Dress Watches: Die Geschichte der stilvollen Eleganz fürs Handgelenk – von Audemars Piguet über Cartier, Patek Philippe und Rolex bis Vacheron Constantin.

Dress Watches, diese Uhren im vermeintlich einfachen Design, sind ein echter Megatrend. Manchmal ist eben weniger mehr. Neu ist diese Uhrengattung jedoch keineswegs, sondern Teil des aktuellen Runs auf Zeitmesser im Vintage-Style.
Blickt man auf den hochwertigen Bereich, dann weist man einer Dress Watch gern das Prädikat „Luxus“ in Verbindung mit den Adjektiven quiet, silent, discreet oder refined – also ruhig, still, diskret oder kultiviert – zu.
In dieser exklusiven Welt der minimalistischen Luxusuhren haben wir uns umgesehen und die schönsten Dress Watches des Jahres 2025 ausgewählt. Und es stellt sich heraus: Sie alle sind ein perfekter Mix aus klassischer und moderner Dress Watch. Die entsprechenden Definitionen und die Geschichte der Dress Watch finden Sie hier.
Die Glashütter Manufaktur A. Lange & Söhne lancierte 2011 mit der Saxonia Thin eine Linie mit Zweizeiger-Uhren innerhalb der Saxonia-Kollektion, welche für konsequent reduzierte Funktionalität und Ästhetik gleichermaßen steht. Der bislang flachste Lange-Zeitmesser misst in seiner Ausführung 2025 40 Millimetern im Durchmesser. Obwohl er damit zu den größeren Anzuguhren zählt, ist er mit einer schlanken Höhe von 6,2 Millimetern dennoch eine echte Dress Watch.
Das elegante Erscheinungsbild der auf 200 Stück limitierten Saxonia Thin mit Onyx-Zifferblatt verdankt sie dem besonders flachen Handaufzugswerk L093.1, dessen aufwendige Verzierungen durch den Saphirglasboden sichtbar sind.
Der Blick auf das Zifferblatt offenbart hingegen eine zurückhaltende Gestaltung, welche dennoch mit Hochwertigkeit in Form von glänzendem Onyx punktet. In Tiefschwarz. Und damit weicht diese Saxonia Thin von der klassischen Dress Watch ab. Aber es ist der einzige Aspekt.
Denn mit ihrem flachen, bis drei bar wasserdichten Gehäuse aus 750er-Honiggold oder 950er-Platin, der wohlproportionierten Wölbung der schmalen Bandanstöße, den Alpha-Zeigern aus Gold und den schlanken Stabappliken hätte sie auch in den 1950er-Jahren die Handgelenke von Anzugträgern dezent-elegant geschmückt. Getragen wird die Saxonia Thin mit Onyx-Zifferblatt an einem schwarzen Alligatorlederband.
Im Jahr 2025 präsentierte Blancpain die Villeret Ultraplate zusammen mit drei weiteren Modellen aus der Villeret-Kollektion, die nach dem Gründungsort der Manufaktur benannt ist. Charakteristisch für alle Modelle sind zwei Zifferblattvarianten mit gekörnter Opalin- oder goldbrauner Oberfläche, römische Ziffern aus 18-karätigem Gold sowie schlanke, mit Leuchtmasse versehene Zeiger.
Das schlanke Gehäuse des Trios ist bis drei bar wasserdicht und wahlweise aus Roségold oder poliertem Edelstahl gefertigt. Unterschiede zeigen sich in der Größe: Die Quantième Phases de Lune misst kompakte 33,2 Millimeter – eigentlich eine ideale Dress Watch-Größe. Wäre da nicht das schmucke Zifferblatt. Dagegen sind die Quantième Complet Phases de Lune und die Ultraplate mit 40 x 8,7 Millimetern für eine klassische Anzuguhr eher großformatig.
Letztere macht dies durch das ausnehmend reduzierte Design des Zifferblattes wett. Während Opalin als Farbe sowie das Lederband den klassischen Vorstellungen einer Dress Watch sehr nahekommen, weichen das braune und honigfarbene Pendant, die römischen Ziffern und das Datumsfenster durchaus davon ab und sind eher in der Schublade moderner Anzuguhren zu verorten.
