fbpx
Now Reading
In The Metal: Alle drei OMEGA Snoopy Speedmaster Modelle

In The Metal: Alle drei OMEGA Snoopy Speedmaster Modelle

OMEGA-Speedmaster-Silver-Snoopy-Award-Apollo-13-Watches

Alle drei heiß begehrten Snoopy Modelle von OMEGA an einen Ort zusammenzubekommen, ist fast so ein Kunststück, wie es die Apollo 13 Mission für die Astronauten war. Nachdem man die Gelegenheit nicht alle Tage bekommt, haben wir die Uhren natürlich gründlich unter die Lupe genommen – von ihrer Ästhetik und Funktionalität hin zu der Geschichte, die sich hinter jedem Modell verbirgt. Die Aufmerksamkeit gilt drei besonderen Themen: der NASA und dem Weltall, der Kultfigur Snoopy und den Speedmaster Modellen von OMEGA.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mehr Videos

In diesem Artikel beschäftigen wir uns also ausführlich mit der 2003 OMEGA Speedmaster „Snoopy“, der 2015 Speedmaster „Silver Snoopy Award“ 45th Anniversary und der 2020 Speedmaster Co-Axial Master Chronometer Chronograph 42 mm “Silver Snoopy Award” 50th Anniversary. Aber bevor es in die Details geht, tauchen wir zuerst einmal in die Geschichte der jeweiligen Uhren ein.


Ein liebenswerter Beagle und die NASA: Warum eigentlich?

Snoopy ist eine kultige Zeichentrickfigur. NASA ist die US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft. Wie in aller Welt passt das zusammen?

Grund 1: Snoopy ist ein meisterhafter Flieger

Jeder kennt ihn, den liebevollen Hund aus der Peanuts Zeichentrickserie. Laut Erfinder der Kultfiguren, Charles M. Schulz, ließ er sich dazu von seinem eigenen Hund Spiky inspirieren, „der cleverste Hund aller Zeiten“, wie er einmal sagte. Es ist also kein Wunder, dass Snoopy ähnlich begabt ist, zumindest als Pilot. Er nahm in den Comics immer wieder die Rolle des Kriegspiloten ein und simulierte mit seiner Fliegermütze- und Brille und einem roten Halstuch einen Piloten, der durch die Lüfte braust.

Ein weiteres Beispiel bezieht sich auf „Snoopy gegen den Roten Baron“ (später auch durch einen Welthit aus den 60er Jahren bekannt geworden), bei dem der Piloten-Snoopy in einen imaginären Kampf mit den deutschen Kampfpiloten des Ersten Weltkriegs verwickelt war. Von der Fliegerei inspiriert, stammt letztendlich auch die Verbindung zwischen Snoopy und der NASA.

Grund 2: Snoopy als Symbol

Die NASA musste einige herbe Rückschläge verkraften; die 50er und 60er Jahre waren von einem erbitterten Kampf zwischen den USA und der Sowjetunion gezeichnet. Beide Mächte wetteiferten um die Vorherrschaft von Atomwaffen und Raumfahrt-Technologie.

Im Jahr 1957 hatte die Sowjetunion – und somit der Kommunismus – zweifellos die Nase vorne, als sie mit Sputnik 1 den ersten Kommunikationssatelliten ins All schossen. Im selben Jahr noch folgte Sputnik 2. An Bord der Hund Laika, der als erstes lebendes Tier bedauerlicherweise in die Umlaufbahn befördert wurde. Im Jahr 1959 kam mit Luna 1 die weltweit erste Mondsonde. Kurze Zeit später sollte die Raumsonde Pioneer 4 der NASA am Mond vorbeifliegen und Bilder der Mondoberfläche ermitteln – womit die Sowjetunion mit der Luna 2 Sonde antwortete. Ein Jahr später launchte die USA mit der Discovery XIV den ersten Spionagesatelliten. Und wieder übertrumpfte die Sowjetunion die Amerikaner, als sie 1961 den ersten Menschen ins All schickten. Wieder lagen die USA zurück, die erst etwas später im selben Jahr Alan Shepard ins All beförderten.

