Nach mehr als einem halben Jahrzehnt hat sich die Audemars Piguet Code 11.59-Kollektion zu einer der ambitioniertesten Kollektionen der Moderne etabliert.

Nach Gelb- und Weißgold in Reinkultur präsentiert Piaget nun die Kultuhr Polo 79 als markante Bicolor-Version aus beiden Legierungen. Damit beherzigt die zum Richemont-Konzern gehörende Marke ihre Philosophie aus den 1950er-Jahre, dass „Zeit nur in Gold gemessen werden sollte.“
Die Manufaktur Piaget hat bei anderen Kollektionen diesen Gold-Standard entsprechend des allgemeinen Zeitgeistes längst aufgeweicht, und brachte 2002 – verglichen mit anderen Marken sehr spät – mit der Upstream ihre ersten Edelstahl-Modelle auf den Markt.
Mittlerweile hat die stählerne Legierung Einzug in weitere Kollektionen der Marke gehalten, Ausnahmen sind Limelight Gala, Altiplano und die Polo 79, welche unter anderem nach ihrem Erscheinungsjahr benannt ist. Piaget reagierte damit auf einen damaligen Trend. Allerdings auf eine andere Weise als die meisten anderen Uhrenhersteller.
„Wir mussten einfach auf diese besondere Nachfrage unserer Kunden reagieren, die für gewöhnlich nur Schmuckuhren kaufen“, sagte Yves Piaget im Jahr 1979, als die Polo 79 lanciert wurde. Er stammt aus der Gründerfamilie und prägte das Unternehmen maßgeblich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
„Nun aber wollen unsere Kunden mehr und eine sportliche Ausrichtung. Dies ist mittlerweile Teil des modernen Lebens. Sie wollen ihren Sinn für Eleganz unter Beweis stellen, auch beim Sport. Sie wollen eine bessere Uhr tragen, auch bei ihrem Sport. Also haben wir diese sportliche Reihe entwickelt, die wasserdicht und stoßfest ist“, erläuterte Yves Piaget den damaligen Twist, Sportlichkeit in Gold, anstatt Eleganz in Edelstahl zu kleiden.
Das mag auch mit der angesprochenen Klientel zusammenhängen, die im Umfeld des elitären Polo-Sports zu finden war – so, wie auch Yves Piaget selbst.
Darüber hinaus pflegte er beste Beziehungen zu Künstlern, Schauspielern und Prominenten wie Andy Warhol, Ursula Andress und Elizabeth Taylor. Und in diesen Jetset-Kreisen der Reichen und Schönen schätze man trotz aller Sportlichkeit edles Metall. Und ganz offenbar auch darüber hinaus. Anfang der 1980er-Jahre machte die Polo einen Drittel des Verkaufs von Piaget-Uhren aus. Mittlerweile gab es auch Ausführungen mit Diamanten, Farbsteinen und Perlmutt, verschiedene Größen sowie Varianten mit eckigem Gehäuse. Gold war aber stets dabei.
So setzte Piaget auch bei der Neuauflage der Polo 79 im Jahr 2024 – 45 Jahre nach ihrem Debüt und 150 Jahre nach Gründung der Marke – auf das edle Metall: zunächst auf Gelbgold, ein Jahr später auf Weißgold. Nun folgt die Piaget Polo 79 Two-Tone, welche von einer frühen Bicolor-Variante des Originals inspiriert ist.
Wie beim Original macht die jüngste Piaget Polo 79 auch beim Zifferblatt keine materiellen Kompromisse und schmückt sich mit gebürstetem Weißgold mit Godronierungen – dekorative Rillen – aus poliertem Gelbgold.
Die Piaget Polo 79 Two-Tone bietet ein bemerkenswertes All-Over-Bicolor-Design. Dabei verschmelzen das 38-Millimeter-Gehäuse, das integrierte Armband und das Zifferblatt zu einer Einheit aus Weiß- und Gelbgold. Die Rillen aus Gelbgold gehen dabei scheinbar nahtlos von dem bis fünf bar wasserdichten Gehäuse in das Zifferblatt über.
Außerdem sorgt die Dreifachfaltschließe dafür, dass das Armband wie ein durchgängiges Metallband aussieht. Stattliche 200 Gramm bringt die neue Golduhr von Piaget auf die Waage.
Weniger stattlich, denn technisch raffiniert erweist sich das Innenleben der Piaget Polo 79 Two-Tone. Das Kaliber 1200P1 mit Mikrorotor misst 29,9 Millimeter im Durchmesser und lediglich 2,35 Millimeter in der Höhe. Damit gehört es zu den ultraflachen Automatikantrieben von Piaget. Es oszilliert mit gemäßigten 3 Hertz (21.600 Halbschwingungen pro Stunde) und bietet eine 44-stündige Gangreserve.
Durch den Saphirglasboden gestattet Piaget einen Blick auf das Uhrwerk und macht damit die aufwendigen Finissierungen wie Genfer Streifen, Perlierung, Anglierung, Sonnenschliff auf den Zahnrädern sowie die gebläuten Schrauben sichtbar. In funktionaler Hinsicht beschränkt sich das 1200P1 auf Stunden und Minuten. Der Preis beträgt 94.500 Euro.