Dieses Modell ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie Muster zeitgemäß interpretiert werden können. Auch das Automatikkaliber 1151 entspricht aktuellen technischen Standards und bietet die Funktionen Stunde, Minute, Sekunde, Datum sowie eine beeindruckende Gangreserve von 100 Stunden.
Die Classique Souscription 2025 ist direkt auf Abraham Louis Breguet zurückzuführen, den herausragenden Uhrmacher und Gründer der Marke. Das Subskriptionsmodell stellt dabei nicht nur eine uhrmacherische Innovation dar, sondern vor allem ein innovatives betriebswirtschaftliches Konzept.
Ab 1796 verkaufte er diese Taschenuhr mit nur einem Zeiger auf clevere Weise. Kunden mussten bei der Bestellung ein Viertel des Preises anzahlen. So waren Löhne, Materialkosten und andere betriebliche Aufwendungen schon vor dem endgültigen Verkauf der Uhr gedeckt. Bis 1805 entstanden auf diese Weise rund 700 Exemplare der Subskriptionsuhr.
Eine würdige Inspirationsquelle für eine Jubiläums-Edition im Stil einer klassischen Dress Watch mit historischer Anmutung. Mit dem 40-x-10,8-Millimeter-Gehäuse aus der hauseigenen Breguet-Gold-Legierung bewegt sich die Classique Souscription 2025 zwar größentechnisch am Rande der klassischen Definition einer Dress Watch, aber aufgrund all der historisch inspirierten Merkmale steht ihr die Klassifizierung dennoch zweifelsohne zu.
Charakteristisch für die Manufaktur sind das Grand-Feu-Emailzifferblatt mit Breguet-Ziffern und der gebläuten Breguet-Zeiger mit offener Spitze. Hinzu kommen die kaum sichtbare Signatur sowie der Zusatz „Souscription“. Beides ist nur bei passendem Lichteinfall erkennbar. Eine klassische Eisenbahnminuterie rahmt das Zifferblatt und erleichtert das Ablesen der Einzeigeruhr.
Durch den Saphirglasboden kann das Handaufzugs-Kaliber VS00 betrachtet werden. Es bietet großzügige 90 Stunden Gangreserve und besteht aus 144 Komponenten.
Auch wenn Dress Watches zumeist rund sind, kommt schlanke Eleganz vor Form. Und damit ist die Tank Louis Cartier mittendrin im Feld der formellen Anzuguhren. Und das seit vergangenem Jahr mit zwei neuen Varianten einer der ikonischsten Uhrenlinien der Marke. Ausgestattet sind sie mit dem automatischen Manufakturkaliber 1899 MC – eine Premiere für die Tank Louis Cartier.
Die beiden Modelle sind wahlweise in Gelbgold oder Roségold erhältlich und orientieren sich damit an der klassischen Ästhetik einer Dress Watch. Dank der größeren Gehäuseabmessungen von 38,1 x 27,75 Millimetern bei einer Höhe von 8,18 Millimetern präsentieren sich die Zeitmesser am Handgelenk markanter als ihre handaufzugsbetriebenen Vorgänger, behalten jedoch uneingeschränkt ihre Eleganz und Eignung als Anzuguhr bei.
Wie bei Cartier üblich, besitzen auch die größeren Varianten eine kannelierte Aufzugskrone mit Cabochon. Die abgerundeten Brancards (französisch für Trage, Bahre oder Rahmen) sind poliert, während das Gehäuse und die Lünette eine matte Satinierung aufweisen. Beide Varianten zeigen die klassischen Tank-Merkmale: ein Flinqué-Zifferblatt, Eisenbahnminuterie, römische Ziffern sowie gebläute, schwertförmige Zeiger.
Das größere – aber immer noch Dress Watch-taugliche Tank-Gehäuse ermöglicht den Einsatz des Automatikwerks 1899 MC. Ausgestattet mit einer Gangreserve von 38 Stunden wurde es eigens für die klassischen Proportionen der Tank Louis Cartier entwickelt.
Im vergangenen Jahr präsentierte Chopard die L.U.C. Quattro in 18 Karat ethischem Roségold – 25 Jahre nach dem Debüt dieses Modells. Dessen Geschichte begann aber bereits 1997, als Chopard die L.U.C 1860 vorstellte, ausgestattet mit dem Uhrwerk L.U.C 96.01-L. Als eines der ersten Automatikwerke mit zwei Federhäusern verfügte die Uhr über eine Gangreserve von 65 Stunden.
