Was ist eine Uhr mit einem Ewigen Kalender?

Unter Sammlern und Herstellern hat sich der englische Begriff „Perpetual Calendar Watch“ etabliert. Auf Deutsch sprechen wir von einer Uhr mit Ewigem Kalender. Doch was genau macht und kann eine Uhr mit Ewigem Kalender eigentlich? Bei einer Uhr mit Ewigem Kalender ist das Kalendermodul so programmiert, dass es Datum, Monat, Wochentag sowie die Mondphase automatisch korrekt anzeigt. Und somit auch ein Schaltjahr mit berücksichtigt.

Im Gegensatz dazu kennt eine einfache Datumsuhr nur 31 Tage, das heißt, in kürzeren Monaten muss der Träger von Hand weiterschalten. Ein Jahreskalender wiederum erkennt zwar die unterschiedlichen Längen der Monate, scheitert aber am 28. Februar und muss dann einmal im Jahr korrigiert werden. Der Ewige Kalender geht zusätzlich den entscheidenden Schritt: er berücksichtigt nicht nur 30- und 31-tägige Monate, sondern auch den Februar mit 28 Tagen sowie den 29. Februar, wenn es sich um ein Schaltjahr handelt.

Geschichte der Uhren mit Ewigem Kalender und die erste Ewige Kalenderuhr überhaupt

Die Wurzeln des Ewigen Kalenders reichen ins 18. Jahrhundert zurück. Als Erfinder der Komplikation gilt der englische Uhrmacher Thomas Mudge, der um 1762 eine Taschenuhr mit Ewigem Kalender baute, ein Werk, das die unterschiedlichen Monatslängen sowie den 29. Februar in Schaltjahren bereits mechanisch mitberücksichtigte. Damit legte er den Grundstein für alles, was später an hochkomplexen Uhren entstehen sollte. Über ein Jahrhundert hinweg blieb der Ewige Kalender eine Taschenuhr.

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Erst im 20. Jahrhundert wanderte die Komplikation langsam ans Handgelenk. Als erste Ewige Kalenderuhr fürs Handgelenk gilt heute weitgehend die Patek Philippe Referenz 97975 von 1925. Interessant ist dabei, dass das verwendete Werk ursprünglich für eine Damen-Anhängeruhr aus dem Jahr 1898 konstruiert worden war und erst später in eine Armbanduhr umfunktioniert wurde.

Parallel dazu gibt es einen weiteren Anwärter, welcher wahrscheinlich als erstes eine Ewigen Kalender Armbanduhr konzipiert hat. Man geht davon aus, dass Breguet mit der heute berühmten Referenz 2516 die erste von Grund auf für eine Armbanduhr konstruierte Ewige-Kalender-Kalibrierung entwickelt hat. Also ein Werk, das nicht von einer Taschenuhr adaptierte, sondern von Beginn an als Ewige-Kalender-Armbanduhr gedacht war.

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Der eigentliche Übergang vom Einzelstück zur Serienproduktion erfolgte dann aber wenig später bei Patek Philippe. 1941 präsentierte die Manufaktur die Referenz 1526, die als erste in Serie produzierte Armbanduhr mit ewigem Kalender gilt. Ihr Zifferblatt mit zwei Fenstern für Tag und Monat sowie einem Hilfszifferblatt für Datum und Mondphase wurde stilprägend.

Später entwickelten auch Uhrenhäuser wie Vacheron Constantin, Audemars Piguet und Jaeger-LeCoultre eigene Ewige Kalender Uhren, allerdings zunächst in sehr kleinen Stückzahlen. Einen besonders bedeutenden Schritt machte Audemars Piguet im Jahr 1955. Mit der Referenz 5516 präsentierte die Manufaktur die erste Armbanduhr, die nicht nur einen Ewigen Kalender berücksichtigte, sondern auch den Schaltjahreszyklus erstmals sichtbar auf dem Zifferblatt darstellte. Dies war bis dahin ein einzigartiges Detail, das die Funktionalität für den Träger deutlich erhöhte.

In den 1970er-Jahren stellte die Quarzkrise die mechanische Uhrmacherei grundsätzlich infrage, auch der Ewige Kalender drohte zu verschwinden. Den modernen Durchbruch verdankte man zu einem guten Teil Kurt Klaus, der Uhrmacher bei IWC Schaffhausen war. Mit dem 1985 vorgestellten Da Vinci Ewiger Kalender Referenz 3750 entwickelte Kurt Klaus einen Ewigen Kalender, bei dem sämtliche Anzeigen über die Krone synchron verstellt werden konnten. Der Ewige Kalender wurde dadurch robuster im täglichen Umgang, einfacher zu bedienen und auch wirtschaftlicher zu produzieren.

