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Der neue Breitling Chronomat und das Comeback von Rouleaux

Der neue Breitling Chronomat und das Comeback von Rouleaux

Die Breitling Chronomat Kollektion, hier das Modell Chronomat B01 42 in Edelstahl mit lachsfarbenem Zifferblatt

Vor genau 80 Jahren erhielt Léon Breitling ein Patent für einen Chronographen mit einem kreisförmigen Rechenschieber. Es war die Geburtsstunde der Ur-Chronomat, die zwei Jahre später, also 1942 erstmals unter der Referenz 769 öffentlich präsentiert wurde. Der Name setzte sich aus den Worten Chronograph und Mathematik zusammen, da mit der neuartigen Drehlünette diverse Berechnungen wie Dreisatz, Multiplikation und Division durchgeführt werden konnten.

Im Jahr 1952 wurde eine Weiterentwicklung der Chronomat präsentiert, die heute für viele wohlmöglich als Inbegriff für die Uhr mit dem Rechenschieber steht, anstatt des Ur-Modell’s von 1942. Die Navitimer Ref. 806 von 1952 war hochentwickelter und ermöglichte noch komplexere, speziell für die Luftfahrt benötigte Kalkulationen. Wohingegen der Chronomat der 1940er Jahre mit seiner ursprünglichen Version des Rechenschiebers eher für Wissenschaftler und Techniker gedacht war, setzte sich die Navitimer schließlich als Fliegeruhr durch.

100 Jahre Breitling und ein neues Design für den Chronomat

In den 1980er Jahren änderte sich das Design der Chronomat grundlegend. 1983 entwickelte Breitling für die Kunstflugstaffel der Italienischen Luftwaffe „Frecce Tricolori“ einen neuen Chronomat. Er hatte nichts mehr mit den Rechenschiebern von einst gemein. 1984, zum 100-jährigen Jubiläum der Marke Breitling wurde das neue Modell Ref. 81950 der Öffentlichkeit vorgestellt und in Serie produziert. Statt Rechenschieber, erhob sich auf dem Gehäuse eine mächtige Lünette mit aufgesetzten Reitern. Zwiebelförmige Drücker und Krone zierten das neue Modell, wie man es von Piloten Uhren gewohnt war. Es war nicht mehr von ‚Chronograph‘ und ‚Mathematik‘ die Rede, sondern von ‚Chronograph‘ und ‚Automatik‘. Dadurch bekam der Name ‚Chronomat‘ eine neue Bedeutung, war aber eben dennoch weiterhin sinngemäß.

Der Handaufzugchronograph Venus 175 wurde durch ein äußerst präzises Automatikwerk Valjoux 7750 ersetzt. Breitling integrierte allerdings bereits 1969 mit Calibre 11 ein automatisches Chronographenwerk in einen Chronomat (Chrono-Matic). Es entsprang aus einer Gemeinschaftsproduktion mit einigen anderen Schweizer Herstellern als eines der ersten automatischen Chronographenwerke für Armbanduhren. Nachdem die Schweizer Uhrenindustrie in den 1970er Jahren von der Quarzkrise geplagt war, wurde Breitling’s Chronomat von 1984 zu einer der ersten wieder auf den Markt gebrachten Chronographen mit mechanischem Werk.

Georges Kern erklärt die neue Chronomat Kollektion

Der neue Chronomat

Als Hommage an das Jubiläums-Modell von 1984 lanciert Breitling nun eine Reihe von neuen Chronomat-Modellen, die durch einige Features bewusst stark an die Retro Version erinnern, aber dennoch sehr modern daherkommen. Das wohl auffälligste Element, das viele Liebhaber der Modellreihe begeistern wird, ist das integrierte Rouleaux-Armband, das nun erstmals seit 1984 wieder aufgelegt wurde. Das Edelstahl der Bandglieder ist matt gebürstet und die Verbindungselemente sind poliert, was ihr einen sonderbar modernen Retro-Style verleiht.

Die neuen Chronomat Uhren besitzen natürlich auch die charakteristische Drehlünette, die durch ihre Reiter hervorgehoben wird. Sie diente den Piloten der „Frecce Tricolori“ einerseits zum Schutz des Glases und erleichterte außerdem das Verstellen der Drehlünette. Doch die Reiter haben noch eine weitere, sehr nützliche Funktion. Die beiden Reiter bei 3 und 9 Uhr lassen sich austauschen und bieten daher je nach Position entweder eine Count-up oder Count-down Funktion.