Auch im Jahr 1962 blieb die Sowjetunion in Führung. Aber der wahre Sieger würde natürlich derjenige sein, der den ersten Menschen auf den Mond bringt. Und somit forderte Präsident John F. Kennedy in seiner „Moon Shot“ Ansprache seine Landsleute auf, bis Ende des Jahrzehnts einen Mann auf den Mond zu befördern. Es sollte das teuerste zivile Technologieprogramm in der Amerikanischen Geschichte werden. Beide Mächte steckten erhebliche Summen in ihre Projekte.

Laut dem Deutsch-Amerikanischen Luftfahrtingenieur Wernher von Braun musste die NASA ihre Raketentechnik um das zehnfache verbessern, um eine bemannte Mission auf den Mond zu ermöglichen. Um die 400.000 Forscher, Ingenieure und Mathematiker arbeiten zur Hochphase an grundlegenden Lösungen. Im Laufe des Jahrzehnts flossen 2.5% des jährlichen Bruttoinlandsprodukts der USA in das Projekt, jedes Jahr. Umgerechnet waren das rund 25 Milliarden Dollar jährlich – das entspricht rund 100 Milliarden Dollar heutzutage.

Glücklicherweise hat es sich ausgezahlt. Im Juli 1969 hob die Apollo 11 mit Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins an Bord ab. Ein paar Tage später wurde Armstrong zum ersten Menschen, der jemals den Mond betrat; Amerika – und somit der Kapitalismus – haben gesiegt. Das Erbe dieser Leistung ist mehr als nur ein symbolischer Triumph für den Kapitalismus und den Westen; vielmehr sind es die daraus resultierten technischen Fortschritte, die uns heute noch bewegen.

Der Weg dahin war keineswegs einfach. Mal abgesehen von den Kosten, stand das Programm grundsätzlich unter keinem guten Stern. 1967 – gerade einmal zwei Jahre vor der Mondlandung – kamen während eines Testflugs alle drei Crew-Mitglieder der Apollo 1 ums Leben, als in der Kommandozentrale ein Feuer ausbrach. Nach diesem Desaster kontaktierte die NASA Charles Schulz und bat ihn, Snoopy zu ihrem Glücksbringer-Maskottchen zu machen; ein Symbol, für den dringend benötigten Erfolg und Glück. Durch den Tod der Astronauten, den unfassbaren Kosten und den enormen Druck, ist die Snoopy-Symbolik ergreifender als man es anfangs vermuten würde.

Grund 3: Man wollte jegliche Unterstützung zusammentrommeln

Es gab noch ein weiteres Motiv dafür, warum Snoopy das Maskottchen der NASA wurde. Sie wünschten sich ein Maskottchen, das allgemein Akzeptanz fand und außerdem in der Öffentlichkeit beliebt war. Bei der Wahl für Snoopy ließ man sich auch vom „Smokey Bear“, dem Werbemaskottchen des United States Forest Service, inspirieren.

Er wurde in Kriegszeiten dafür eingesetzt, der Bevölkerung zu zeigen, wie man einen Waldbrand löscht. „Smokey Bear“ schaffte es als Kultfigur, die Amerikaner mitzureißen: und das musste der NASA auch gelingen. Denn wie bereits erwähnt, waren alle Bemühungen den Mond zu erreichen ausgesprochen teuer, in mehrfacher Hinsicht. Ein liebenswürdiges Maskottchen war also ein strategisch wichtiges Manöver, die Menschen auf ihre Seite zu bekommen.

Grund 4: Um Mitarbeiter und Auftragnehmer zu belohnen

Schulz war maßgeblich am Design des „Silver Snoopy Award“ Ansteckers beteiligt. Jeder NASA Angestellte oder auch Auftragnehmer, der dazu beitrug, dass Weltraumflüge ein Stück weit sicherer wurden, wurde mit diesem Award ausgezeichnet. Snoopy rückte also mehr und mehr in den Fokus, besonders auch während der Apollo 10 Mission.

Beim Testlauf für die Mondlandung bekam das Mondmodul den Spitznamen „Snoopy“ – nicht zuletzt da es seine Aufgabe war, herumzuschnüffeln (to snoop). Das Kommandomodul bekam hingehen den Spitznamen „Charlie Brown“.


NASA und OMEGA: eine ungewöhnliche Freundschaft?

Wir haben nun zwar die Verbindung zwischen der NASA und Snoopy herstellen können. Aber woher kommt die enge Beziehung zwischen OMEGA und der NASA?