Um die Gangautonomie zu steigern, ohne das schlanke Format zu beeinträchtigen, entwickelte Chopard auf dessen Basis das Kaliber 98.01-L. Dieses verfügt über die sogenannte Twin-Technology: vier übereinander gelagerte Federhäuser, die eine beachtliche Gangreserve von neun Tagen bieten.
Die Jubiläums L.U.C. Quattro nutzt die Twin-Technology ebenfalls, ist mit 10,4 Millimetern Höhe sowie 39 Millimetern Durchmesser dennoch Mitglied des Clubs moderner Dress Watches. Roségold, die schmale Lünette und die spitz zulaufenden Stundenmarkierungen erfüllen zudem die Anforderungen klassischer Anzuguhren, ebenso die Dauphinezeiger und das insgesamt minimalistische Design.
Hinsichtlich Zifferblattfarbe – ein kräftiges, galvanisch erzeugtes Blau – sowie kleine Sekunde und Datum bei 6 Uhr macht diese L.U.C. Quattro wiederum Anleihen bei der modernen Dress Watch. Dennoch wirkt das Zifferblatt überaus aufgeräumt. Möglich macht dies auch das Manufakturkaliber L.U.C 98.09-L. Es unterscheidet sich von der Vorgängerversion durch die raffinierte Verlagerung der Gangreserveanzeige vom Zifferblatt auf eine Werkbrücke, zu sehen – ebenso wie die von Hand ausgeführte Dekoration des Werks – durch den Saphirglasboden.
Die auf 20 Exemplare limitierten Extra Plat Rose Gold von Daniel Roth ist eine Hommage an die erste Extra Plat aus dem Jahr 1990. Mit ihr erfüllte sich der Herzenswunsch des Gründers und Namensgebers der Manufaktur, eine ultraflache Dress Watch zu kreieren.
Das roségoldene 5N-Gehäuse der aktuellen Extra Plat Rose Gold behält das ikonische Doppelellipsen-Profil des Gehäuses mit einem zentralen Zierring bei. Ergänzt wird dies durch die neuen, weicher gestalteten Bandanstöße mit nach unten geneigtem Winkel für mehr Tragekomfort.
Aber: Es ist nicht rund und weist damit der Extra Plat Rose Gold den Status einer modernen Anzuguhr zu. Deren Vorgaben erfüllt sie mir Leichtigkeit mit glänzendem Gold, den Maßen 38,6 x 35,5 x 7,7 Millimeter sowie der auf Stunde und Minute reduzierten Funktionalität.
Für letzteren reichen zwei Zeiger aus. Sie bestehen aus geschwärztem Edelstahl und drehen ihre Kreise vor einem hocheleganten, zweifarbigen Zifferblatt. Dessen Basis aus massivem Weißgold trägt roségoldener Ring für Stunden und Minuten. Verziert ist es mit von Hand guillochierten Nadelstreifen. Für eine Dress Watch klassischer Manier ist das schon ein wenig zu dekorativ, für das moderne Pendant aber genau richtig.
Im inneren geht es dann mit dem Handaufzugskaliber DR002 wieder ganz traditionell zu. Es bietet eine Gangreserve von 65 Stunden und offenbart seine technische Raffinesse und ästhetische Eleganz durch den Saphirglasboden.
So ist beispielsweise die Unruh freischwingend mit vier Armen ausgestattet, von denen jeder ein variables Trägheitsgewicht zur Feinregulierung besitzt. Das gewährleistet eine außergewöhnliche und stabile Ganggenauigkeit über lange Zeiträume.
Getragen wird die Daniel Roth Extra Plat Rose Gold an einem Kalbslederarmband mit einer Dornschließe aus Roségold.
Ein flüchtiger Blick genügt, um zu erkennen, dass es sich bei der Master Control Classic von Jaeger-LeCoultre um eine Dress Watch klassischer Manier wie in den 1950er-Jahren handelt – mit minimalen Abweichungen. Auch wenn ihre Inspirationsquelle erst 1995 lanciert wurde. Maß diese lediglich 34 Millimeter im Durchmesser, kommt ihre Nachfolgerin mit 36 Millimetern (Höhe 8,15 mm) daher – ein perfektes Dress-Watch-Maß für Handgelenke (fast) jeden Formats.
