die bereits 2014 vorgestellte Jaeger-LeCoultre bis heute ziemlich einzigartig.

Es ist eine Uhr, deren Eleganz unübersehbar ist, deren Raffinesse sich aber erst auf den zweiten und dritten Blick offenbart. Da ist zum einen das fliegende Tourbillon mit fliegender Unruh, das scheinbar freischwebend auf sechs Uhr zu bewundern ist. Da ist zum anderen der Automatikaufzug Kaliber 362 mit peripherer Schwungmasse aus Platin, die – anders als üblich – nicht an der Unterseite des Werks montiert und zu sehen ist, sondern die hier unmittelbar unter dem Zifferblatt arbeitet und die durch die schmalen Öffnungen des Zifferblattes bei der Arbeit zu bewundern ist. Letzteres ist dabei nicht nur eine Design-Entscheidung, die Öffnungen sollen vielmehr auch den Klang der Minutenrepetition verbessern.

Das Ganze gibt dem Zifferblatt eine sehr eigene Ästhetik zwischen Tradition und Moderne, die ansonsten sehr klassische Optik hat einen leichten Bruch, der technisch komplett nachvollziehbar ist, und dennoch vermutlich nicht jedem gefällt. Vielleicht der Grund, dass die limitierte Edition von 75 Stück auch nach sechs Jahren noch nicht ausverkauft ist.

Es ist ein Meisterwerk für diejenigen, die sich für die Geschichte der herausragendsten Komplikationen der Manufaktur ebenso begeistern wie für die Wege, welche die Uhrmacher der Maison dafür wählen.

DER PERFEKTE KLANG

Hatte man 2009 nämlich mit der Duométre a Grande Sonnerie, auch bekannt als „Hybris Mechanica 6“, bereits ein Wunderwerk aus 1.400 Komponenten präsentiert, das damals als komplizierteste Uhr der Welt galt und deren Schlagwerk mit 24 Noten die längste Westminster-Big-Ben-Melodie spielte, so ist die Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon mit ihren ‚nur‘ 566 Teilen ein weiterer Schritt in Richtung perfekter Klang.

So wählte man statt der traditionellen Hämmerchen sogenannte „Trébuchet“-Hämmerchen, die mit größerer Kraft auf die zwei mit dem Saphirglas verbundenen Kristalltonfedern schlagen. Darüber hinaus entwickelten die Uhrmacher von Jaeger-LeCoultre ein komplexes System, das eine besonders harmonische Klangabfolge sicherstellt. Klassische Minutenrepetitionen sind nämlich darauf ausgelegt Stunden, Viertelstunden und Minuten anzuschlagen. Gibt es keine Viertelstunde anzukündigen entsteht eine Klangpause. Anders bei diesem Werk, das erkennt, wenn keine Viertelstunde ansteht und die Wartezeit eliminiert – tiefe und hohe Klänge ertönen hier auch in diesen Fällen flüssig nacheinander, ohne den Takt zu unterbrechen.

So flach die Uhr dieses Weltrekordlers, so hoch die Ansprüche der JLC-Perfektionisten. Selbst die Wahl des Gehäusematerials – Weißgold – wurde übrigens der Klangqualität untergeordnet. Platin gilt zwar nach wie vor als das vornehmste unter den edlen Metallen, doch klingen die Töne einfach besser im Weißgoldgehäuse dieses 294.000-Euro-Zeitmessers.

INSTAGRAM-SCHEU

Ein weiteres, zunächst einmal optisches Highlight, das als Beleg für den Anspruch auf horologische Perfektion verstanden werden kann, ist der versenkbare, patentierte Monodrücker mit dem die Minutenrepetition ausgelöst wird. Dieser befindet sich auf der Zehn-Uhr-Position des Gehäuses und er erhebt sich nur aus selbigem, wenn er vorher mit einem Schieber, der sich auf der Acht-Uhr-Position findet, entriegelt wird. Das Ganze gibt dem 41-mm großen Gehäuse einerseits eine harmonischere, elegant-ergonomischere Form. Technisch reizvoll gegenüber gängigen Mechanismen ist dabei, dass die Bewegungsstrecke des Drückers von nur zwei Millimetern ausreicht um das Federhaus aufzuziehen und die Minutenrepetition auszulösen.

All das sind gute Gründe in dieser Uhr mehr zu sehen als nur ein weiteres Stück Haute Horlogerie: Eine Uhr nämlich, die über jeden Zeitgeist erhaben ist. Mit ihrem gekörnten Zifferblatt bildschön, aber von Trends unabhängig. Mit einer Limitierung von 75 Exemplaren zu rar und speziell, um zum Instagram-Star zu taugen. Und mit ihrem schmalen Profil Weltrekord-Halterin, aber letztlich vor allem ein Stück Geschichte einer Manufaktur, die im Bereich der Minutenrepetition regelmäßig herausragendes produziert.

Die Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Minute Repeater Flying Tourbillon ist vielmehr ein Stück Tradition, ein Beleg für das stete, weit über 100 Jahre andauernde Streben nach Perfektion. Mag sein, dass der im vergangenen Jahr präsentierte Master Grande Tradition Répétition Minutes Perpetuelle mit seinem ewigen Kalender als aktueller Platzhirsch im JLC-Sortiment gilt. Wie bereits geschrieben: Bei dieser Uhr geht es nicht um den eindrucksvollsten Auftritt, sondern um den guten Ton und die eleganteste Linie.

www.jaeger-lecoultre.com

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