Grund 1: Sowohl die Astronauten als auch die NASA waren OMEGA Fans

Allgemein bekannt ist, dass OMEGA’s Speedmaster Professional 42 mm, getragen von Buzz Aldrin im Jahr 1969, die erste Uhr auf dem Mond war. Dennoch waren ihm einige Astronauten weit voraus. Zum Beispiel hatten sich Walter „Wally“ Schirra und Leroy „Gordo“ Cooper bereits 1962 die zweite Generation der Speedmaster (Ref. CK2998) besorgt. Erst nach strickten Tests (genau genommen an der Ref. ST 105.003) erklärte die NASA den OMEGA Chronographen am 1. März 1965 als die offizielle Uhr für die Weltraummission.

Sie begleitete ein paar Wochen später zum ersten Mal die Gemini III Astronauten John Young und Virgil „Gus“ Grissom in den Weltraum. Ihren großen Auftritt hatte die OMEGA Speedmaster allerdings erst am 3. Juni 1965, als Edward White sie zu seiner ersten Weltraumexpedition während der Gemini IV Mission ausführte. Erstmalig verwendete OMEGA ab diesem Jahr mit der Ref. ST 105.012 den Schriftzug Professional. Somit startete die erste Werbekampagne rund um die Speedmaster.

Grund 2: OMEGA half dabei, Leben bei der NASA zu retten

Erst einige Jahre später, im Jahr 1970, trugen die Uhren maßgeblich an der Sicherheit der Astronauten während einer Mission bei. Ausschlaggebend dafür war die Mission der Apollo 13. Falls Sie den Film dazu nicht gesehen haben (sollten Sie unbedingt nachholen), kommt hier die Kurzfassung. Nachdem ein Sauerstofftank explodiert war, musste die Crew frühzeitig zur Erde zurückkehren. Allerdings waren Sie aufgrund der Explosion bereits rund 60 nautische Meilen vom Kurs abgekommen. Um genau im richtigen Winkel in die Erdatmosphäre einzudringen, musste die Crew exakt 14 Sekunden lang Treibstoff verbrennen.

Sie hatten einen einzigen Versuch: wäre der Winkel zu steil gewesen, wäre die Kapsel verglüht, oder an der Oberfläche der Atmosphäre abgeprallt und in die Weiten des Alls katapultiert worden. Es gab keinen Spielraum für Fehler. Bei einem Manöver, das später als „Erfolgreicher Fehler“ bekannt wurde, nutzte Jack Swigert den OMEGA Speedmaster Chronographen, um den Austritt des Brennstoffs zu kontrollieren. Gleichzeitig steuerte Kapitän Jim Lovell mit Fred W. Haise die Mondfähre in Sicherheit. Letztendlich kehrten sie sicher zur Erde zurück.

Aufgrund dieses Ereignisses änderten sich die Beziehungen zwischen OMEGA und der NASA für immer – die NASA zeichnete das Uhrenunternehmen daraufhin am 5. Oktober 1970 mit dem Snoopy Award aus. Diese Auszeichnung steht als Anerkennung für „Perfektion, Leidenschaft und den substantiellen Beitrag zum Erfolg einer bemannten Raumfahrtmission“.

Zuzüglich zu einem Brief als Anerkennung war bei der Auszeichnung auch ein Zertifikat mit einer Illustration eines Snoopys in seinem Astronautenanzug dabei, sowie ein silberner Anstecker mit derselben Abbildung. Der Snoopy Award wurde OMEGA’s technischem Manager, Hans Widmer vom Astronauten Thomas Stafford überreicht – er war einer von 24 Menschen, die jemals zum Mond geflogen sind (wobei gerade einmal 12 davon die Mondoberfläche betraten).


2003: Die erste OMEGA Snoopy Speedmaster

Nachdem die NASA OMEGA mit dem Snoopy Award ausgezeichnet hatte, ist es für einige Jahre ruhig um die Partnerschaft geworden. Im Jahr 2003 tauchte dann ganz plötzlich und unerwartet die Speedmaster „Snoopy“ (Ref. 3578.51.00) auf. Obwohl sie an keinem bestimmten Datum oder Jubiläum lanciert wurde, war sie die erste Uhr, die der Apollo 13 Mission gewidmet war. Ihre Limitierung von 5.441 Uhren setzte sich aus der Dauer der Apollo 13 Mission zusammen (142 Stunden, 54 Minuten und 41 Sekunden).