Das polierte, bis fünf bar wasserdichte Edelstahlgehäuse übt sich in stilvoller Zurückhaltung, nutzt aber den Gehäuseboden, um mit einem Emblem auf eine Besonderheit der Kollektion Master Control zu verweisen: die Zertifizierung für den bestandenen werkseigenen „1.000 Hours Control“-Test. Seit 1992 prüft Jaeger-LeCoultre entsprechend zertifizierte Modelle als vollständig montierte Uhren nach strengen Präzisionsstandards.
Hinter dem Gehäuseboden arbeitet das Automatikkaliber 899. Es basiert architektonisch auf dem Kaliber 889, wurde jedoch im Laufe der Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Es bietet eine Gangreserve von 70 Stunden und die Funktionen Stunden, Minuten, Sekunden und Datum.
Dessen Präzision kann auf dem minimalistisch gestalteten, silberfarbenen Sonnenschliff-Zifferblatt mit applizierten Indizes und Ziffern sowie klassischen Dauphinezeigern abgelesen werden. Lediglich mit der Anzeige des Datums verletzt die Master Control Classic die Vorgaben eines klassischen Dress-Watch-Zifferblatts. Beim handgenähten Armband aus braunem Straußenleder ist die Uhr wieder ganz auf Linie.
Zum 15. Jubiläum präsentierte Laurent Ferrier im vergangenen Jahr diese Neuinterpretation des Modells Classic Origin von 2015. Geblieben ist der Designanspruch der zeitlosen Ausgewogenheit.
Das bis drei bar wasserdichte 40-Millimeter-Gehäuse aus glänzendem, sanft geformtem Rotgold weist eine Höhe von 10,7 Millimetern auf. Damit erweist sich die Classic Origin Beige in diesem Aspekt als eine moderne Vertreterin einer Dress Watch. Dazu wird ein Zifferblatt in klassischer Farbgebung in opalisierendem Beige kombiniert.
Es ist der harmonische Hintergrund für die feine Eisenbahnminuterie in Braun, die applizierten Indizes in Rotgold, die zarten Markierungen der kleinen Sekunde, die goldenen Stunden- und Minutenzeiger in Form einer Speerspitze sowie des stabförmigen Sekundenzeigers. Selbst die roten Minutenziffern stören dank ihrer Dezenz nicht den minimalistischen Look des Zifferblatts.
Dank des Handaufzugskalibers LF116.01 ist die Classic Origin Beige ganz auf Linie mit den Vorbildern der Dress Watch aus den 1950er-Jahren. Im Zentrum des Werks arbeitet eine Schraubenunruh, geführt von einer Breguet-Spirale. Das erhöht die Präzision, reduziert Lagefehler und gewährleistet eine gleichbleibende Ganggenauigkeit.
Der Zeitmesser ergänzt mit einer langen Speerklinke Federhaus sein visuelles zudem durch ein haptisches Erleben: Denn beim Aufziehen entsteht ein unverwechselbares Klicken. Vollständig aufgezogen, bietet die Uhr eine Gangreserve von über 80 Stunden.
Abgerundet wird die zeitlose Ausgewogenheit durch ein Armband aus mokkafarbenem Nubukleder mit einer Dornschließe aus Rotgold.
Parmigiani Fleurier zählt unbestritten zu den Meistern der schlichten Eleganz. Das ist kein Zufall: Um eine zeitgemäße Dress Watch zu entwerfen, hat man intensiv die Geschichte der männlichen Eleganz erforscht.