Der Chronomat ist ein Allrounder

Aber für wen war eigentlich der Chronomat der 1980er Jahre? Er war natürlich aufgrund seiner Vergangenheit aus den 1950er Jahren bei Piloten besonders beliebt und bleibt bis heute der ultimative Pilotenchronograph im Breitling-Katalog. Er war in zahlreichen Ausführungen mit verschiedenen Größen, Farben, Materialien und Sondereditionen erhältlich, so dass er ein breites Spektrum an Uhrenliebhabern ansprach.

Der Chronomat ist ein maskulines und sportliches Modell, das sich aber auch zum Anzug tragen lässt und sich damit alltagstauglicher zeigt, als die ultra wuchtigen früheren Colt oder Avenger Modelle. Seine Vielseitigkeit reichte in den frühen 1990er Jahren sogar bis hin zum Rennsport und Segelsport. Ihr Tachymeter erregte das Interesse der Formel-1-Teams, während ihre reversiblen Reiter sie zu einer nützlichen Uhr für Regatten machten.

Nun bietet Breitling auch seiner Kundschaft von heute wieder eine vielseitige und alltagstaugliche Chronomat an. Sie ist mit verschiedenen Metall- und Zifferblattoptionen erhältlich, jedoch erstmal nur in einer einheitlichen Gehäuse-Größe von 42 Millimetern, einem Armband und ohne weitere Zusatzfunktionen wie einer zweiten Zeitzone (GMT) zum Beispiel. Das lässt Breitling etwas Spielraum für weitere spannende Ausführungen in den kommenden Jahren.

Chronomat B01 42 und Chronomat B01 42 Bentley

Die neue Chronomat B01 42 (Ref. AB0134101G1A1, AB0134101K1A1, AB0134101C1A1 und AB0134101B1A1) erscheint mit einem modern-interpretierten silbernen, kupferfarbenen oder blauen Zifferblatt mit kontrastierenden schwarzen Chronographenzählern. Sie ist zusätzlich auch mit einem schwarzen Zifferblatt mit silberfarbenen Chronographenzählern erhältlich.

Ein grünes Zifferblatt mit schwarzen Zählern ziert den Chronomat B01 42 Bentley (Ref. AB01343A1L1A1), der zu Ehren der langjährigen Partnerschaft mit dem Luxuswagenhersteller einen Platz in der neuen Kollektion findet. Durch eine „Bentley“-Gravur auf dem transparenten Saphirboden wird dieses Modell weiter hervorgehoben. Die vier Stahlmodelle kosten je 7.950 Euro und die Bentley Sonderedition kostet 8.100 Euro.

Ganz im Sinne der 1980er Jahre, als Gold und Bicolor Modelle besonders angesagt waren, schwingt nun auch in der neuen Kollektion ein Hauch 80s Charme weiter. Bei der Chronomat B01 42 (Ref. IB0134101G1A1) bestehen Krone, Drücker, Lünette mit Reitern, Ziffern und Indizes aus 18-karätigem Rotgold. Das schicke Bicolor-Modell hat ein silberfarbenes Zifferblatt mit farblich abgestimmten Chronographenzählern. Es wird an einem Rouleaux-Armband aus Edelstahl mit Doppelfaltschließe getragen und kostet 9.100 Euro.

Die Bicolor Modelle werden mit zwei weiteren Chronomat B01 42 Referenzen ergänzt, bei denen auch das Rouleaux-Armband in Bicolor, also sowohl aus Edelstahl als auch 18-karätigem Rotgold bestehen. Referenz UB0134101C1U1 besitzt ein blaues Zifferblatt und farblich abgestimmten Chronographenzählern – Referenz UB0134101B1U1 hat ein anthrazitfarbenes Zifferblatt mit schwarzen Chronographenzählern. Preis je 11.800 Euro. 

Chronomat B01 42 Frecce Tricolori Limited Edition

Als Hommage an das Original-Modell von 1983, das die moderne Chronomat inspirierte, lanciert Breitling außerdem eine Chronomat B01 42 Frecce Tricolori Limited Edition (250 Stück) mit blauem Zifferblatt und farblich abgestimmten Chronographenzählern. Anstelle des Breitling Schriftzuges findet sich auf dem Zifferblatt das „Frecce Tricolori“ Logo. Auf dem Gehäuseboden ist „ONE OF 250“ eingraviert. Wie alle neuen Chronomat Modelle wird auch sie an einem Rouleaux-Armband mit Doppelfaltschließe getragen. Preis: 8.100 Euro. 

Jedes Modell der neuen Chronomat wird vom zuverlässigen Breitling-Manufakturkaliber 01 angetrieben, das nicht zuletzt auch durch seine lange Gangreserve von 70 Stunden glänzt. Die Modelle sind allesamt COSC-zertifizierte Chronometer. Übrigens war es eine Chronomat, bei der Breitling das hauseigene Manufakturkaliber 01 im Jahr 2009 erstmals einführte.

www.breitling.com


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