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A Closer Look: Die Faszination hinter der Richard Mille RM UP-01 Ferrari
Titelbild-RM-UP-01-Ferrari-Am-Handgelenk

A Closer Look: Die Faszination hinter der Richard Mille RM UP-01 Ferrari

In der Uhrmacherei gilt es als eine der Königsdisziplinen, komplexe Uhrwerke mit nur wenigen Millimetern Höhe zu bauen. Inspiriert von der Faszination der Reduzierung der Gehäusegröße und des Uhrwerks schaffen es die Manufakturen ihr immer wieder neue Konzeptionen abzugewinnen. Je flacher das Gehäuse, umso komplexer die Konzeption des Uhrwerks, da die Teile selbstverständlich der geringen Höhe angepasst werden müssen und damit auch mit ihr kleiner werden. Der besondere Reiz flacher Uhren begründet sich nicht zuletzt in ihrer eleganten Ausstrahlung, mit unvergleichbarer Leichtigkeit schmiegen sie sich buchstäblich an das Handgelenk an.

Der Drang und die Fantasie nach immer flacheren Uhren haben die Innovationen in der Uhrmacherei stets vorangetrieben. Mit dieser Ambition liefern sich Marken wie Bulgari und Piaget seit Jahrzehnten einen regelrechten Wettkampf um die flachste Uhr der Welt. Diesen ruhmreichen Rekord trug bis zuletzt die Bulgari Octo Finissimo Ultra, doch nun wurde sie vom neuen Spitzenreiter, der Richard Mille UP-01 Ferrari vom Thron gestoßen. Durch immer neue hochkreative Produktionsverfahren und Innovationen, um die Höhe der Uhrwerke zu reduzieren, gleicht es schon fast dem Rennen zum Mond – und Richard Mille ist SpaceX.

Wir konnten die RM UP-01 Ferrari kürzlich in der Richard Mille Boutique in München live sehen und ein differenziertes Gefühl für die Uhr zu bekommen. Deshalb werden wir in diesem Artikel einen Blick auf die Faszination hinter der neuen flachsten Uhr der Welt, der RM UP-01 Ferrari werfen, was das hauchdünne Erscheinungsbild möglich macht und ihre Besonderheiten rauskristallisieren. Natürlich schauen wir uns dazu zuerst die bisherigen flachsten Uhren an.


Die flachen Spitzenreiter von Piaget und Bulgari


Piaget, das Symbol der flachen Armbanduhr

Seit 1957 steht Piaget als Symbol für flache Armbanduhren und hatte sich bereits 2014 bei seiner Altiplano 900P – der damals flachsten mechanischen Armbanduhren der Welt, die unglaubliche 3,65 mm dick ist – des Fusionskonzepts bedient. Dieses zeichnete sich durch die Verschmelzung von Gehäuse und Uhrwerk aus, was die traditionelle Bauart überstieg und somit viel Möglichkeit für Innovationsgeist ließ.

Die Altiplano 900P

Bei der Neuheiten-Präsentation der SIHH im Jahr 2018 stellte Piaget mit der Altiplano Ultimate Concept die damalige flachste mechanische Uhr der Welt vor. Wen man den Blick in die Vergangenheit richtet und nun in die Gegenwart blickt, definierte das Modell mit einer Höhe von 2 mm den Hintergrund für neue Grenzen des Mikroengineerings in der Uhrmacherei und machte gleichzeitig den Weg frei, für das, was noch erreicht wurde. Dank eines Gehäuses, das zugleich Teil des Uhrwerks war, sowie eine integrierte Krone und ein ultraflaches Uhrenglas wurde diese Höhe erzielt. Zudem prägten folgende Fragen das allgemeine Bewusstsein: könnte man dieses ambitionierte Experiment in relevanten Mengen herstellen und sind diese alltagstauglich?

Die Altiplano Ultimate Concept

Piaget fand Antwort auf der Watches & Wonders 2020. Im Mittelpunkt: die Altiplano Ultimate Concept, welche nun mehr kein Experiment war, sondern zur voll entwickelten, praxiserprobten Armbanduhr emanzipierte, die es jetzt auch zu kaufen gab. Die Uhr ist so flach, dass nur 0,12 mm zwischen dem Kobaltwerk und der Haut des Uhrenträgers liegen – so wenig Höhe bringt eine weitere Herausforderung mit sich: Auch die Art der Zeitanzeige musste hier völlig neu überdacht werden. Statt eines oben auf der Brücke montierten Zifferblatts mit zwei Zeigern hat die Altiplano Ultimate Concept ein Zifferblatt, das unter der Brücke liegt. Unbestritten technisch anspruchsvoll enthält die Altiplano Ultimate Concept trotz ihrer geringen Bauhöhe 283 Einzelteile und führte durch ihre Innovationen dazu, dass 5 Patente angemeldet wurden.

