In the Metal: Parmigiani Fleurier Tonda Tondagraph GT
Unabhängig von Design oder Form, alle Uhren zeigen die Zeit an. Doch welche Komplikationen erweisen sich im Alltag eigentlich neben dieser essentiellen Funktion als nützlich? Geht es nach Parmigiani Fleurier, so lautet die Antwort: ein Jahreskalender und ein Chronograph. Es sind auch diese beiden Funktionen, die den neuen limitierten Tonda Tondagraph GT des Schweizer Uhrenhauses auszeichnen.
Einen Jahreskalender und Chronographen in eine Uhr zu packen ist so ungewöhnlich, dass es sich lohnt, den Tonda Tondagraph GT von Parmigiani Fleurier einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Einige der wenigen Modelle, die mir hier in den Sinn kommen sind die 5960 Modelle von Patek, der Heritage Bicompax Annual Calender von Carl F. Bucherer oder der Marine Chronograph Annual Calendar von Ulysse Nardin. Im Vergleich zu ewigen Kalendern (die häufiger mit Chronos kombiniert werden) sind Jahreskalender ein kleinwenig einfacher zu entwickeln und etwas aufwendiger in der Pflege, da sie einmal im Jahr (Ende Februar) gestellt werden müssen. Das bedeutet aber nicht, dass sie nicht trotzdem äußerst kompliziert sind; denn einen Chronographen mit einem Jahreskalender zu kombinieren ist eine Meisterleistung für sich.
Das Design
Verantwortlich für das Design des Tonda Tondagraph GT ist Dino Modolo. Ein viel beachteter Designer, der in seinem Lebenslauf bereits eine Zusammenarbeit mit renommierten Uhrenhäusern wie Vacheron Constantin, Raymond Weil und der Gucci Gruppe vorweisen kann. Das Besondere an Modolos aktuellem Projekt mit Parmigiani ist in erster Linie die gute Ablesbarkeit der Uhr. Das ist vor allem auf das auffällige Farbschema zurückzuführen.
Das Zifferblatt ist schwarz und verfügt über aufgesetzte Stabindexe, wohingegen das Datum und Monat des Jahreskalenders orange sind. Somit wird die Aufmerksamkeit zunächst auf das große Datumsfenster bei 12 Uhr gelenkt, bevor der Blick auf die Monatsanzeige bei 3 Uhr schweift. Nachts leuchten die Stundenmarkierungen durch Super-LumiNova hell auf, während die deltaförmigen Stunden- und Minutenzeiger schlicht und einfach skelettiert sind.
Michel Parmigiani ist bekannt dafür gesagt zu haben: „Wenn man lernt hinzusehen, wird sich die Kunst offenbaren“. Das Zitat des Firmengründers trifft sicherlich auch auf den Tonda Tondagraph GT zu. Denn auf den zweiten Blick steckt die Uhr tatsächlich voller feiner Details. Um den Funktionen der Uhr gerecht zu werden, kombiniert das Uhrenhaus Haute Horlogerie Verarbeitung mit sportlichen Details. Das Zifferblatt würdigt die Eleganz der Jahreskalenderfunktion durch das edle Guilloché-Clous-Triangualire-Finish und eine fein geriffelte Lünette.
Gleichzeitig besitzt der Zeitmesser zugunsten des Chronos sportliche Details mit gewundenen 30-Minuten und 12- Stunden Hilfszifferblättern bei 6 und 9 Uhr, sowie einem gewundenen Außenring. Die behutsam in das Gehäuse eingebetteten Chronographendrücker lassen sich geschmeidig bedienen und haben zugleich eine hochwertige und robuste Haptik.
Das Armband
Am sportlichsten zeigt sich die Tonda Tondagraph GT jedoch am Armband. Das 42 mm Edelstahlgehäuse wird entweder an einem integrierten Stahlarmband oder einem schwarzen Kautschukband getragen. Das Kautschukband der Tonda ist zweifellos eines der bequemsten überhaupt – es sitzt einfach unglaublich gut am durchschnittlichen männlichen Handgelenk (ungefähr 18 mm). Es passt nicht nur optimal, sondern fühlt sich auch gut an; das Kautschuk ist nämlich spürbar weich und anschmiegsam.
