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Vacheron Constantin’s Kollektion Historiques: die Highlights
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Vacheron Constantin’s Kollektion Historiques: die Highlights

Mit „Belle Haute Horlogerie“ fasst Vacheron Constantin das zusammen, für was der Uhrmacher seit der Gründung 1755 steht: das Streben nach höchster Uhrmacherkunst und der Verpflichtung, die über Generationen von Meisteruhrmachern gewonnenen Erfahrungen und Kenntnisse immer wieder weiterzugeben und fortzuschreiben. Und somit hat sich in den über 260 Jahren, seitdem Vacheron Constantin ununterbrochen edle Zeitmesser kreiert, ein beachtlicher Schatz an Wissen, historischen Schriften, Dokumenten und exklusiven Uhren angesammelt.

Um die bedeutendsten Kreationen des Uhrenhauses nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hat Vacheron Constantin die Kollektion „Historiques“ ins Leben gerufen, in der Neuauflagen der exklusivsten Modelle all den Errungenschaften ihrer langen uhrmacherischen Historie Tribut zollen. Sie sind meistens streng limitiert und für einen kleinen Kreis von Uhrenliebhabern bestimmt. Meistens sind sie in Platin, Roségold oder Gelbgold gehüllt und verfügen über Komplikationen wie Jahreskalender, Mondphasen oder Chronographen. Da der Gründer Jean-Marc Vacheron eine besondere Passion für Kalenderuhren hatte, wurden 2017 die Historiques Triple Calendrier 1942 & 1948 vorgestellt. Wir zeigen die Highlights der Historiques Kollektion der letzten fünf Jahre.


2017: Historiques Triple Calendrier 1942 & 1948


Schon bald nach der Gründung der Manufaktur 1755 entwickelte Jean-Marc Vacheron die ersten Kalender und stellte Taschenuhren her, die mit Vollkalendern oder ewigen Kalendern ausgestattet waren. Vacheron Constantin präsentierte zwar bereits in den 1920er Jahren die ersten Kalender-Armbanduhren, doch ihre Blütezeit erlebten sie erst in den 1940er Jahren – allen voran die Referenzen 4240 von 1942 und 4240L von 1948. Kalender-Komplikationen waren in den 1940er Jahren en vogue, trotzdem hatten es die Uhrenhersteller zu dieser Zeit nicht einfach. Denn es dominierten Military-Uhren mit funktionellen Eigenschaften, und nicht so sehr elegante Dress-Watches. Doch es waren ausgerechnet die Kalender-Uhren mit den Referenzen 4240 und 4240L, die maßgeblich zum Erfolg von Vacheron Constantin im 20. Jahrhundert beitrugen.

Und somit hat die Manufaktur ihnen 2017 zwei Neuauflagen gewidmet: den Historiques Triple Calendrier 1942 mit Edelstahlgehäuse und den Historiques Triple Calendrier 1948 aus Roségold. Wer sie mit den Originalen vergleicht wird erkennen, wie detailgetreu bei den neuen Kreationen gearbeitet wurde. Das Gehäuse hat heute wie damals eine dreifache Gondronierung, also eine Randverzierung des Gehäusereifens. Die Bandanstöße sind im „Griffes“ (oder auch Krappen) Stil so nahtlos an das Gehäuse angebracht, als würden sie miteinander verschmelzen.

Das Handaufzug Kaliber 4400 QC (Quantième Complet) bietet Stunden, Minuten und eine kleine Sekunde auf einem Hilfszifferblatt bei 6 Uhr. Die Tages- und Monatsanzeige im Doppel-Fenster unter 12 Uhr sind von Hand in Burgunderrot, oder alternativ in Dunkelblau aufgemalt. Bei der Version in Dunkelblau gibt es ein passendes blaues Lederarmband dazu. Das Zifferblatt wurde klassisch versilbert, wie es in den 1940er Jahren schon üblich war. Das Zentrum ist in einem fein satinierten Sonnenschliff gehalten.

Die Historiques Triple Calendrier 1942 wird an einem braunen Lederarmband (rote Kalenderanzeige) oder einem blauen Lederarmband (blaue Kalenderanzeige) getragen und kostet 24.600 Euro. Die Roségold-Variante war auf 200 Stück limitiert und ist inzwischen ausverkauft.