Zahlen und Fakten

Die erste Snoopy Speedmaster besaß ein Stahlgehäuse (42 mm x 14 mm) mit gewundenen Bandanstößen. Das durch ein Hesalitglas geschützte Zifferblatt war nicht sonderlich anders, als wir es vom ursprünglichen Speedmaster Design her kannten; ein schwarzes Zifferblatt mit weißen Stabzeigern. Das einzige, das beim Design etwas aus der Reihe fiel und auf eine Special Edition hinwies, war der Aufdruck „Eyes on the stars“ auf dem Hilfszifferblatt der kleinen Sekunde, mit einem NASA Snoopy Abzeichen darauf. Dieselbe Abbildung war auch auf der Gehäuserückseite zu finden. Der einzige Unterschied lag darin, dass Snoopys Astronautenhelm auf dem Abzeichen des Saphirglasbodens nicht die vier reflektierenden Linien besaß.

Die Uhr wurde an einem passenden 1998/849 Edelstahlband getragen, das allerdings ab 2014 nicht mehr produziert wurde. Es war das erste Band mit beidseitigen Drückern auf der Faltschließe, die zur Sicherung beitrugen. Dahingegen waren die Drücker mit 5 mm x 3.5 mm „breit und groß“, ein Designelement, das 1967 erstmals auftauchte. Ein weiteres auffälliges Detail befand sich auf der Tachymeter Skala mit dem unter Sammlern stark begehrten „dot below 70“ Design, das zwischen 1995-2004 verwendet wurde.

In der Uhr tickte das rhodiumbeschichtete Kaliber 1861, das im Jahr 1997 zum ersten Mal zum Einsatz kam. Wie man es bei einer Moonwatch erwarten würde, handelt es sich um ein Handaufzugswerk. Es ist eine überarbeitete Version des Kaliber 861, das überwiegend in Moonwatch Modellen zwischen 1968 und 1997 zum Einsatz kam. Genauso wie das 861 besaß es keinen Säulenradmechanismus, stattdessen aber ein Nocken-Hebelsystem und dieselbe Delrin-Chronographenbremse. Sie schonten die Zähne des Chronographen-Sekundenrads und verminderten Abrieb und Bruch. Das Kaliber läuft mit einer Frequenz von 3 Hertz und hat eine Gangreserve von 48 Stunden.

In The Metal: Speedmaster „Snoopy“

Beim ersten Anblick fiel mir sofort der schöne Vintage-Charakter der Uhr auf. Man vergisst immer wieder, wie schnell die Zeit doch fliegt – denn 2003 ist schon wieder eine Weile her. Auch das Hesalitglas, welches das Zifferblatt schützt, löst in mir nostalgische Gefühle aus.

Nicht zuletzt auch, weil es das Glasmaterial jener Speedmaster war, die zum Mond flog. Darum überraschte es mich auch, dass der kleine Sticker auf einem Saphirglasboden angebracht war. Da es wohl ein „Sandwich“ Model ist, verliert es auch ein Stück weit seinen authentischen Moonwatch Appeal.


2015: Die zweite Snoopy Speedmaster Überraschung

Die zweite Snoopy Uhr von OMEGA wurde nach einer 12-jährigen Pause auf der Baselworld 2015 präsentiert. Dieses Mal wurde sie dem 45-jährigen Geburtstag der Apollo 13 Mission gewidmet. Behutsam limitiert auf 1.970 Stück, dem Jahr der historischen Mission (1970).

Zahlen und Fakten

Schauen wir uns zuerst wieder die Fakten an: die zweite Speedmaster Apollo 13 “Silver Snoopy Award” 45th Anniversary (Ref. 311.32.42.30.04.003) besitzt ein Edelstahlgehäuse mit gewundenen Bandanstößen in den Maßen 42 mm x 14.80 mm, somit etwas höher als das vorherige Modell. Das Zifferblatt, dieses Mal von einem Saphirglas geschützt, präsentiert sich nicht im gewohnten Speedmaster Design in Schwarz, sondern ist mit einem schwarz-weißen Farbschema an die originalen Peanuts Figuren angelehnt.

