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Unsere Top 12 Uhren der SIHH 2019

Unsere Top 12 Uhren der SIHH 2019

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Eine spannende und inspirierende Woche geht zu Ende. Wir sahen doppelte Monde, einen Candy-Shop voller quietschbunter Zeitmesser und einen Lamborghini fürs Handgelenk. Wir konnten erfahren, dass man mit recycelten PET Flaschen nachhaltig Uhrmacherei betreiben kann, eine Gangreserve von 65 Tagen (Weltrekord) möglich ist und dass eine neue Trendfarbe auf dem Vormarsch ist. Hier kommen unsere Highlights von der diesjährigen SIHH Uhrenmesse in Genf. 


Kategorie: Pure Ästhetik

  • A. Lange & Söhne Zeitwerk Date

Als die ‚Zeitwerk‘ vor 10 Jahren zum ersten Mal lanciert wurde, war sie schon ein Blickfang – die erste mechanische Uhr mit exakt springender Digital-Zeitanzeige. Sie ist inzwischen zu einer Ikone in der gehobenen Gesellschaft mechanischer Zeitmesser geworden. Das Design wird unverwechselbar mit A. Lange & Söhne in Verbindung gebracht. Zum 10-Jährigen Jubiläum hat die Manufaktur nun die ‚Zeitwerk‘ zum ersten Mal mit einer Datumsanzeige versehen. Und da auf dem Zifferblatt die reine Ästhetik der digitalen Anzeige ungestört im Fokus stehen soll, wurde sie durch eine mechanisch raffinierte Technik außenliegend angebracht. Unterhalb der Datumsanzeige dreht sich somit ein Ring mit roter Markierung, der täglich um Mitternacht um einen Schritt weitergeschaltet wird und auf das aktuelle Datum verweist. 

  • Vacheron Constantin Overseas Ewiger Kalender Extraflach in Roségold

Bei dieser Uhr ist es die gelungene Kombination aus allen Design-Elementen, welche das äußere Erscheinungsbild entscheidend prägt. Die ‚Overseas‘ Kollektion wurde als sportliche Reiseuhr bekannt, die aber dennoch so wandelbar ist. Auf der Messe stellt Vacheron Constantin nämlich eine Version komplett in Roségold (18 Karat 5N) vor, die sich nicht auf ein Genre reduzieren lässt. Die neue Overseas Ewiger Kalender Extraflach hat ein weißes Zifferblatt und die typische Lünette, die an das Malteserkreuz im Logo der Maison erinnert. Mit dem Ewigen Kalender macht sie technisch einiges her, bleibt aber im Design mit ihrem extraflachen Kaliber 1120 QP/1 unaufdringlich und stilvoll schön, ganz den Werten der Ästhetik getreu.


Kategorie: Design

  • Hermès Arceau L’Heure De La Lune Double Moon Phase

Hermès gibt uns auf kunstvolle Art und Weise einen anschaulichen Einblick in die Gesetze der Astronomie. Befindet man sich auf der Nordhalbkugel, erscheint optisch die Phase des Mondes natürlich anders, als von der Südhalbkugel aus gesehen. Da man dort quasi auf dem Kopf steht, erscheint auch die Mondphase umgekehrt. Die Arceau L’Heure De La Lune Double Moon Phase zeigt die Mondphasen der südlichen wie nördlichen Hemisphäre anhand zweier Mondscheiben an, die unterhalb der beiden Scheiben für Zeit und Datum rotieren. Diese rotieren so getaktet, dass die höher liegenden Scheiben die Ausschnitte des Mondes entsprechend verdecken oder freilegen, so wie der Mond auch in Echtzeit von beiden Standorten aus erscheint. Eine Mondanzeige für beide Hemisphären ist alleine schon recht außergewöhnlich, Hermès schafft es aber, diese durch ein spielerisches Design so simple aussehen zu lassen. 

  • Roger Dubuis Excalibur Huracán Performante

Die Herausforderung, ein Autodesign in eine Uhr zu implementieren ist vorstellbar groß. Ein gelungenes Beispiel liefert Roger Dubuis mit der Kollektion ‚Excalibur‘. Insbesondere die Excalibur Huracán Performante strotzt von der lautstarken Attitüde eines Lamborghini Sportwagen. Die gelben Elemente erinnern an den typischen Farbcode von Lamborghini. Auf dem skelettierten Zifferblatt ist ein nachgebildeter Kühlergrill angebracht. Der Aufzugsrotor ist von den Felgen des Huracán nachempfunden. In das Armband ist derselbe Gummi eingearbeitet, wie er bei den Pirelli Reifen der Autos zum Einsatz kommt. Die Verschmelzung von Auto- und Uhrendesign ist geglückt und überzeugt uns. 88 Stück dürfen sich jetzt auch an den Handgelenken von Liebhabern beweisen.


