Rolex gilt als das womöglich bekannteste und zugleich begehrteste Uhrenhaus der Welt – steht eine Uhr mit der Krone am Handgelenkt doch in vielen Teilen der Welt als Synonym für Erfolg und Wohlstand. Doch im exklusiven Kreis vermögender Sammler genügt nicht jede Rolex: Gesucht werden jene Exemplare, die sich durch außergewöhnliche Geschichten, extreme Seltenheit oder technische Besonderheiten von jenen der regulären Serienproduktion abheben, was uns auch schon zu den teuersten Rolex-Armbanduhren bringt, die jemals auf Auktionen versteigert wurden. Diese reichen von ikonischen „Paul Newman“-Daytonas über die legendäre „Bao Dai“ bis hin zu Off-Catalogue-Exemplaren wie der „Rainbow Zenith Daytona“ oder zu Sonderanfertigungen für den ehemaligen Sultan von Oman, Qaboos bin Said Al Said. Was diesen exklusiven Kreis von Uhren eint, sind nicht nur die besonderen Geschichten, die sie umgeben, sondern auch ihre teils exorbitant hohen Gesamtpreise. Genau diese Uhren – und ihre Preise – wollen wir uns in diesem Artikel genauer ansehen. Hier sind die 15 teuersten Rolex-Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion versteigert wurden.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Serie „Teuerste Armbanduhren aller Zeiten“, in der wir uns bereits mit Armbanduhren von Marken wie Richard MilleF.P.Journe und Patek Philippe befasst haben.

15. Cosmograph Daytona Ref. 6264, „Paul Newman Lemon“-Zifferblatt: EUR 2.641.911

Beim Platz 15 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, handelt es sich um eine Rolex Cosmograph Daytona Ref. 6264 mit einem sogenannten „Lemon“-Paul-Newman-Zifferblatt. Um als Cosmograph Daytona mit einem „Lemon“-Paul-Newman-Zifferblatt klassifiziert zu werden, muss das Hauptzifferblatt eine matte, fein gekörnte Oberfläche aufweisen und sich farblich durch einen ausgeprägt cremigen Gelbton, der eher ins Zitronengelbe geht, von den üblichen Champagner-Varianten absetzen. Hinzu kommen die weiß gedruckten Art-Déco-Ziffern in den Hilfszifferblättern – anstelle der sonst üblichen champagnerfarbenen Beschriftung.

Credit © Phillips

Weitere bedeutende Merkmale der hier beschriebenen Uhr, die auch dabei helfen können, ihren besonders hohen Verkaufspreis zu erklären, sind zum einen das Gehäuse, das sich in einem gut erhaltenen Zustand samt ausgeprägten und scharfen Kanten präsentiert. Zum anderen zeigt das Zifferblatt eine beginnende „Tropical“-Entwicklung, bei der die Hilfszifferblätter einen Braunton angenommen haben, während die äußere Minuterie einen Wandel zu einer warmen, hellbraunen Farbnuance vollzogen hat. Zusätzlich wurde die Attraktivität der hier beschriebenen Uhr durch die beiliegende originale Garantie gesteigert, die am 18. Februar 1974 von Brunati – einem ehemaligen Zürcher Händler, der heute nicht mehr existiert – ausgestellt wurde.

Die Cosmograph Daytona Ref. 6264 mit „Paul Newman Lemon“-Zifferblatt wurde bei der „Geneva Watch Auction: XX“ des Auktionshauses Phillips im Jahr 2024 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 2.641.911 Euro versteigert.

14. Cosmograph Daytona Ref. 16516, Lapis-Lazuli-Zifferblatt: EUR 2.897.610

Beim Platz 14 der Liste der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, handelt es sich um die bislang einzige bekannte Daytona, die ein 40-mm-Platingehäuse mit einem Zifferblatt aus Lapislazuli-Hartstein kombiniert. Die Uhr mit der Referenznummer 16516 sowie einer A-Seriennummer wurde laut dem Auktionshaus Sotheby’s im Jahr 1999 gefertigt. Auf dem Gehäuseboden findet sich eine Gravur mit der Datierung „XII 1998“.

