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Das Streben nach Harmonie und Einklang – Armin Strom Mirrored Force Resonance Guilloché Dial

Das Streben nach Harmonie und Einklang – Armin Strom Mirrored Force Resonance Guilloché Dial

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Wenn ein geübter Opernsänger voller Inbrunst seine Gesänge zum Besten gibt ist er in der Lage, mit den Schwingungen seiner Stimme eine Stimmgabel zum vibrieren zu bringen. Sie nimmt die Energie auf und wird versuchen, in derselben Frequenz zu schwingen. Wenn die Stimmgabel nun durch äußere Einwirkung aus dem Ruder läuft, wird sie stets darum bemüht sein, sich wieder in Einklang mit seinem Konterpart zu bringen. Das nennt sich Resonanz Effekt.

Im 17. Jahrhundert entdeckte der Erfinder der Pendeluhr Christiaan Huygens, dass dieses Phänomen auch einen positiven Effekt in der Uhrmacherei haben kann. Seither gab es allerdings nicht viele Uhrmacher, die dieses physikalische Phänomen erfolgreich für ihre Uhren nutzen konnten.

Damit sich zwei Oszillatoren optimal miteinander synchronisieren können, müssen sie genau aufeinander abgestimmt sein. Idealerweise sind sie identisch. Versucht beispielsweise ein Kind mit einem Erwachsenen im Gleichschritt zu gehen, gelingt das höchstens ein paar Meter.

Zwei Oszillatoren müssen allerdings nicht zwingend miteinander verbunden sein – der Opernsänger schafft es rein durch die in der Luft transportierten Frequenzen, die Stimmgabel zum schwingen zu bringen. Aber den entscheidenden Vorteil durch miteinander verbundene Oszillatoren entdeckte Christiaan Huygens, als seine Pendel an einem gemeinsamen Trägerbalken befestigt waren und der Schwung des einen Pendels die anderen Pendel in Bewegung setzte. Die ausschlaggebende Kraft-Quelle war der Balken, der die Schwingungen vom einen Pendel an das andere übertrug. Dabei ist auffällig, dass die Pendel zwar synchron, aber meistens in gegengesetzter Richtung schwingen.

Mirrored Force Resonance

Im Jahr 2016 zum Patent angemeldet, stellte Armin Strom zum ersten Mal mit seiner Mirrored Force Resonance eine Uhr vor, in der zwei Unruhen durch eine winzige Spange miteinander verbunden sind und somit die Schwingung übertragen wird. Für das Auge ist es ein wahres Spektakel.

Als wir die Uhr zum ersten Mal in den Händen halten konnten, richteten sich unsere Blicke minutenlang auf das pulsierende Herzstück der Uhr, das natürlich offengelegt wurde. Das Spektakel ist nicht nur optisch reizvoll, sondern wirkt sich auch technisch positiv auf die Genauigkeit der Uhr aus. Als Christiaan Huygens das Phänomen zum ersten Mal entdeckte war er natürlich skeptisch und davon überzeugt, dass sein von der anderen Kraftquelle beeinflusste Pendel eine gravierende Abweichung aufweisen müsste. Doch: sie laufen absolut synchron.

Durch das gegenseitige ‚befeuern’ wird sogar noch Energie gespart. Und noch mehr – der Resonanz Effekt trägt dazu bei, dass äußere Einflüsse besser absorbiert werden. Ein Stoß führt dazu, dass eine der beiden Unruhen verlangsamt wird, beschleunigt hingegen kurzzeitig das Tempo der anderen, bevor sie sich eigenständig wieder in Einklang bringen.

Armin Strom produziert den Resonanz Mechanismus für seine Mirrored Force Resonance komplett in-house. Bereits seit 2009 stellt Armin Strom autark seine Werke in der kleinen Bieler Manufaktur her und ist in der Lage, fast alle Teile eigenständig anzufertigen. Die 2017er Version Mirrored Force Resonance Guilloché Dial in Edelstahl sowie in Roségold sind mit dem ARF15 Handaufzug Werk und zwei unabhängigen, symmetrisch gespiegelten Regulatoren ausgestattet.

Armin Strom präsentierte sie 2017 mit einem hand-guillochierten Zifferblatt. Für das neue Zifferblatt-Design engagierte die Manufaktur keinen geringeren als Kari Voutilainen, den Rockstar unter den unabhängigen Uhrmachern, der unter anderem ein Meister im Veredeln und Guillochieren von Gehäusen und Zifferblättern ist.

Die Energie der beiden synchron laufenden Unruhen entlädt sich in den beiden synchron laufenden Sekunden-Anzeigen – sie laufen allerdings in entgegengesetzter Richtung. Armin Strom hat die Ziffern der einen Sekunden-Anzeige daher charmant rückwärtslaufend angeordnet. Optisch passieren daher zwei unterschiedliche Dinge auf dem Zifferblatt, die aber letztendlich die selbe Funktion anzeigen.

Man könnte es so formulieren, die eine Sekundenanzeige bringt einen zurück in die Vergangenheit, die andere in die Zukunft. Durch den Drücker bei 2 Uhr lassen sich beide Sekunden-Anzeigen auf Null stellen. Zurück also in die Gegenwart.

www.arminstrom.com