Kategorie: Komplikation

  • Jaeger-LeCoultre Master Grande Tradition Gyrotourbillon Westminster Perpetual

Die neue Große Komplikation von Jaeger-LeCoultre hat gerade einmal einen Gehäusedurchmesser von 43 Millimetern. Darin werden allerdings gewaltige Kräfte freigesetzt, zumindest in Relation zu dem vergleichsweisen kleinen mechanischen Körper. Denn in diesem befindet sich ein mehrachsiger Tourbillon (Gyrotourbillon), ein ewiger Kalender, eine Westminster Repetition mit Westminster Schlag und eine springende Minutenanzeige. Für die nötige Energiequelle wurde zum ersten Mal ein Konstantkraft-Mechanismus integriert, also eine sekundäre Energiequelle. Eine zwischengeschaltete Feder (remontoir d’égalité), die durch die Hauptfeder mit aufgezogen wird, versorgt das Tourbillon kontinuierlich mit derselben Energie.

  • Vacheron Constantin Traditionnelle Twin Beat Perpetual Calendar

Diese neue Komplikation von Vacheron Constantin könnte auch als die Innovation des Jahres tituliert werden. Denn die Maison hat sich dem Jahrhunderte alten Problem zur Gangautonomie angenommen – und eine entscheidende Verbesserung erzielt. Wird eine mechanische Uhr nicht getragen oder manuell aufgezogen, stoppt sie gewöhnlich nach spätestens 8 Tagen. Sie muss dann neu gestellt werden, was besonders bei Kalenderanzeigen aufwendig ist. Mit der neuen ‚Twin Beat‘ bekommt nun zum ersten Mal eine Uhr ein verlängertes eigenständiges Leben. Die Lösung – eine zweite Unruh, die für den Standby-Modus konzipiert wurde und dabei eine Gangreserve von 65 Tagen garantiert. Dazu fährt sie auf eine Frequenz von 1.2 Hertz herunter, wenn sie nicht in Gebrauch ist, was ihr reicht, um alle Funktionen in der Ruhephase für 65 Tage aufrecht zu halten. Ein cleverer Mechanismus sowie die Speicherung von Energie ermöglichen es der Unruh, sogar die springende Anzeige des Ewigen Kalenders zu bewerkstelligen, selbst wenn zum Jahreswechsel alle drei Anzeigen gleichzeitig springend schalten.


Kategorie: Avantgarde

  • Richard Mille RM 37-01 Automatic Kiwi

Richard Mille gehört inzwischen ganz klar zur Avantgarde der Uhrenindustrie. Seit ihrer Gründung vor 20 Jahren widmen sie sich progressiv der Innovation von Technik und Materialien. Mit ihrer neuen ‚Bonbon‘ Kollektion unterstreichen sie diese Haltung noch mal. Sie widersetzt sich so radikal allen gegenwärtigen Trends – und ist dabei so verführerisch. Denn Design Direktorin Cécile Guenat hat sich zehn zuckersüße Modelle ausgedacht, die den kompletten Stand auf der Messe in einen Candy-Shop verwandelten. Somit sind auch die Uhren geprägt von süßen Früchten und Süßigkeiten. Die Modelle der Marke RM 07-03, RM 16-01 und RM 37-01 wurden radikal umgestaltet. Dabei wurde aber das savoir-faire von Richard Mille nicht vernachlässigt. Die Gehäuse bestehen aus farbiger Keramik, Karbon TPT und Quarz TPT. Die winzigen Komponenten bestehen teilweise aus Emaille, wurden mit Acryl gefärbt und von Hand lackiert. Die Platinen bestehen aus Titan Grad 5 und wurden gleichermaßen maschinell bearbeitet und skelettiert, wie es die Uhrmacherei vorsieht. Unsere größte Versuchung: die RM 37-01 Automatic Kiwi.

  • Panerai Luminor Submersible Mike Horn Edition

Es muss nicht immer rein mechanisch fortschrittlich sein, es ist gleichermaßen spannend zu sehen, wenn Ressourcen zugunsten der Umwelt geschont werden. Panerai ist hier nicht untätig und unterstützt seit einiger Zeit Umweltprojekte. Der Aktivist Mike Horn ist schon seit 15 Jahren Markenbotschafter, dem Panerai nun zwei neue Modelle (PAM00984 und PAM00985) gewidmet hat. Gehäuse, Kronenschutzbrücke, Lünette und Gehäuseboden sind aus ‚Eco-Titan‘ gefertigt, welches ausschließlich aus recyceltem Titan gewonnen wird. Das Armband wurde aus recyceltem PET Material hergestellt. Die PAM00985 ist auf 19 Stück limitiert und ermöglicht jedem Besitzer beim Kauf ein mehrtägiges Intensivtraining mit Mike Horn im arktischen Eis, um mehr über die Bedrohung unseres Ökosystems zu erfahren. Übrigens ist auch die im Jahr 2017 neu eröffnete Manufaktur von Panerai mit den modernsten Energiespartechnologien ausgestattet.