Credit © Sothebys

Im Inneren der Uhr befindet sich das Kaliber 4030, das auf dem El-Primero-Kaliber 400 von Zenith, dem ersten Chronographen-Hochfrequenzkaliber mit automatischem Aufzug überhaupt, basiert. Das Zenith El Primero Kaliber 400 wurde von Rolex rund 200 Modifikationen unterzogen, bevor es den eigenen Anforderungen entsprach. Zu den überarbeiteten Komponenten zählten unter anderem die Unruhbrücke mit Integration des Rolex-eigenen Micro-Stella-Feinreguliersystems sowie das Stoßsicherungssystem. Darüber hinaus wurde die Gangreserve von ursprünglich 42 auf 52 Stunden erhöht. Zudem reduzierte Rolex die Frequenz des ursprünglichen Zenith-El-Primero-Werks von 36.000 Halbschwingungen pro Stunde auf 28.800.

Die Cosmograph Daytona Ref. 16516 mit Lapis-Lazuli-Zifferblatt wurde bei der „Important Watches“-Auktion des Auktionshauses Sotheby’s im Jahr 2020 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 2.897.610 Euro versteigert.

13. Split-Seconds Chronograph Ref. 4113, Gehäusenummer 051321: EUR 3.284.000

Die Rolex Schleppzeiger-Chronographen-Referenz 4113 nimmt innerhalb der Rolex-Historie gleich aus mehreren Gesichtspunkten einen außergewöhnlichen Platz ein: Sie ist der einzige jemals von Rolex gefertigte Schleppzeiger-Chronograph, wurde ausschließlich im Jahr 1942 produziert, nie in offiziellen Produktkatalogen abgebildet und nie in Werbematerialien beworben. Mit einem Gehäusedurchmesser von 44 mm stellt sie nicht nur das größte jemals von Rolex gefertigte Chronographengehäuse dar, sondern zählt zugleich zu den flachsten Schleppzeiger-Chronographen ihrer Zeit, und die Produktion war streng limitiert: Lediglich zwölf Exemplare wurden gefertigt, mit Seriennummern im Bereich von 051313 bis 051324. Im Inneren der Uhr arbeitet das Kaliber Valjoux 55 VBR, das für Rolex modifiziert wurde.

Credit © Monaco Legend Auctions

Doch trotz intensiver Forschung bleibt die vollständige Entstehungsgeschichte der Ref. 4113 bis heute nicht abschließend geklärt. Ursprünglich offenbar für den Einsatz in der Luftfahrt konzipiert, scheinen die meisten bekannten Exemplare jedoch früh ihren Weg nach Italien gefunden zu haben, wo sie insbesondere im automobilen Umfeld Verwendung fanden. Diese Annahme verdichtet sich durch die doppelte Skalierung auf dem Zifferblatt: Hier sind zum einen eine Telemeterskala zu finden, die typischerweise mit militärischem oder aeronautischem Kontext assoziiert ist, und zum anderen eine Tachymeterskala, die eher dem Motorsport zuzuordnen ist. Mit heute lediglich acht öffentlich dokumentierten Exemplaren zählt die Referenz 4113 zu den seltensten und gleichermaßen begehrtesten Sammlerstücken der Marke.

Die hier beschriebene Uhr stammte aus der Sammlung des Auro Montanari, besser bekannt als John Goldberger, und wurde bei der „Exclusive Timepieces“-Auktion des Auktionshauses Monaco Legend Auctions im Jahr 2024 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 3.284.000 Euro versteigert.

12. Oyster Cosmograph Ref. 6263, „Paul Newman Lemon“-Zifferblatt, „The Legend“, Gehäusenummer 2’330’529: EUR 3.401.681

Bei der Nummer 12 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, handelt es sich um das dritte öffentlich bekannte Exemplar der Gold-Cosmograph-Daytonas mit verschraubten Chronographendrückern und „Oyster Lemon Paul Newman“-Zifferblättern. Die hier beschriebene Uhr trägt die Gehäusenummer 2’330’529, was sie in der Reihenfolge zum dritten bekannten Exemplar macht. Diese besondere Ausführung der Cosmograph Daytona hat deshalb eine besondere Stellung innerhalb der Rolex Cosmograph-Daytonas inne, da bis zu ihrem erstmaligen öffentlichen Erscheinen im Jahr 2013 bei einer Auktion nicht nachweislich belegt war, dass sie überhaupt existierte. Bei dieser ersten Uhr mit dieser Ausführung handelt es sich um das Exemplar mit der Seriennummer 2’330’402, welches auf Platz 11 der teuersten Rolex Uhren rangiert und das wir im nächsten Teil genau beschreiben.