Das Modell besaß also ein weißes Zifferblatt mit geschwärzten Stabzeigern. Vor dieser Ausführung war eine Moonwatch mit weißem Zifferblatt eine absolute Rarität bei OMEGA und gewöhnlich nur Special Edition Speedmasters in Weißgold oder mit Mondphase vorbehalten. Die kleine Sekunde zeigt einen auf die Nase gefallenen Snoopy, der allerdings bereit ist, wieder aufzustehen, ganz nach dem Motto „FAILURE IS NOT AN OPTION!“.

Das war auch der Slogan des Apollo 13 Films und nicht die einzige Motivation auf dem Zifferblatt. Zwischen 12 und 13 Uhr findet man die Worte „WHAT COULD YOU DO IN 14 SECONDS?“ – ein Gedankenanstoß, um sich auch an einem mühsamen Tag im Büro wieder zur Arbeit aufzuraffen. Es bezieht sich natürlich ebenfalls auf die Apollo 13 Mission. Ein allerdings weniger bekannter Fakt – die 14 winzigen Kästchen zwischen der Sekunde 0 bis 14 beziehen sich auf die Anzahl der Snoopy Comicstrips.

Ein weiteres bemerkenswertes Feature ist der Einsatz der Super-LumiNova Beschichtung; denn Zeiger, Indizes und sogar der gefallene Snoopy leuchten in einem satten Grün im Dunkeln. Darüber hinaus wurde auf der Lünette – wieder mit dem Punkt unter der 70 – zum ersten Mal überhaupt Super-LumiNova auf einer Keramik-Tachymeter-Skala aufgetragen. Eine Ausnahme machte die Grey Side of the Moon Speedmaster, die zur gleichen Zeit wie die Snoopy Uhren entwickelt, allerdings ein paar Monate früher veröffentlicht wurde. Dabei besteht die Lünette der Grey Side of the Moon Speedmaster aus ZrC (Zirkonium Carbide), wohingegen die Snoopy Uhren aus ZrO2 (Zirkonium) gefertigt werden.

Aber das ist noch nicht alles – auf der Gehäuserückseite findet sich ein Snoopy Medaillon aus 925 Silber mit dunkelblauer Emaile überzogen. Dabei ist keine Rückseite wie die andere, da das silberne Puder händisch über jedes Stück aufgetragen wird. Das handgravierte Snoopy Medaillon hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem echten Silver Snoopy Award Anstecker.

In der Uhr tickt dasselbe Kaliber wie im Vorgänger Modell. Es wird an einem modernen, aber unaufdringlichen schwarzen Nylon Band getragen. Durch die Kombination einer Faltschließe mit Bandlöchern lässt sich die Größe recht einfach justieren.

In The Metal: Speedmaster „Silver Snoopy Award”

Es ist kein Wunder, dass die Uhr so gefragt ist. Zum einen trägt sie sich mit dem Textilband und dem etwas höheren Gehäuse ziemlich gut am Handgelenk. Zum anderen spielt sie auf sämtliche Snoopy und Apollo 13 Referenzen an.

Diese bedeutsamen Zitate lassen einen nachdenklich zurück, wie man seinen Tag gestalten und sein Leben leben möchte. Ästhetisch betrachtet stellt das Design der Uhr alle Elemente einer Speedy auf den Kopf. Die Tatsache, dass sie wegweisend für einige neue Design-Features bei OMEGA ist – vom weißen Zifferblatt hin zur Keramiklünette mit Super-LumiNova – macht sie irgendwie noch besonderer.


2020: Die aktuelle Snoopy Speedmaster

Nun kommen wir zur neusten Snoopy Uhr von OMEGA, der Speedmaster Co-Axial Master Chronometer Chronograph 42 mm “Silver Snoopy Award” 50th Anniversary. Anders als die ersten beiden Modelle, hat OMEGA die Produktion dieses Mal nicht limitiert. Zum goldenen Jubiläum des Silver Snoopy Award sollte also alles gut werden.