Wie funktionieren Uhren mit Ewigem Kalender?

Auf den ersten Blick sieht man bei einer Uhr mit Ewigem Kalender nur mehrere Fenster, Zeiger und Hilfszifferblätter. Dahinter verbirgt sich jedoch ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Zahnrädern, Hebeln, Federn und Nocken. Das Herzstück der meisten modernen Ewigen Kalender ist ein sogenanntes Programmrad. Dieses Rad ist so gestaltet, dass es einen kompletten Vierjahreszyklus mit 48 Monaten (12 Monate x 4 Jahre) abbildet und sich in dieser Zeit genau einmal um die eigene Achse dreht. Auf diesem Programmrad befinden sich Stufen und Vertiefungen. Jede Stufe steht für einen Monat im Vierjahresrhythmus, die Tiefe der Kerbe bestimmt die Länge des Monats. Je tiefer die Kerbe, desto früher im Monatsverlauf wird der Sprung zum nächsten Monat ausgelöst. In einem Schaltjahr, indem der Februar 29 Tage hat, gibt es dann eine minimal höhere Kerbe als für die drei übrigen Februare. So weiß der Mechanismus, dass im vierten Jahr ein zusätzlicher Tag einzufügen ist. Ob ein Ewiger Kalender mit automatischem Aufzug oder Handaufzug am Werk ist, ändert an diesem Grundprinzip nichts: Das Automatikwerk hält den Ewigen Kalender im Alltag in Bewegung, während man bei einem Handaufzugskaliber seine Uhr bewusst aufzieht.

Hier nochmal eine Zusammenfassung des entscheidenden Rads. Die Tiefe der 48 Kerben signalisiert dem Mechanismus die Länge des aktuellen Monats:

  • Eine flache Kerbe steht für 31 Tage.
  • Eine tiefere Kerbe steht für 30 Tage.
  • Eine noch tiefere Kerbe markiert den Februar.
  • Ein spezieller Aufsatz oder eine variierende Tiefe unterscheidet den Februar im Schaltjahr (29 Tage) vom normalen Februar (28 Tage).

Ein Abtasthebel „liest“ diese Information und gibt sie an das Datumsrad weiter, sodass dieses am Monatsende gegebenenfalls Tage überspringt (z. B. direkt vom 30. April auf den 1. Mai).

Wie wird ein Ewiger Kalender gestellt und bedient?

Die Bedienung erfordert Achtsamkeit. Wichtige Regeln sind: Niemals das Datum zwischen 23:00 und 01:00 Uhr verstellen. In diesem Zeitraum befinden sich die Kalenderzahnräder im internen Schaltvorgang, und ein Eingriff kann empfindliche Teile beschädigen. Stattdessen korrigiert man die Anzeige idealerweise um 6:00 oder 18:00 Uhr – also wenn der Tageswechsel weit entfernt ist. Dabei sollte man das Datum immer nur vorwärts schalten und nie rückwärts. Ein Zurückdrehen kann mechanische Schäden verursachen, vor allem bei diesem filigranen Kalenderwerk.

Der klassische Weg, einen Ewigen Kalender zu stellen, führt über versenkte Korrekturdrücker im Gehäuse. Viele Modelle – beispielweise wie etwa die Patek Philippe Perpetual Calendar Ref. 5327R-001 – besitzen kleine, mit einem Korrekturstift zu bedienende Drücker für Datum, Wochentag, Monat und Mondphase. Dabei wird zunächst das Datum auf den letzten Tag vor dem aktuellen Datum gestellt, dann dreht man die Uhrzeit über Mitternacht und lässt die Mechanik das Datum selbst „weiterschalten“. Auf diese Weise wandert der gesamte Kalender im Gleichschritt nach vorn, bis Uhrzeit und Kalender mit dem realen Datum übereinstimmen.