Kategorie: Retro

  • IWC Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Spitfire

Die Spitfire Kollektion von IWC ist von den ersten Pilotenuhren der Marke, der Mark XI inspiriert. Die Uhren zeichneten sich in erster Linie durch ihr minimalistisches Design und ihre gute Ablesbarkeit aus. Sie vereinten aber auch Schweizer Handwerkskunst mit Ingenieurskunst und waren ästhetisch wie funktionell. Seit 2003 lebt das Erbe in den Spitfire Modellen weiter – die neu vorgestellten Modelle haben nun zum ersten Mal ein eigenes IWC-Manufakturkaliber erhalten. Ihr Design ist aber immer noch so authentisch, als hätte man die Uhren in ausrangierten Kampfflugzeugen von damals gefunden, und ihnen mit modernen Werken ein neues Leben eingehaucht. Die neue Big Pilot’s Watch Perpetual Calendar Spitfire unterstreicht die Funktionalität besonders deutlich. Mit einem Gehäusedurchmesser von 46.2 Millimetern lässt sich die Zeit nicht mehr übersehen. Der Retro Look wird durch das grüne Zifferblatt, dem Bronze Gehäuse und dem braunen Kalbslederband komplettiert.

  • Laurent Ferrier Galet Annual Calendar School Piece

Laurent Ferrier ist ein begnadeter Uhrmacher mit sehr klassischen Ansätzen in Form und Designsprache. Mit der neuen Galet Annual Calendar School Piece greift er nun die Jahreskalender der 1940er Jahre auf, deren Datumsanzeige außenliegend auf dem Zifferblatt angebracht wurde. Zeiger und Ziffern zeigen sich im Vintage-Look auf einem weißen oder schwarzen Opalin-Zifferblatt. Opalin erinnert an einen dekorativen Glas-Stil aus Frankreich des 19. Jahrhunderts. Das Resultat: Retro-Pur, ohne verstaubt zu wirken.


Kategorie: Trendfarbe

  • A. Lange & Söhne Datograph Perpetual Tourbillon

Blau ist zwar immer noch eine Trendfarbe in den Kollektionen der Uhrenmarken, aber bei der diesjährigen Uhrenmesse hat sich noch ein weiterer Farbton etabliert: ‚Salmon‘, also Lachsfarben. Wohingegen die Uhrenmarken selber den Farbton als ‚Rotgold‘ bezeichnen, da das Zifferblatt letztendlich auch aus massivem Rotgold gefertigt wurde, trifft es Lachsfarben irgendwie besser. Und dieser Farbton ist nun auch auf der neuen Datograph Perpetual Tourbillon von A. Lange & Söhne zu bewundern. Das Modell wurde 2016 zum ersten Mal mit einem schwarzen Zifferblatt präsentiert, verfügt über einen springenden Minutenzähler mit Flyback-Funktion, einem Ewigen Kalender, Mondphasenanzeige, Gangreserveanzeige, Großdatum, sowie einem Tourbillon, der allerdings nur über die Gehäuserückseite zum Vorschein kommt. Wir haben eine Schwäche für die neue Trendfarbe, die übrigens besonders gut mit einem Edelstahl (bzw. Weißgold) Gehäuse harmoniert.

  • Audemars Piguet Royal Oak ‚Jumbo‘ Extraflach

Als die Royal Oak 1972 erstmals lanciert wurde, schien sie alles andere als ein Trendsetter zu sein. Design, Material und Größe wollten nicht so richtig an den Mann gehen. Nun ist sie eines der gefragtesten Modelle weltweit. Die neue Royal Oak ‚Jumbo’ Extraflach war nicht umsonst eines der ‚hot pieces’ der Messe. Audemars Piguet setzt nämlich noch einen drauf und kombiniert das lachsfarbene Zifferblatt neben einem Weißgold-Gehäuse auch mit einem Armband aus dem 18-karätigen Edelmetall. Dabei ist das Zifferblatt keineswegs neu. Bereits im Jahr 1992 stellte Audemars Piguet erstmals anlässlich des 20. Geburtstags der Royal Oak das roségoldene Zifferblatt mit dem markanten ‚Petite Tapisserie’-Motiv vor.


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