Ursprünglich wurden zu einem formellen Anzug reich dekorierte Taschenuhren getragen. „Die Uhren wanderten erst im ersten Teil des 20. Jahrhunderts ans Handgelenk. Und dann kombinierte man zu formeller Kleidung Uhren mit weißen Zifferblättern, Gehäusen aus Edelmetall und schwarzen Lederbändern“, erläutert CEO Guido Terreni. „Dann kam die New Economy in den 1990er-Jahren. Das waren junge Firmengründer, welche die strenge Kleiderordnung für den Arbeitsplatz aufhoben. Stattdessen waren lässige Outfits gefragt, in denen man sich wohlfühlt.“
Doch das war nicht das Ende der Dress Watches. „Eine Zeit lang waren solche Uhren nur etwas für Bänker und Anwälte. Aber mittlerweile haben die Männer in den Dreißigern den Reiz guter, ausgewählter Kleidung und von Maßanzügen wieder für sich entdeckt. Jedoch ist alles nicht mehr so steif und formal wie einst, es geht um entspannte Eleganz. Unsere Aufgabe war es also, die dazu passenden Dress Watches zu kreieren“, berichtet Terreni.
Eine davon ist die Toric Petite Seconde Roségold Dune von 2025. Ausgestattet mit einem bis drei Bar wasserdichten Gehäuse ist die Uhr aus einem seltenen Edelmetall gefertigt und erfüllt so auf moderne Weise die materielle Anforderung an eine klassische Dress Watch. Dasselbe gilt für das Armband aus Nubukleder mit Alligatorprägung.
Der Durchmesser von 40,6 Millimetern hätte in den 1950er-Jahren hingegen wohl eher für etwas Erstaunen gesorgt. Damals eine Seltenheit, gilt dieses kompakte und beliebte Format heute als passend für viele Handgelenkumfänge. Mit einer geringen Höhe von 8,8 Millimetern rutscht die Toric Petite Seconde Roségold Dune zudem geschmeidig unter jede Hemdmanschette.
Das handgekörnte goldene Zifferblatt in der zurückhaltenden Farbgebung Dune ist mit den kurzen applizierten Indizes und den schlichten Zeigern aus Roségold sowie der minimalistischen kleinen Sekunde auf das absolut Wesentliche reduziert. Damit erfüllt sie ihre Bestimmung, als Anzuguhr das Outfit des Trägers unaufdringlich zu unterstreichen, und steht ganz in der Tradition der männlichen Eleganz vergangener Zeiten.
Den funktionalen Part übernimmt das speziell für die Kollektion entwickelte und aufwendig dekorierte Kaliber PF780. Mit einer Höhe von 3,15 Millimetern trägt das aus 157 Teilen bestehende Handaufzugswerkmit 60-stündiger Gangreserve das Attribut ultraflach zurecht.
Bei der Calatrava-Referenz 6196P-001 von Patek Philippe kommen keine Zweifel auf. Schließlich gilt ihre Inspirationsquelle, die erste Uhr dieser Kollektion von 1932, als Inbegriff einer Dress Watch. Damit war sie eine frühe Vertreterin dieser Uhrengattung. Manche bezeichnen die Referenz 96 mit 31-Millimeter-Gehäuse gar als Archetyp einer Anzuguhr.
Werfen wir einen Blick auf die gegenwärtigen Dress-Watch-Fähigkeiten der Referenz 6196P-001, welche fast 100 Jahre später lanciert wurde. Mit 38 Millimetern Durchmesser und 9,33 Millimeter ist sie zwar deutlich größer als die Nummer 1 von 1932, bewegt sich aber noch am oberen Ende der Skala für klassische Dress Watches.
Gefertigt aus Platin erfüllt das bis drei bar wasserdichte Gehäuse hingegen die gewünschten Vorgaben. Das gilt auch für das Zifferblatt mit seiner dezenten roségold-opalinen Farbigkeit. Es beweist angemessenes Understatement, um als zurückhaltende Anzuguhr den Look des Trägers stilvoll zu unterstreichen. Bestückt ist es mit anthrazitgrauen Indizes und facettierten Dauphinezeigern für Stunde und Minute aus Weißgold sowie einem kleinen, schlichten Weißgoldzeiger für die kleine Sekunde bei 6 Uhr.
Angetrieben wird die klassische Dreizeigeruhr vom Handaufzugskaliber 30-255 PS mit 65 Stunden Gangreserve. Auch beim Armband macht die Calatrava Referenz 6196P-001 keine Dress Watch-Kompromisse. Gesichert wird sie mit einem glänzend braunen Alligatorleder mit einer Dornschließe aus Platin.