Zahlen und Fakten

Die Maße des Edelstahlgehäuses belaufen sich auf 42 mm x 14.47 mm. Wie man es auch bei einer modernen Speedmaster erwarten würde, wird das Zifferblatt durch ein gewölbtes, kratzfestes und entspiegeltes Saphirglas geschützt. Der Keramikring auf der Lünette (ZrO2) mit weißer Tachymeter Skala aus Emaile ist blau, allerdings dieses Mal ohne Super-LumiNova Beschichtung. Das gewählte Farbschema lässt sich folgendermaßen begründen: Blau und Weiß repräsentieren die Farben der Aufnäher, die sich auf den Anzügen der Apollo 13 Astronauten befanden.

Das silberne Zifferblatt (Ag925) besitzt blaue, PVD-beschichtete und eckige Stundenmarkierungen und Zeiger, sowie ein geprägtes Snoopy-Medaillon in Silber auf dem blauen Hilfszifferblatt bei 9 Uhr. Sowie auch schon bei der 2003er Version, fühlt sich Snoopy in seinem Raumanzug unübersehbar pudelwohl und trägt ihn mit Stolz.

Allerdings ist die Gehäuserückseite der eigentliche Star, genau genommen OMEGA’s NAIAD LOCK System. Dieses patentierte System verschließt Gehäuse und Gehäusedeckel miteinander und stellt sicher, dass alle Gravuren an ihrem Platz bleiben – sicherlich nicht ganz einfach bei diesem komplexen Modell.

Auf dem Gehäuseboden befindet sich ein großer Mond, der mit Hilfe eines mikrostrukturellen Metallisierungsverfahren mit Saphirglas verziert wurde. Er wurde von innen aufgetragen, sodass er sich mit der Zeit nicht abtragen kann. Hinter dem Mond taucht durch einen magisch erscheinenden Zeiger Snoopy in seinem Kommando-/Servicemodul hervor, wenn die Chronographenfunktion aktiviert wird. Eine Weltscheibe auf der rechten Seite rotiert einmal in der Minute (synchron zur kleinen Sekunde). Die Scheibe ist wirklich besonders hübsch anzusehen und verblüffend realistisch.

Für das sonderbare Schauspiel ist das Werk OMEGA Co-Axial Master Chronometer Kaliber 3861 verantwortlich. Das Handaufzug-Chronographenwerk mit Co-Axial Hemmung hebt die Snoopy Uhr auf eine neue technische Ebene. Wie der Name es bereits verrät, ist ihr Master Chronometer Werk von der METAS zertifiziert. Folglich ist das 3861 gegen Magnetfelder bis 15.000 Gauss geschützt, nicht zuletzt auch dank der Spiralfeder aus Silizium.

Das Werk wurde rhodiniert und die Brücken zeigen ein Genfer Streifen Dekor – allerdings bleiben die Veredelungen aufgrund des aufwendigen Gehäuseboden-Designs im Verborgenen. Das Kaliber 3861 hat eine Gangreserve von 50 Stunden bei einer Frequenz von 3Hz. Die Uhr wird an einem blauen Nylonarmband getragen, das durch eine Prägung auf der Innenseite die Flugbahn der Apollo 13 nachbildet.

In The Metal: OMEGA Speedmaster „Silver Snoopy Award” 50th Anniversary

Diese Snoopy Ausführung von OMEGA ist mit Sicherheit ästhetisch betrachtet die fröhlichste Version. Auch wenn man auf ihnen die lustigen und rührenden Zitate der 2015er Version vermisst. Ihre blaue-weiße Ästhetik bringt einen eher an den Strand, als ins Weltall. Das könnte Fans der Speedmaster gefallen, oder auch abschrecken.

Der magische Snoopy Zeiger auf der Gehäuserückseite ist allerdings ein herrlich-verspieltes Feature und würde wahrscheinlich sogar all denjenigen gefallen, die kein Interesse an Uhren haben, geschweige denn wissen, was ein Chronograph ist. Es ist definitiv ein auffälliger, unterhaltsamer und kreativer Schritt von OMEGA und ihrem Designteam.

Letztendlich steht die Uhr auch für OMEGA’s außerordentliche Handwerkskunst, welches die Uhrenmarke auf verschiedene Weise zeigt: vom sicheren NAIAD Schließsystem, dem lebendigen Mond-Motiv auf der Innenseite des Saphirglases, hin zum Co-Axial Master Chronometer Werk.


Unser Urteil: Wie lassen sich die Snoopy Uhren miteinander vergleichen?