Der einzige Kritikpunkt ist, dass sich die Krone am Handgelenk etwas zu groß anfühlt – und auch aussieht – was nach ein paar Tagen Tragen zu leichten roten Stellen am Handgelenk führen kann. Das ist natürlich in gewissem Maße auch vom Träger abhängig. Trotzdem sitzt die Gehäusegröße (plus 13.7 mm Höhe) in Kombination mit dem integrierten Kautschukarmband perfekt am Handgelenk.
Das Uhrwerk
Das Kaliber der Tonda Tondagraph GT mit seinen beiden in Kombination eher außergewöhnlichen Funktionen nennt sich PF043. Dieses automatische Manufakturwerk bietet Stunden, Minuten, einen Jahreskalender, einen Chronographen, ein Großdatum und kleine Sekunde. Das Kaliber ziert ein feines Dekor in Form von Côtes-de-Genève-Streifen und bietet eine Gangreserve von 45 Stunden bei einer Frequenz von 4 Hz. Das hübsche Finish und der 22-Karat-Goldrotor kommen über den entspiegelten Saphirglasboden zum Vorschein.
Tonda Tondagraph GT: Unser Urteil
Technisch zeichnet sich der Tonda Tondagraph GT durch seine seltene Kombination der beiden Komplikationen aus. Und äußerlich ist es das gelungene Design der Uhr, das sie so interessant macht. Parmigiani Fleurier ist der Spagat gelungen, feine Uhrmacherkunst mit sportlicher Eleganz zu vereinen. Sie ist ein perfekter Zeitmesser für alle Männer, die einen hochwertigen Chronographen suchen, der das Uhrmacherhandwerk auf höchstem Niveau bietet. Das maskuline und unverwechselbare Design sowie die ungewöhnliche Kombination der beiden Funktionen wird der Limitierung des Modells gerecht. Der Jahreskalender hat bei dieser Uhr gegenüber dem ewigen Kalender klare ästhetische Vorteile; mit einer Mondphase wäre das Zifferblatt der Tonda wohlmöglich zu unruhig und weniger gut ablesbar – und es ist genau das, was man bei diesem sportlichen aber aufgeräumten Modell zu schätzen weiß.
Das Design der Uhr birgt noch einen zweiten Vorteil; seine Vielseitigkeit. Die Uhr passt genauso gut ans Handgelenk eines Mannes, der gerade ein paar Tennisbälle schlägt oder durch Le Mans düst. Und gleichermaßen macht er mit seiner handwerklichen Veredelung und dennoch dezentem Auftreten eine gute Figur zu einem Anzug und begleitet uns zur nächsten Abendgala. Das macht den Tonda Tondagraph GT gleich doppelt interessant. Doch man sollte sich bewusst sein, dass dem sportlichen Modell auch Grenzen gesetzt sind – beim Wassersport sollten Sie lieber aufpassen, auch wenn die Krone verschraubt ist, allerdings die Drücker nicht. Denn bei großem Druck kann durch die Chronographen-Drücker Wasser eintreten. Uhrenhäuser schmücken sich gerne mit dem Begriff „wasserfest“, was aber nicht gleich impliziert, dass die Uhren „wasserdicht“ sind. Das trifft nun nicht explizit auf dieses Modell zu, doch man sollte grundsätzlich vorsichtig sein.
Zu guter Letzt lohnt ein weiterer Blick auf die Funktionen; Jahreskalender und Chronograph. Warum ist die Kombination so wichtig? In der Uhrenwelt ist Seltenheit immer etwas Besonderes; das macht sich auch Parmigiani zu eigen. Ein Jahreskalender ist in der Herstellung nicht nur etwas einfacher zu produzieren und damit etwas günstiger, sondern steigert vermutlich auch die Nachfrage, als wenn das Uhrenhaus einen ewigen Kalender verbaut hätte. Begrenzt auf 200 Stück und zu einem Preis von 18.500 Euro hat diese limitierte Edition daher das Zeug, ziemlich erfolgreich zu sein.
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