Die auf der letztjährigen Watches & Wonders vorgestellte 1908 von Rolex gehört zu der 2023 eingeführten Perpetual-Kollektion von Rolex, welche die frühere Cellini-Linie ablöste und für klassische Dress Watches der Marke steht. Mit der Definition klassischer Anzuguhren sind die Features der jüngsten 1908 von 2025 streng genommen dennoch nicht vollends kongruent.
Beginnen wir mit dem Material: 18-karätiges Gelbgold – klassischer geht es kaum. Es kommt aus der eigenen Gießerei und wird – anders als bei den Vorgängermodellen – nicht nur für das Gehäuse, sondern außerdem für das elegante, siebenreihige Armband verwendet.
Mit dem Metallband, welches Rolex Settimo – der Siebte – nennt, betritt Rolex das Feld der modernen Dress Watches. Das gilt auch für die Lünette, welche sich in einen fein geriffelten unteren Teil und einen bombierten oberen Teil gliedert. Bei Durchmesser und Höhe des bis fünf bar wasserdichten Gehäuses – 39 x 9,5 Millimeter – bewegt sich die 1908 wieder auf gesichert, klassischem Terrain und interpretiert vorbildlich den Eleganz-Auftrag dieser jungen Rolex-Linie.
Gleiches gilt für die Farbwahl des satinierten Zifferblattes – Weiß – und die funktionalen Anzeigen Stunde, Minute und kleine Sekunde. Die arabischen Ziffern 3, 9 und 12 sowie die applizierten, facettierten Indizes, Zeiger in Breguet- beziehungsweise Schwertform sowie die Eisenbahnminuterie strahlen historische Eleganz aus.
Für präzise Zuverlässigkeit der Anzeigen sorgt das Inhouse-Automatikkaliber 7140. Es ist eine Neuentwicklung mit patentierter Chronergy-Hemmung, patentierter Syloxi-Spirale und dem Paraflex-Antischocksystem. Das als Chronometer der Superlative zertifizierte Werk (COSC + Rolex Zertifizierung nach dem Einschalen des Uhrwerks) bietet eine 66-stündige Gangreserve.
Es ist sorgsam verziert, mit einem durchbrochenen, beidseitig aufziehbaren Rotor aus Gelbgold ausgestattet und durch den Saphirglasboden sichtbar.
Sandrine Donguy, Product & Innovation Director bei Vacheron Constantin, gestattet keine Zweifel: „Die Patrimony ist ein Paradebeispiel für zurückhaltende Ästhetik: Die Modelle orientieren sich unmittelbar an der minimalistischen Ästhetik der 1950er-Jahre – einer Epoche, in der sich die Uhrmacherei durch ihre diskrete Präsenz auszeichnete.“
In dieser Disziplin hat sich im vergangenen Jahr die Patrimony Automatik ganz besonders hervorgetan. Erschienen im Jahr des 270. Jubiläums der Manufaktur erfüllt sie viele Erfordernisse an eine klassische Dress Watch – mit Anleihen an die moderne Variante.
So misst das bis drei bar wasserdichte Gehäuse 40 Millimeter im Durchmesser und 8,65 Millimeter in der Höhe, ist wahlweise aus Weiß-oder Roségold gefertigt und mit einer schmalen und glatten Lünette ausgestattet.
Es bietet den Rahmen für das leicht gewölbte, silberfarbene Jubiläums-Zifferblatt, welches sein schlichtes Design überaus geschickt mit einem dezenten Malteserkreuz-Motiv kombiniert – dem Emblem von Vacheron Constantin seit 1880. Das hebt in keiner Weise die gestalterische Reduktion auf. Diese wird unterstrichen durch applizierte Indizes sowie drei schlichte Zeiger aus Weißgold. Bei 6 Uhr ist das zurückhaltende Datumsfenster platziert.
Für mechanische Präzision sorgt das automatische Manufakturkaliber 2450 Q6/270 mit 40 Stunden Gangreserve und den Funktionen Stunden, Minuten, zentrale Sekunde und Datum. Durch den Gehäuseboden aus Saphirglas lassen sich die Brücken mit dem „Côte unique“-Zierschliff, das Jubiläumsemblem und die durchbrochene Schwungmasse aus 22-karätigem Gold mit Malteserkreuz betrachten.
Getragen wird die Patrimony Automatik an einem eleganten, dunkelgrünen Alligatorlederband mit einer goldenen Dornschließe.