Persönlich bin ich der Meinung, dass diese ambitionierte Uhr retrospektiv eine sehr gelungene Kombination aus Forschungs- und Entwicklungsaufwand verbindet. Außerdem lässt sich die Uhr in hohem Maße selbst konfigurieren. So können die Käufer bestimmen, welche Farbe das Gehäuse, die Platine, das Zifferblatt – wirklich alles – haben soll. Somit setzt die Altiplano Ultimate Concept nicht nur in der Technik keine Grenzen, sondern auch in der Selbstdarstellung.

Bulgaris rekordbrechende Ikone

Die Octo Finissmo hat sich seit ihrer Vorstellung im Jahre 2014 als Galionsfigur der Bulgari Uhrensparte etabliert und seitdem mehrere Weltrekorde aufgestellt. Anlässlich der Geneva Watchdays 2020 wurde die Bulgari Octo Finissimo Tourbillon Chronograph Skeleton vorgestellt. Mit einer Höhe von 7,4 mm war sie die damalige dünnste automatische Uhr, die mit einem Monodrücker-Chronographen und einem Tourbillon ausgestattet ist. Damit war sie die sechste Kreation des Hauses, die auf dem Weltrekordpodium stand.

Die Bulgari Octo Finissmo Tourbillon Chronograph Skeleton

Mit der Octo Finissimo Ultra demonstrierte Bulgari im März 2022, wer der Sieger im Wettstreit um die flachste Uhr der Welt war und stoß damit die Altiplano Ultimate Concept vom ersten Platz. Mit einer erstaunlichen Gesamthöhe von 1,80 mm schwemmte der Zeitmesser damals alle Zweifel hinweg. Mit der Konstruktion bricht Bulgari wie auch Piaget mit alten Traditionen und hebt diese in neue Dimensionen. Auf eine innovative Weise nutzt die Octo Finissmo Ultra den Gehäuseboden als Hauptplatine, auf der die 170 Komponenten des Kalibers BVL 180 verbaut sind.

Die Bulgari Octo Finissmo Ultra

Mit einem gravierten QR-Code auf dem Sperrrad des Federhauses ermächtigt sich die Tradition der modernen virtuellen Welt. Mit diesem Code kann der Besitzer exklusive Inhalte im Metaversum freischalten. Hier betritt der Träger eine virtuelle Welt mit exklusiven Inhalten wie Interviews und einem 3D-Flug durch das Uhrwerk – und schafft somit eine sehr flache Brücke zwischen virtueller und realer Welt.  Außerdem ist jede Uhr mit einem NFT-Artwork verbunden, das die Authentizität der Uhr garantiert.


Die RM UP-01 Ferrari: Flachheit in neuen Dimensionen


Was begeistert uns an ultraflachen Uhren? Ist es das Höchstmaß an technischem Know-how, welches in diese Meisterstücke fließt, den Rausch der Geometrie und Innovation? Ich denke, es ist eine Mischung aus allem. Die kompromisslose Antwort von Richard Mille auf diese Frage ist die RM UP-01 Ferrari. In Kollaboration mit Ferrari darf sich Richard Mille mit der RM UP-01 Ferrari als Gewinner des Rennens um die flachste Uhr der Welt fühlen und Ferrari steht hier symbolisch für den Motor, der zur Erreichung des Ziels beitrug. Die neue flachste Uhr der Welt stilisiert sich als ein beschwörender Zeitmesser, der eine unerhörte Planmäßigkeit und Innovationsgeist der beiden Kollaborationspartner mit sich bringt. Dieses Modell bricht nicht nur mit den etablierten stilistischen Codes der Marke, sondern setzt neue Grenzen des Möglichen, indem es die Herausforderung der Ultraflachheit annimmt. Mit einer Dicke von nur 1,75 Millimetern ist die RM UP-01 Ferrari ein visionäres Stück, welches das Ergebnis jahrelanger Arbeit, Dutzender Prototypen und mehr als 6.000 Stunden Entwicklungs- und Labortests ist.

Kürzlich durften wir die RM UP-01 Ferrari in der Richard Mille Boutique in München zu Gesicht bekommen. Auf mich wirkte die Uhr in ihrer Leichtigkeit und Ultraflachheit fast schon surreal und überstieg mit ihren 1,75 mm alle meiner Erwartungen. Um die Flachheit des Zeitmessers noch besser zu visualisieren, hielten wir zum Vergleich ein 2-Euro-Stück neben das Gehäuse und zu unserem Erstaunen überstieg die Dünne der Uhr die der Münze. Probieren Sie es selbst; nehmen Sie sich eine 2-Euro-Münze und stellen Sie sich eine Uhr vor, die so flach ist, dass sie die Dicke der Münze um 0,20 Millimeter unterbietet.