2019: Historiques Cornes De Vache 1955 in Edelstahl


„Cornes de vache” bedeutet auf Deutsch soviel wie „Kuhhorn“. Der Name ist nicht zufällig gewählt, denn es ist der Spitzname einer besonderen Uhr von Vacheron Constantin, die 1955 noch als Referenz 6087 auftrat. Den Spitznamen bekam sie kurze Zeit nach ihrer Einführung aufgrund der Bandanstöße, die an Kuhhörner erinnern und inzwischen zu einem unverwechselbaren Erkennungsmerkmal für dieses Modell geworden sind. Sie wurde 1955 als erster wasserdichter und antimagnetischer Chronograph der Maison präsentiert und erlebt seit 2015 in der Kollektion „Historiques“ eine Renaissance. 2019 erschien erstmals ein Stahlmodell, was für die Kollektion ungewöhnlich war.

Vacheron Constantin Historiques Cornes De Vache 1955
in Platin, Rotgold und Edelstahl

Das Ur-Modell aus dem Jahr 1955 ist eines der seltensten Vintage Chronographen der Maison, denn es wurden gerade einmal 28 Stück in Gelbgold und sechs Exemplare in Roségold gefertigt. Die Neuauflage mit Edelstahlgehäuse war insofern ein Meilenstein, da bei den Dress-Watches der Uhrenmanufaktur in dieser Qualitätsklasse lange Zeit nicht an Stahl zu denken war. Im Interview erklärte uns Christian Selmoni, Style & Heritage Director von Vacheron Constantin: „Heutzutage möchten die Leute ihre Uhren vielseitiger einsetzen. Sie tragen sie nicht nur zu einem bestimmten Anlass, sondern bevorzugen es, sie für alle ihre verschiedenen Anlässe tragen zu können“. Edelstahl ist robuster und kratzresistenter als Platin oder Gold und passt damit gut zu diesem neuen Lifestyle, den Selmoni beschreibt.

Die Cornes de vache 1955 von 2019 hat ein grau-silberschimmerndes, opalisiertes Zifferblatt mit „Samteffekt“, wie Vacheron es nennt. Durch den offenen Gehäuseboden kommt ein schöner, aufwendig verzierter Handaufzug-Chronograph zum Vorschein. Um so nah wie möglich am Original zu bleiben, weist die Cornes de vache 1955 alle wesentlichen Features der Referenz 6087 auf: ein traditionell gehaltener Doppeldrücker-Chronograph mit 30-Minuten-Zähler und kleiner Sekunde, eine Tachymeterskala, römische Ziffern bei 12 und 6 Uhr und die Bandanstöße im Kuhhorn-Design. Der zentrale Chronographenzeiger ist getreu dem Original in gebläutem Stahl. Nur bei der Gehäusegröße hat man sich dem Wandel der Zeit angepasst und der Durchmesser ist somit von 35 mm auf 38,5 mm gewachsen. Und auch im Inneren der Uhr entpuppt sich durch den technischen Fortschritt bedingt ein ganz neues Werk. Das Kaliber 1142 mit Handaufzug bietet eine Gangreserve von 48 Stunden und zuverlässigen Schutz gegen Magnetfelder.

Die Cornes de vache 1955 in Edelstahl wird an einem Armband aus dunkelbraunem Kalbsleder getragen, das von der 1928 in Mailand gegründeten Lederwarenfirma „Serapian“ gefertigt wird. Sie kostet 48.600 Euro.


2021: Historiques American 1921


Ein weiteres Modell, das tief in der Historie von Vacheron Constantin verankert ist, ist die American 1921. Sie wurde, wie der Name verrät, im Jahr 1921 in einer kleinen Stückzahl ausschließlich für den amerikanischen Markt produziert. Zu dieser Zeit wurden Armbanduhren gerade erst salonfähig, da experimentierte das Schweizer Uhrenhaus bereits mit verschiedenen Gehäuseformen, inspiriert vom Aufschwung der Goldenen Zwanziger Jahre, die vom Pioniergeist aber auch Bruch mit Konventionen geprägt war. Die American 1921 stach durch das kissenförmige Gehäuse und das um 45 Grad gedrehte Zifferblatt aus der Masse hervor. Beim Autofahren erwies sich die Anordnung des Zifferblatts als besonders nützlich, da man die Uhrzeit ablesen konnte, ohne die Hände vom Steuer nehmen zu müssen.