Wichtige Hinweise zur Bedienung:

  • Vorsicht bei der „Todeszone“: Stellen Sie das Datum am besten nicht zwischen 23:00 Uhr und 01:00 Uhr nachts ein. In dieser Zeit greifen die Zahnräder für den Datumswechsel ineinander. Eine manuelle Verstellung kann Zähne abbrechen.
  • Der Uhrenbeweger: Da das neu Einstellen eines stehengebliebenen Ewigen Kalenders sehr mühsam sein kann (besonders wenn er viele Jahre „nachhinkt“), empfiehlt sich die Nutzung eines Uhrenbewegers, wenn die Uhr nicht täglich getragen wird.
  • Korrekturdrücker: Viele klassische Modelle haben kleine Vertiefungen im Gehäuse, die mit einem speziellen Stift gedrückt werden müssen, um die Anzeigen einzeln weiterzuschalten.
  • Synchronisierte Einstellung: Einige moderne Werke erlauben die Verstellung aller Kalenderanzeigen allein über die Krone – vorwärts und teilweise sogar rückwärts. Das ist ein enormer Komfortgewinn.

Das Konzept der synchronisierten Einstellung verfolgt u.a. IWC mit dem von Kurt Klaus entwickelten System, das bis heute etwa in der Portugieser Perpetual Calendar 44, Ref. IW503702 zu finden ist. Hier sind sämtliche Kalenderanzeigen Datum, Wochentag, Monat, Jahr und Mondphase mechanisch miteinander gekoppelt und werden ausschließlich über die Krone gesteuert. Der Träger muss keine einzelnen Drücker bedienen, sondern dreht den Kalender wie ein mechanisches Programm weiter. Dreht man die Uhrzeit vorwärts, „springt“ der gesamte Kalender im richtigen Rhythmus mit. Dieser Ansatz macht das Stellen im Alltag deutlich leichter. Stellt man allerdings aus Versehen einen Tag zu weit, muss man den kompletten Vier-Jahres-Zyklus noch einmal durchlaufen.

Ein ähnliches, jedoch weiter verfeinertes Konzept verfolgt auch Audemars Piguet mit dem im Jahr 2025 vorgestellten Kaliber 7138. Der Unterschied zu der Erfindung von Kurt Klaus war, dass sich nun die Kalenderanzeigen nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts über die Krone korrigieren lassen. Zum 150. Jubiläum der Manufaktur präsentiert Audemars Piguet damit eine neue Generation selbstaufziehender Ewiger-Kalender-Uhrwerke, die den Bedienkomfort nochmals steigert, indem sämtliche Korrekturen aller Funktionen über eine einzige „All-in-One“-Krone getätigt werden können.

Das Kaliber 7138 baut auf den patentierten Innovationen des Kalibers 5133 auf, das 2018 mit der Royal Oak Selfwinding Perpetual Calendar Ultra-Thin RD#2 eingeführt wurde und alle Funktionen des Ewigen Kalenders auf einer einzigen Werksebene vereinte. Das neue Werk debütierte 2025 in einer 41-mm-Code 11.59 by Audemars Piguet aus 18-karätigem Weißgold, in zwei 41-mm-Royal-Oak-Modellen aus Edelstahl beziehungsweise 18-karätigem Sandgold sowie in drei entsprechenden „Anniversary“-Limited Editions zu jeweils 150 Exemplaren. Auch hier gilt: Solange die Uhr durchläuft, muss das Datum erst im Jahr 2100 einmal manuell korrigiert werden, weil der gregorianische Kalender dann ausnahmsweise kein Schaltjahr vorsieht.

Top-Uhrenmarken mit Ewigen Kalendern

Weil die Konstruktion und Fertigung eines Ewigen Kalenders extrem aufwendig sind, beherrschen nur wenige Manufakturen diese Komplikation auf höchstem Niveau. Zu den bekanntesten Herstellern zählen Patek Philippe, Vacheron Constantin und Audemars Piguet, die seit Jahrzehnten legendäre Kalenderuhren bauen.

Aber auch Jaeger-LeCoultre (z.B. die Master Serie), IWC Schaffhausen (insbesondere die Portugieser- und Da-Vinci-Linien) sowie Blancpain (Kollektion Villeret) sind berühmt für ihre ewigen Kalender.

Hinzu kommen Breguet (Classique Perpetual) und deutsche Marken wie Glashütte Original (Senator Perpetual Calendar) und A. Lange & Söhne (Lange 1 Ewiger Kalender, Langematik Perpetual, Zeitwerk Perpetual), die ebenfalls feine Mechanik auf das Handgelenk bringen.

Neben diesen „klassischen“ High-End-Marken haben in den letzten Jahren auch neuere Hersteller ewige Kalender vorgestellt: etwa Hermès mit der Slim d’Hermès Perpetual Calendar, Bulgari mit dem weltweit flachsten Ewigen Kalender (Octo Finissimo Perpetual Calendar) oder unabhängige Uhrmacher wie MB&F (Legacy Machine Perpetual).