Credit © Phillips

Die Oyster Cosmograph Ref. 6263 mit „Paul Newman Lemon“-Zifferblatt und der Gehäusenummer 2’330’529 wurde bei der „Geneva Watch Auction: FIVE“ des Auktionshauses Phillips im Jahr 2017 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 3.401.681 Euro versteigert.

11. Oyster Cosmograph Ref. 6263, „Paul Newman Lemon“-Zifferblatt, „The Legend“, Gehäusenummer 2’330’402: EUR 3.447.420

Die Bedeutung des Platzes 11 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, liegt darin, dass bis zu ihrem erstmaligen öffentlichen Erscheinen bei einer Auktion im Jahr 2013 über viele Jahre die Annahme galt, dass es keine Gold-Cosmograph-Daytonas mit verschraubten Chronographendrückern und „Oyster Lemon Paul Newman“-Zifferblatt gebe. Die 2013 erstmals öffentlich erschienene Ref. 6263 mit Gold-Paul-Newman-„Lemon Dial“ sorgte damit für Aufsehen. Ihr besonders hoher Verkaufspreis erklärt sich zudem durch den Umstand, dass es sich bei der hier beschriebenen Uhr mit der Gehäusenummer 2’330’402 um das früheste der lediglich drei öffentlich bekannten 18K-Gold-Paul-Newman-Referenzen 6263 mit „Lemon“-Zifferblatt handelt.

Credit © Christies

Seit 2013 sind zwei weitere Exemplare der Ref. 6263 mit identischen Charakteristika und ebenso frühen Seriennummern im Bereich 2’330’*** öffentlich bekannt geworden:

  • 2’330’402 – das hier beschriebene Exemplar
  • 2’330’*** – dokumentiert in Ultimate Rolex Daytona, Pucci Papaleo, S. 356–359
  • 2’330’529 – verkauft für 3.401.681 Euro bei Phillips Genf, 13.–14. Mai 2017, Los 237 – Platz 12.

Damit zählen die drei bestätigten Exemplare der 18K-Gold-Referenz 6263 mit „Lemon Paul Newman“-Zifferblatt zu den seltensten Cosmograph-Daytonas überhaupt. Mit schwarzer Lünette und verschraubten Chronographendrückern führte die Referenz 6263 das Erbe der Referenz 6240 fort – der ersten Daytona mit verschraubten Drückern und ebenfalls schwarzer Lünette. Äußerlich ist die Verwandtschaft offensichtlich, technisch jedoch bestehen Unterschiede: Das Gehäuse der 6263 ist geringfügig größer dimensioniert, und im Inneren arbeitet das modernisierte Kaliber 727, während die 6240 zumeist mit dem älteren Kaliber 722 ausgestattet ist. Die Bezeichnung des „Lemon“-Zifferblatts bezieht sich auf den intensiven, satten Gelbton des Zifferblatthintergrunds, der sich deutlich von dem üblichen Creme- oder Champagnerton unterscheidet. Charakteristisch sind zudem die weiß gedruckten Skalen und Ziffern auf den maschinell guillochierten Hilfszifferblättern.

Die Uhr wurde bei der „Rare Watches“-Auktion des Auktionshauses Christie’s im Jahr 2022 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 3.447.420 Euro versteigert.

10. Cosmograph Daytona Ref. 6270: EUR 3.773.444

Der Platz 10 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, geht auf den ehemaligen Sultan von Oman, Qaboos bin Said Al Said, zurück, der eine besondere Vorliebe dafür hegte, die feinsten Zeitmesser bei namhaften Uhrenhäusern wie Rolex und Patek Philippe in Auftrag zu geben, um sie treuen Dienern und ausländischen Würdenträgern zu schenken. Diese Uhr war Teil einer Serie von Daytona-Modellen in Gelbgold mit Edelsteinbesatz, die Qaboos über den traditionsreichen Londoner Juwelier Asprey bestellte. Asprey kam als offizieller Händler und Vermittler zwischen dem Sultanat Oman und Schweizer Manufakturen die Aufgabe zu, Qaboos’ Leidenschaft für Uhren mit besonderen Konfigurationen zu stillen. Da bis dahin keine Daytona mit Edelsteinbesatz existiert hatte, vergab Rolex für dieses Modell die neue Referenznummer 6270 und die Auslieferung der ersten Exemplare begann um 1984.