Das 2003er Modell ist eine wichtige und spezielle Uhr, die seinerzeit eine neue Ära für OMEGA einläutete. Auf der anderen Seite, verglichen mit den beiden Folgemodellen, ist sie nicht allzu außergewöhnlich. Sie wird natürlich Traditionalisten gefallen, aber viele werden sich auch gefragt haben, ob OMEGA zu dieser Zeit nicht noch etwas zu vorsichtig an die Sache herangegangen ist.

Im Vergleich dazu kann das 2015er Modell bereits einige durchdachte und ausgefallene Merkmale und Zitate vorweisen. Sie kombiniert unterhaltsame und bewegende Elemente mit einem klaren und schicken Farbschema. Dass sie darüber hinaus auch noch OMEGA’s erste Speedmaster mit Keramiklünette und Super-LumiNova ist, wertet sie weiter auf.

Schlussendlich zeichnet sich mit der aktuellen 2020 Version, speziell durch die Gehäuserückseite, ein Trend ab. Es scheint fast ein wenig, als würde OMEGA die Snoopy Uhren nutzen, um zu experimentieren, Spaß zu haben und sich etwas auszutoben. Gleichzeitig sind die Uhren ihren Fans ans Herz gewachsen – ob es an der guten Handwerkskunst oder auch ihrer Lieblingszeichentrickfigur aus ihrer Kindheit liegen mag.

Zugegeben, die letzteren beiden Modelle sehen weniger wie die originalen Speedmaster Moonwatches aus, teilweise auch durch den Verzicht auf Edelstahlbänder. Dabei konnten übrigens Speedmaster Käufer schon seit Beginn der kommerziellen Produktion zwischen Stahl oder einem Lederband wählen. Außerdem sind die Details der 2015 und 2020 Version nachvollziehbar und kreativ. Wenn sie nicht wie die originalen Moonwatches aussehen, so fühlen sie sich jedenfalls so an.

Die Preise

Die 2020 Version ist um einiges teurer als die ursprünglichen Listenpreise der beiden früheren Modelle. Aber man bekommt auch einiges geboten für seine 9.400 Euro. Nicht nur die wunderschöne Gehäuserückseite, aber auch ein Master Chronometer zertifiziertes Werk.

Man sollte außerdem bedenken, wie rasant die Preise der ersten limitierten Modelle in die Höhe geschossen sind. Wir können nur spekulieren, aber die 2020 Snoopy Uhren werden schon bald ihren Höchstpreis auf dem Gebrauchtuhrenmarkt erreichen, bevor sie sich so langsam stabilisieren, wenn die Uhr wieder etwas leichter verfügbar ist. Wir werden sehen, wie OMEGA mit dem Thema Verfügbarkeit umgeht für ein Modell, das sicherlich gefragt ist – obwohl es keine offizielle Limitierung gibt.

Der Gewinner

Nachdem ich nun einige Zeit mit den drei Ausnahmezeitmessern verbringen konnte scheint es, als würde ich die Meinung der Allgemeinheit teilen. Als ich die OMEGA Snoopy Uhren zum ersten Mal nacheinander in die Hand nahm, hatte ich bereits meinen Favoriten ausgemacht – die 2015 Speedmaster „Silver Snoopy Award“ ist mein persönliches Highlight der Kollektion.

Ihr unaufdringliches Design ist beeindruckend und sie besitzt ausdrucksstarke und emotionale Design-Elemente, ohne dabei kitschig zu sein. Dafür, dass es sich hierbei in erste Linie um ein Produkt für echte Uhrensammler, Astronomie-Fans oder sogar Snoopy-Fanatiker handelt, ist sie verdammt cool.


www.omegawatches.com


Quellen:

Charles M. Schulz Museum. n.d. Charles M. Schulz Museum | Official Website. [online] Zu finden unter: <https://schulzmuseum.org/> [Aufgerufen am 27. November 2020].

Thelen, F. and Schorn, M., 2020. 10 X DNA. 1st ed. Frank Thelen Media.

Marquié, A. and Rossier, G., 2017. MOONWATCH ONLY. 1st ed. La Croix/Lutry: Watchprint.com

NASA. n.d. National Aeronautics And Space Administration. [online] Available at: <https://www.nasa.gov/> [Aufgerufen am 27. November 2020].