Was ist ein säkularer Ewiger Kalender?

Nicht jeder Ewige Kalender ist wirklich „ewig“. Das klassische System folgt der einfachen Regel, dass jedes vierte Jahr ein Schaltjahr ist, doch diese Regel läuft im Jahr 2100 aus, denn Jahre wie 2100, 2200 oder 2300 sind kalendertechnisch gesehen keine Schaltjahre. Die Mechanik vieler Ewiger Kalender ist aber nur auf diese einfache Vier-Jahres-Logik ausgelegt, sie „kennt“ die Ausnahmen des gregorianischen Kalenders nicht. Für dieses Problem gibt es den säkularen Ewigen Kalender, der hier noch einen Schritt weitergeht. Er bildet nicht nur den bekannten Vierjahresrhythmus ab, sondern verankert zusätzlich die 100er-Regel, die besagt, dass Jahre, die durch 100 teilbar sind, grundsätzlich keine Schaltjahre sind. Ebenfalls beachtet eine Uhr mit einem säkularen Ewigen Kalender, die 400er-Regel, nach welcher ein Jahrhundertjahr, das durch 400 teilbar ist, dennoch ein Schaltjahr bleibt, wie beispielsweise 2000 oder 2400.

Diese Regeln sind wichtig, da die Erde die Sonne nicht in genau 365 Tagen umrundet, sondern in etwa 365,2 Tagen. Dadurch reicht die einfache Regel, dass alle vier Jahre ein Schaltjahr ist, auf Dauer nicht aus. Ohne die zusätzlichen Korrekturregeln würde sich unser Kalender über die Jahrhunderte immer weiter vom tatsächlichen Sonnenjahr entfernen und die Jahreszeiten würden sich langsam zu anderen Kalendermonaten verschieben. Eine Uhr mit säkularem Ewigen Kalender kann damit über mehrere Jahrhunderte hinweg korrekt anzeigen, wann ein 29. Februar nötig ist oder nicht.

Solche säkularen Ewigen Kalender sind extrem selten und technisch außerordentlich aufwendig – nur wenige Marken haben sich bislang an diese Komplikation herangewagt. Zu den Pionieren zählen etwa Franck Muller mit der Aeternitas-Mega-Reihe und Svend Andersen mit seiner Andersen Genève Perpetuel Secular Calendar, deren Mechanismen den gregorianischen 400-Jahres-Zyklus samt Säkularjahren berücksichtigen.

Auch große Manufakturen greifen das Thema inzwischen auf: So bietet IWC mit der Portugieser Eternal Calendar einen säkularen Ewigen Kalender, während die hochkomplexe Audemars Piguet Code 11.59 Ultra-Complication Universelle RD#4 einen semi-gregorianischen Ewigen Kalender einsetzt, der die Jahrhundertjahre 2100, 2200 und 2300 automatisch korrekt behandelt und erst nach 400 Jahren eine Korrektur benötigt.

Zu den jüngsten Projekten gehört außerdem der für Only Watch geschaffene Furlan Marri Secular Perpetual Calendar, der die aufwendige Säkularmechanik in einer schlanken Armbanduhr umsetzt. Auf der Seite der Taschenuhren gelten Patek Philippes Calibre 89 von 1989 und Vacheron Constantins Les Cabinotiers „The Berkley Grand Complication“ mit ihren säkular programmierten Kalendern als berühmte Beispiele.

Verschiedene Typen von Ewigen Kalender Uhren: Design und Layout

Mindestens ebenso spannend wie die Mechanik sind die unterschiedlichen Layouts, mit denen Manufakturen ihre Ewigen Kalender inszenieren. Der klassische Aufbau arbeitet mit mehreren Hilfszifferblättern, wie man ihn etwa bei der Villeret Quantième Perpétuel von Blancpain oder der Master Ultra Thin Perpetual Calendar Ref. Q1142510 von Jaeger-LeCoultre findet.

Andere Häuser setzen auf ein Inline-Layout, bei dem Datum, Wochentag und Monat in einer Linie angeordnet sind, besonders bekannt ist dieses Layout beispielsweise durch die Patek Philippes Grand Complications Perpetual Calendar Ref. 5236P-001. A. Lange & Söhne geht mit der Lange 1 Ewiger Kalender einen ganz eigenen Weg und integriert den Ewigen Kalender in das dezentral aufgebaute Zifferblatt: Großdatum links, verschobene Stunden- und Minutenanzeige, außen ein umlaufender Monatsring.