Anlässlich des 100. Geburtstags der American 1921 präsentierte Vacheron Constantin im Jahr 2021 drei neue Modelle des Klassikers. Zwei der drei neuen Varianten sind in einem Gehäuse aus Weißgold untergebracht, das entweder 36,5 mm oder 40 mm misst. Zum Jubiläum gab es noch eine auf 100 Stück limitierte Historiques American 1921 – Collection Excellence Platine mit einem Gehäuse aus 950er Platin. Sie folgte auf die ein Jahr zuvor lancierte Patrimony Excellence Platine.

Das kissenförmige Gehäuse der Historiques American 1921 wird von geraden Bandanstößen und einer Krone zwischen 1 und 2 Uhr ergänzt. Das Zifferblatt mit diagonaler Anordnung ist fein gekörnt und silberfarben mit schwarz gemalten arabischen Ziffern und einer schwarz lackierten Minuterie. Eine kleine Sekunde befindet sich zwischen 3 und 4 Uhr. Die Stunden- und Minutenzeiger im Breguet-Stil bestehen aus 18 Karat Gold. Bei der limitierten Historiques American 1921 Collection Excellence Platine bestehen das sandgestrahlte Zifferblatt, die Krone und die Bandanstöße aus 950er Platin.

Durch den offenen Saphirglasboden kommt das Manufakturkaliber 4400 AS zum Vorschein, das bereits 2008 von Vacheron Constantin entwickelt wurde. Das Handaufzugwerk verfügt über eine Gangreserve von 65 Stunden. Alle drei Modelle laufen mit dem Werk 4400 AS, das den Genfer Siegel trägt. Die Historiques American 1921 in 40 mm kostet 41.300 Euro und in 36,5 mm 34.100 Euro. Die limitierte Historiques American 1921 Collection Excellence Platine ist bereits ausverkauft.


2022: Historiques 222


Als in den 1970er Jahren plötzlich Luxussportuhren aus Stahl mit integrierten Bändern auftauchten, waren es nicht nur Audemars Piguet und Patek Philippe, die mit ihren Kreationen Royal Oak und Nautilus für Aufsehen sorgten. Bereits ein Jahr nach der Lancierung der Nautilus von Patek Philippe brachte Vacheron Constantin im Jahr 1977 anlässlich des 222-jährigen Jubiläums der Maison die 222 auf den Markt, in Edelstahl und in Gold.

Doch für das Design war nicht etwa Gerald Genta verantwortlich, das Design-Genie, das neben vielen anderen Uhrenikonen auch die Nautilus und Royal Oak designt hatte, sondern der gerade einmal 24-jährige Designer Jorg Hysek. Die 222 gilt als Vorgänger der Overseas Uhrenlinie, die heute mit zu den beliebtesten Uhrenmodellen überhaupt gehört. Dieses Jahr hat Vacheron Constantin mit der todschicken Historiques 222 das Ur-Modell neu aufgelegt.

Die 222 von 1977 zeichnete sich nicht nur durch das integrierte Armband aus, sondern auch durch die kannelierte Lünette und das extraflache 3,05 mm Werk Kaliber 1121 (Jaeger-LeCoultre Kaliber 920), das von oben in das aus einem Stück gefertigte Gehäuse eingesetzt werden musste. Ein weiteres markantes Feature: das Malteserkreuz-Emblem der Maison auf dem Gehäuse bei der 5 Uhr Position.

Nach 45 Jahren kehrt nun eine wunderschöne Neuinterpretation zurück. Die neue Historiques 222 hat wie ihr Vorbild einen Durchmesser von 37 mm, eine kannelierte Lünette, ein goldfarbenes Zifferblatt, gerade Indizes und Stabzeiger sowie ein integriertes Armband mit Malteserkreuz aus poliertem Weißgold. Das Gehäuse ist schlanke 7,95 mm flach.

Im Inneren tickt das Manufakturkaliber 2455/2 mit einer Gangreserve von 40 Stunden bei einer Frequenz von 4 Hz. Durch den offenen Gehäuseboden kommt die Schwungmasse mit einer Gravur des originalen 222-Logos zum Vorschein. Die Brücken wurden mit Genfer Streifen dekoriert und die Hauptplatine perliert.

Für uns ist die Neuauflage der 222 der heimliche Star der diesjährigen Watches & Wonders Uhrenneuheiten. Sie ruft gleichzeitig ins Bewusstsein, dass sie in den 1970er Jahren maßgeblich am Run nach Luxussportuhren mit integrierten Armbändern beteiligt war. Die Historiques 222 kostet 77.500 Euro und ist ausschließlich in Vacheron Constantin Boutiquen erhältlich.


vacheron-constantin.com