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Breitling stellt die Colt ein – warum sich die Avenger nun behaupten muss

Breitling stellt die Colt ein – warum sich die Avenger nun behaupten muss

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Sucht man auf der Breitling Homepage nach der Colt, bleibt das Ergebnisfeld leer. Lediglich eine Kurzbeschreibung zur Modellreihe poppt noch auf, sonst ist nichts mehr von der Kollektion zu finden, die sich in den 1980er Jahren als Einstiegsuhr bei Breitling etablierte und Fans seit 2001 vor die immer widerkehrende Frage stellt: Colt oder Avenger? Denn 2001 tauchte plötzlich die Avenger auf und ja, Ähnlichkeiten waren nicht von der Hand zu weisen, die Unterschiede lagen eher im Detail. Den feinen Unterschied machte das aufgesetzte, weißgoldene Breitling Logo auf dem Zifferblatt der Avenger zum Beispiel, oder das gewölbte Saphirglas – gegenüber einem vergoldeten Logo und dem planen Glas der Colt. Auch das ETA Werk 2893-2 aus der Avenger war dem Werk 2824-2 aus der Colt qualitativ voraus. Entsprechend war auch der Preis etwas höher, was manche Käufer noch weiter in die Ungewissheit trieb, ob es denn nun die extra Investition für den kleinen Unterschied wert wäre.

Die Entscheidung hat ihnen der amtierende CEO Georges Kern nun abgenommen, indem er die Colt quasi abschaffte. Seit seiner Übernahme vor zwei Jahren ist zu beobachten, wie Kern die Marke ‚aufräumt‘ und Referenzen innerhalb der Produktfamilien reduziert. Warum sollte man sich auch mit zwei sich kannibalisierenden Modellen aufhalten? Zu deutlich waren die Ähnlichkeiten. Nun wird sich die Avenger als neue Einstiegsuhr bei Breitling behaupten müssen. Was bleibt sind 16 nagelneue Avenger Modelle, die Breitling kürzlich in Zürich vorstellte.

NICHTS FÜR HOBBYPILOTEN

Obwohl sich Georges Kern gerne an der reichen Geschichte der Brand bedient und historische Modelle eine Renaissance erleben, ist die Avenger alles andere als nostalgiegetränkt. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Kern nicht in alten PanAm-Erinnerungen schwelgt, sondern die Flugspezialisten der Gegenwart herauspickt, und zu einer „Squad“ vereint. So wird die spanische Kampfpilotin Rocío González Torres zu einem Vorbild für die Avenger – sie ist die erste Frau überhaupt, die 1000 Stunden in einem F-18 Kampfflieger absolvierte. Sie strotzt in der von Männern dominierten Domäne mit Mut und Selbstbewusstsein und wird vermutlich auch die weibliche Zielgruppe locken, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass auch die Colt schon ein Frauenheld war. Da ist dann noch Luke Bannister, Weltmeister im Drohnenfliegen und der frisch pensionierte Astronaut Scott Kelly, der die „Squad“ mit seinem riesigen Erfahrungsschatz bereichert.

Nicht nur an den sorgfältig ausgesuchten Botschaftern erkennt man, dass die Avenger keine verspielte Fliegeruhr für sanfte Pilotenhandgelenke ist. Sie hat die „wenn du soweit bist, bin ich es schon längst“ Attitüde. Die Avenger ist laut, spitz und kantig. Letzteres hatte ursprünglich einen funktionellen Zweck und diente dazu, die Lünette auch mit Handschuhen bedienen zu können. Die neue Kollektion startet mit vier verhältnismäßig moderaten Modellen mit einem 43mm Gehäuse, als Chronographen oder Automatik, jeweils mit blauem oder schwarzem Zifferblatt an einem Edelstahlband oder einem schwarzen oder blauen Militärlederband. Im Avenger Chronograph 43 tickt das Breitling Kaliber 13 mit Automatikaufzug und einer Gangreserve von 38 Stunden. Im Automatik-Modell läuft das Kaliber 17 mit ebenfalls 38 Stunden Gangreserve. Beide Uhren sind COSC-zertifizierte Chronometer, sowie alle 16 Neuheiten aus der Avenger Kollektion.

SEEWÖLFE AUF NACHTMISSION

Für die größere Avenger mit 45mm Gehäusedurchmesser gibt es sieben unterschiedliche Modelle. Jeweils zwei Automatik Modelle (als Seawolf), zwei GMTs und zwei Chronographen, wobei jeweils ein Modell in der Interpretation „Night Mission“ erhältlich ist, also mit einem leichten DLC-beschichteten Titangehäuse. Die Seawolf ist ein Klassiker in der Avenger Baureihe und zeichnet sich durch das markante gelbe Zifferblatt und ihre Wasserdichte bis 3000 Meter aus. Die Avenger Automatic 45 Seawolf Night Mission hingegen hat ein schwarzes Zifferblatt und wird an einem anthrazitfarbenen Militärlederband getragen. Die beiden GMT Modelle verfügen über einen roten Pfeilzeiger, der eine zweite Zeitzone anzeigt. Sie laufen mit dem automatischen Breitling-Kaliber 32 mit einer Gangreserve von 42 Stunden. Bei der Avenger Automatic GMT 45 Night Mission sind die arabischen Ziffern von den Schablonenziffern der Flugzeugträgerdecks inspiriert. Sie wird an einem sandfarbenen Militärlederband getragen. In den beiden 45mm Chronographen läuft das Breitling-Kaliber 13 mit einer Gangreserve von 48 Stunden. Für die ‚Night Mission‘ Ausführung gibt es alternativ ein khakigrünes Militärlederband.

Wer nun meint, er braucht noch mehr Uhr am Handgelenk, für den könnte das Statement Piece Super Avenger Chronograph 48 (oder als ‚Night Mission‘ Version) interessant sein. Wir können jedem empfehlen, sich die Avenger Modelle live beim Konzessionär oder in der Boutique anzusehen. Denn auch wenn für den ein oder anderen 43 oder 45 mm Durchmesser moderat sind, die Avenger scheint in ihren eigenen Dimensionen zu leben. Für die größere 48er Uhr verlangt Breitling übrigens keinen Aufpreis gegenüber der 45er Modelle. Zum 55-jährigen Jubiläum des Swiss Air Force Teams hat Breitling noch eine auf 550 Stück limitierte Avenger Chronograph 45 Swiss Air Force Team Limited Edition herausgebracht, mit Edelstahlgehäuse und schwarzem Zifferblatt mit einem Logo der Schweizer Luftwaffe und entsprechenden farblichen Akzenten.

Puristen werden sich an den Details erfreuen: wie die aufgesetzten Indizes die den Anschein erwecken, als wären sie aus SuperLuminova Blöcken feinsäuberlich herausgeschnitten. Oder den satinierten Gehäusen und Bändern. Oft wurden die viel zu blankpolierten Stahlmodelle kritisiert – sie passen einfach auch nicht zum Image der Avenger. Ab 3’450 Euro bekommt man bereits die Automatik in einem 43er Gehäuse. Die ‚Night Mission‘ Modelle liegen bei maximal 5’750 Euro.

www.breitling.com

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