Daneben gibt es den retrograden Ewigen Kalender, der die Komplikation nicht nur technisch, sondern auch optisch besonders spannend inszeniert. „Retrograd“ beschreibt in der Uhrmacherei eine Anzeige, deren Zeiger nicht im Kreis läuft, sondern entlang einer Skala pendelt und am Ende wieder zurück auf den Ausgangspunkt springt. Die Mechanik dahinter ist deutlich komplexer als bei einem klassischen Rundlauf, weil die Rückstellbewegung exakt kontrolliert und vom übrigen Räderwerk sauber entkoppelt werden muss. Dafür entsteht eine ungewöhnliche, grafisch sehr prägnante Darstellung des Kalenders, die sich bewusst von den traditionellen Layouts absetzt. Ein Beispiel dafür ist die Breguet Classique Quantième Perpétuel 7327, Ref. 7327BB/11/9VU, bei der die Monate über eine retrograde Skala in einem Viertelkreis angezeigt werden und so den klassischen Ewigen Kalender um ein rückspringendes Anzeigeelement erweitern. Auch Roger Dubuis hat mit der Hommage La Placide einen Ewigen Kalender mit retrograder Anzeige im Sortiment. Retrograde Ewige Kalender sind selten, tauchen eher bei spezialisierten Herstellern oder in limitierten Serien auf und gelten unter Sammlern als besonders reizvolle Spielart der Komplikation.

TypBeschreibungBesonderheit
Klassischer Ewiger KalenderAnzeige über Hilfszifferblätter (Sub-Dials).Traditionellste Form, oft inkl. Mondphase.
Retrograder KalenderZeiger springt am Monatsende zurück auf den Anfang.Visuell dynamisch und aufwendig.
Inline-AnzeigeDatum, Tag und Monat in einer Reihe (Fenster).Sehr gut ablesbar, technisch komplex (Patek 5236P).
Säkularer Ewiger KalenderBerücksichtigt die 100/400-Jahre-Regel des gregorianischen Kalenders.Muss auch im Jahr 2100 nicht korrigiert werden. Extrem selten (z.B. Franck Muller Aeternitas).

Patek Philippe ist die Uhrenmarke, die am tiefsten mit Ewigen Kalendern verwurzelt ist. Hier ein paar Rekorde:

1925: Patek Philippe war der erste Hersteller einer Armbanduhr mit ewigem Kalender

1937: der erste Hersteller einer Armbanduhr mit retrogradem ewigem Kalender

1941 : mit der legendären Referenz 1526 der erste Hersteller einer Armbanduhr mit ewigem Kalender in Serienproduktion. Darüber hinaus war Patek Philippe in diesem Jahr auch der erste Hersteller, der einen Perpetual Calendar-Chronographen entwickelte.

Der Uhrmacher war der erste, der 1944 mit der Referenz 1591 eine Armbanduhr mit ewigem Kalender und Sekundenzeiger entwickelte, und der erste, der diese Komplikation 1951 mit der Referenz 2497 in Serie produzierte.

Patek Philippe war der erste Hersteller, der 1962 mit der legendären Referenz 3448 einen Perpetual Calendar mit Automatikaufzug entwickelte; es sollte ganze 16 Jahre dauern, bis ein anderer Schweizer Uhrenhersteller diese Leistung nachahmen konnte.

1996: Erster Jahreskalender (hatte sogar mehr Komponenten als ein Ewiger Kalender), wurde technisch verkompliziert, aber bedienerfreundlicher gemacht.

Warum lieben Sammler Uhren mit Ewigem Kalender?

Doch warum besitzen die Ewigen Kalender besonders bei Sammlern solch eine Anziehungskraft. Es ist die Mischung aus Intellekt, Emotion und Seltenheit, die diese Komplikation so einzigartig macht. Auf der rationalen Ebene verkörpert der Ewige Kalender mechanische Intelligenz in Reinform. Gleichzeitig schwingt eine fast philosophische Dimension mit. Es ist etwas Besonderes, wenn eine kleine Maschine am Handgelenk weit über den eigenen Lebenshorizont hinaus programmiert ist und theoretisch noch korrekt den 29. Februar eines Jahres anzeigt. Hinzu kommt, dass nur wenige Manufakturen diese Komplikation tatsächlich auf Spitzenniveau beherrschen, und oft markieren Ewige Kalender die absolute Spitze einer Kollektion. Eine solche Uhr ist immer auch ein Statement, für Wertschätzung gegenüber Handwerk, Geschichte und Langlebigkeit.


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