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Statement Piece – Die Panerai Radiomir 1940 in Military Green

Statement Piece – Die Panerai Radiomir 1940 in Military Green

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Ein Uhrenklassiker, der ursprünglich ausschließlich für den funktionellen Gebrauch gedacht war, hat sich inzwischen als Stil Element im Alltag vieler Männer etabliert. Die Radiomir ist ein Uhrenmodell, das man unmittelbar mit der Marke Panerai in Verbindung bringt: das kissenförmige Gehäuse, das Sandwich Design des Zifferblattes und die anfangs noch verwendeten Bandanstoßschlaufen sind zu den unverkennbaren Design-Elementen dieses ikonischen Models geworden. Als 1940 dann aber eine neue Weiterentwicklung für das Militär in Serie gebaut wurde, vergrößerte man die feinen Anstoßschlaufen und fräste sie als Teil des Gehäuses aus einem Stahlblock, um die Uhr den Anforderungen anzupassen.

Panerai stellt nun mit der “Radiomir Edizione Verse Militare” vier neue moderne Interpretationen ebendieser Radiomir von 1940 vor: Drei Modelle aus robustem Edelstahl (AISI 316L) und ein Modell aus sandgestrahlter Keramik – allesamt mit einem Militärgrünen Zifferblatt. Während die Retro-Ausführungen der Kampfschimmer meist ein schwarzes Zifferblatt aufwiesen, werden seit der zivilen Produktion dieser Uhr im Jahr 1993 auch weitere Farbvarianten angeboten – ein guter Look ist heute eben für viele Träger relevanter als eine einwandfreie Ablesbarkeit.

Ganz anders noch Anfang der 1930er Jahre: Damals statteten die florentinischen Toolwatch Spezialisten von Panerai ausschließlich die eher pragmatisch-denkenden Kampfschwimmer der italienisch königlichen Marine mit ihren robusten Armbanduhren aus. Um ihren Zweck zu erfüllen und die Ziffern bei schlechtem Licht unter Wasser zum Leuchten zu bringen, waren ihre Ziffern mit einer auf Radium basierenden Substanz beschichtet, die Panerai im Jahr 1916 unter dem Namen „Radiomir“ patentierte. Im Jahr 1949 wurde das Radium mit Tritium ersetzt, was dann in der Kollektion ‚Luminor‘ erstmals Verwendung fand.

Das Modell der ersten Stunde hat an seiner Strahlkraft auch ganz ohne Radium – inzwischen wird ausschließlich Super-LumiNova verwendet – bis heute nichts verloren. Bei Auktionen werden stattliche Preise für originale Radiomir Modelle gezahlt, die Seltenheitswert haben und daher umso beliebter sind. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Panerai 1936 lediglich 10 Prototypen exklusiv für die Regia Marina (italienische königliche Marine) produzierte.

Panerai hat in den letzten Jahren verstärkt daran gearbeitet, ihre Uhren tragbarer zu machen. Spätestens seit der Einführung der Luminor Due in 38 und 42 mm sind auch die Modelle mit dem omnipräsenten Kronenschutz wesentlich kompatibler. Trotzdem darf man die ‚Radiomir‘ gerne als den Allrounder bei Panerai anerkennen: Sie ist klassisch, sportlich und irgendwie doch auch vornehm zugleich. Durch den dezent eingesetzten Mikrorotor fallen die Uhren mit einer Höhe von 12.2 bis 16.12 Millimetern etwas flacher aus und liegen gut und nicht überdimensioniert am Handgelenk und unterm Stoff. Dabei sind die Gehäusedurchmesser der Modelle nicht irrelevant. Die beiden neuen Stahlversionen haben ein 45 mm Gehäuse und eignen sich auch für mittelschmale Handgelenke – die Keramikversion hingegen kommt in 48 mm und braucht unserer Meinung nach etwas mehr Volumen am Handgelenk. Das ist eine subjektive Ansicht, jeder Uhrenträger hat eine andere Vorstellung von Stil und Ästhetik.

Das Quartett startet mit einer Automatikuhr Radiomir 45 MM PAM995. Mit ihrem Kaliber P.4000 besitzt sie das dünnste Automatikwerk von Panerai und verfügt über Stunden, Minuten und eine Kleine Sekunde. Dazu kommt ein GMT Modell (Kaliber P.4001) mit zweiter Zeitzone. Neben der zweiten Zeitzone kann man die verbleibende Gangreserve der neuen Radiomir GMT 45 MM PAM998 auf der Gehäuserückseite verfolgen. Wer diese aber stets im Blick haben möchte, bekommt bei der Radiomir GMT Power Reserve 45 MM PAM999 (Kaliber P. 4002) die Anzeige auf dem Zifferblatt präsentiert.

Das verwendete „Military Green“ besticht durch eine dichte, nicht reflektierende grüne Farbe. Ein ähnlicher Farbcode war bereits 2011 in der Bronzo und 2017 im Trio aus Radiomir 1940 3 Days AcciaioRadiomir 8 Days Titanio und Luminor 1940 Chrono Monopulsante 8 Days GMT Titanio zu sehen. Da Panerai CEO Jean-Marc Pontroué aber eine klare Struktur in das Produktportfolio bringen möchte, werden die Linien nicht mehr vermischt, sondern klar getrennt. Somit liegt der Fokus dieser Produktergänzungen auf der Kollektion ‚Radiomir‘.

Der Vierte gibt in diesem horologischen Quartett den Ton an. Mit 48 mm ‚Brust‘-Umfang und dem sandgestrahlten Keramikgehäuse ist die Radiomir 48 MM PAM997 besonders auffällig. Sie läuft mit dem Kaliber P. 3000 und wird von Hand aufgezogen. Eine Kleine Sekunde wurde bei 9 Uhr angebracht und die Zeiger passend zum Gehäuse geschwärzt. Alle vier Neuheiten haben ein gewölbtes Saphirglas sowie fluoreszierende Ziffern und Stundenmarkierungen in Beige. Die Armbänder aus italienischem Naturleder wurden gegerbt und sind in dunkel- oder hellbraun oder mit einem beigen Textilband erhältlich. Bei der Keramikversion ist das Lederband bzw. optionale Textilband schwarz.

Zur Freude aller Paneristi und denjenigen, die mit diesem Stück den Einstieg in die Marke starten möchten, sind die Modelle nicht limitiert, aber nur in Panerai Boutiquen zu erwerben. Dafür erhält man sein Wunschmodell dann in einer edlen Schatulle aus satiniertem, grünen Kirschholz mit einem zusätzlichen Band. Die Preise liegen zwischen 10.900 und 12.900 Euro.

www.panerai.com


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