Bei der RM UP-01 Ferrari gibt die Technik die Optik vor und nicht andersherum. Das fällt primär beim Gehäuse auf, welches auf eine Tonneau-Form mit 51 mm Länge und 39 mm Breite setzt. Als Material für das Gehäuse wurde Grad 5 Titan gewählt, das die Vorteile von Leichtigkeit und extremer Widerstandsfähigkeit vereint. Nicht zuletzt verleiht es der Uhr ihren technischen Look. Sowohl die Front als auch der Gehäuseboden sind in einem satinierten Finish gehalten, polierte Abschrägungen an den Kanten vollenden die Ästhetik. Insgesamt halten 13 Spline-Schrauben das Gehäuse zusammen.

Auch die Zeitanzeige, die auf der Mittelachse der Front untergebracht ist, schafft es, eine neue elegante Wirkung abzugewinnen. Ziffern und Indizes rund um die Aussparung bringen für mich den Geist Richard Milles auf die Uhr. Zwei Scheiben, die direkt mit dem Räderwerk verbunden sind, zeigen die Stunden und Minuten an. Darüber liegt ein schützendes Saphirglas. Daneben ist die Unruh zu sehen, die durch ein 0,2 mm dickes Glas bei der Arbeit betrachtet werden kann. Das ikonische Ferrari Emblem, Cavallino rampante, wurde per Laser eingraviert, ebenso wie alle anderen Zeichen des Gehäuses. Um bei der Dünne der Uhr keine Kompromisse einzugehen, hat Richard Mille zwei Kronen in das Gehäuse integriert, eine für die Funktionsauswahl, die andere für die Einstellung der gewählten Funktion. Um sie aufzuziehen und einzustellen können sowohl Finger als auch ein spezielles Aufzugswerkzeug verwendet werden.

Natürlich hat Richard Mille zuvor mit der RM 67-01 extra flat, die sich in einer Höhe von 7,75 mm präsentierte, einen kleinen Vorgeschmack geboten, was die Manufaktur in Sachen flachen Uhren zu bieten hat. Doch mit der Lancierung der RM UP-01 Ferrari hat wirklich niemand gerechnet. Interessant ist in dieser Hinsicht auch zu erwähnen, dass Richard Mille die RM UP-01 Ferrari nie als die flachste Uhr betitelt hat, ob das schon als Eitelkeit zu werten ist, sei aber jedem selbst überlassen.

Die RM 67-01 Extra Flat

Förderlich für die Erreichung der Ultraflachheit war definitiv die Zusammenarbeit mit Audemars Piguet Renaud & Papi in Le Locle, um zusätzliche Expertise einzuholen. Im Gegensatz zu der Bulgari Octo Finissimo Ultra verfolgt Richard Mille einen traditionellen Ansatz, bei dem das Werk auf einer eigenen Grundplatine sitzt und nicht in den Gehäuseboden integriert ist. Diese Entscheidung macht die RM UP-01 Ferrari alltagstauglich, da unter allen Umständen eine absolute Stoßfestigkeit gewährleistet wird.

Um die Dicke des Kalibers auf ein Minimum zu reduzieren, haben die Ingenieure von Richard Mille eine ultraflache Hemmung mit einer Unruh mit variablem Trägheitsmoment aus Titan kombiniert. Das extraflache Federhaus mit einer außergewöhnlichen Spiralfeder gaben sie sogar zur Patentierung frei. Die Zeiger wurden dazu direkt auf die Räder übertragen. Die Unruh arbeitet mit einer Frequenz von 4 Hertz und kann mit sechs Gewichten reguliert werden, während das Federhaus nach Vollaufzug eine Gangreserve von circa 45 Stunden bietet.

Zusammenfassend löst die RM UP-01 Ferrari für mich Technik und Eleganz gekonnt im Wechsel ab. Sie ist das Produkt eines gelungenen Zusammenspiels der wichtigsten ästhetischen und moralischen Elemente von Richard Mille und Ferrari zugleich. Die RM UP-01 Ferrari lässt ihre Konkurrenz im Staub zurück. Wer sie in ihrer Flachheit überbieten kann und wie lange sie ihre Pole-Position behalten wird, kann nur die Zukunft zeigen. In jedem Fall aber ist sie ein Meilenstein für Richard Mille und für die Uhrenindustrie. Für das technologische Meisterwerk lässt sich Richard Mille gebührend entlohnen, für satte 1.700.000 CHF kann ein Interessent die Uhr erwerben. Kandidaten können sich für den Kauf der Uhr bei einer der Richard Mille Boutiquen bewerben und um eine Zusage hoffen.


www.richardmille.com