Credit © Phillips

Die hier beschriebene Uhr zählt laut dem Auktionshaus Phillips zu den drei frühesten bekannten Gehäusenummern dieser Referenz, 8’439’967, 8’439’968 und 8’439’969 – wobei es sich bei letzterer um die vorliegende Uhr handelt. Weitere bekannte Exemplare tragen die Serien 9’091’4xx (zwei Stück), 9’827’95x (zwei Stück) sowie ein einzelnes Exemplar mit der Nummer 8’761’106. Mit lediglich acht im Markt dokumentierten Exemplaren – einschließlich des hier beschriebenen – gehört diese Referenz also zu den seltensten, je in Serie produzierten Rolex-Modellen.

Die hier beschriebene Daytona Ref. 6270 verfügt über ein Gelbgold-Gehäuse mit einem Durchmesser von 37 mm, über eine Lünette, die mit Diamanten im Baguette-Schliff besetzt ist, sowie über ein Zifferblatt, das mit pavégefassten Diamanten besetzt ist. Besonders sind zudem die nie zuvor und seither nie wieder verwendeten kobaltblauen Hilfszifferblätter, die mit den blauen Edelsteinindizes harmonieren.

Die Cosmograph Daytona Ref. 6270 wurde bei der „Geneva Watch Auction: XVII“ des Auktionshauses Phillips im Jahr 2023 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 3.773.444 Euro versteigert.

9. Split-Seconds Chronograph Ref. 4113, Gehäusenummer 051319: EUR 4.077.380

Bei der Referenz 4113, dem Platz 9 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, handelt es sich – wie oben bei Rekord-Uhr Nr. 13 bereits beschrieben – um den einzigen jemals von Rolex gefertigten Schleppzeiger-Chronographen, der ausschließlich im Jahr 1942 produziert wurde. Mit einem 44 mm im Durchmesser und ungefähr 11,3 mm in der Höhe messenden Edelstahlgehäuse stellt die Ref. 4113 das größte Chronographengehäuse, das Rolex jemals fertigte, und zugleich einen der flachsten Schleppzeiger-Chronographen ihrer Zeit dar. Die Produktion erfolgte in extrem limitierter Stückzahl: Laut der Auktionsplattform FutureGrail wurden lediglich zwölf Exemplare gefertigt, mit Seriennummern, die sich im Bereich von 051313 bis 051324 bewegten. Eine Aufnahme in offizielle Rolex-Kataloge erfolgte nie – alles deutet darauf hin, dass es sich um eine Sonderanfertigung handelte, was die Rarität dieser Uhr zusätzlich erhöht. Der Schleppzeiger-Mechanismus dieser Rolex ermöglicht das temporäre Abkoppeln eines zweiten, zentral angeordneten Chronographen-Sekundenzeigers, um Zwischenzeiten zu messen. Über einen zusätzlichen Drücker wird der Schleppzeiger angehalten, sodass einer der beiden Zeiger zur Anzeige einer Zwischenzeit stehen bleibt, während der andere weiterläuft. Betätigt man den Drücker erneut, „holt“ der angehaltene Zeiger den laufenden Zeiger ein und bewegt sich wieder deckungsgleich mit ihm.

Credit © FutureGrail

Besonders ist zudem die sehr schmal ausgeführte Lünette, die als dezenter Rahmen jenes Zifferblatts dient, das den Werkstätten von Beyeler zugeschrieben wird. Das Zifferblatt, das auf einer versilberten Metallplatte basiert, ist mit arabischen Ziffern bei 2, 4, 6, 8, 10 und 12 Uhr versehen. Diese werden umrahmt von einer außenliegenden Minuterie, die in arabische Ziffern in Fünferschritten von 5 bis 60 unterteilt ist und über entsprechende Skalierungsschritte verfügt. Am Zifferblattrand finden sich zudem eine Tachymeterskala bis 1.000 Einheiten sowie eine Telemeterskala mit 20 Unterteilungen. Da heute lediglich acht Exemplare der Referenz 4113 öffentlich dokumentiert sind und diese sich alle in bedeutenden Privatsammlungen befinden, sorgt das Erscheinen einer Ref. 4113 bei einer Auktion für Aufsehen.

Die Split-Seconds Chronograph Ref. 4113 mit der Gehäusenummer 051319 wurde bei der Auktionsplattform FutureGrail für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 4.077.380 Euro versteigert.

8. Cosmograph Daytona Ref. 6270, „The King“: EUR 4.502.167

Der Platz 8 der teuersten Rolex Armbanduhren geht auf den ehemaligen Sultan von Oman, Qaboos bin Said Al Said, zurück, der besondere Empfindlichkeiten dafür aufbrachte, die feinsten Zeitmesser bei namhaften Uhrenhäusern wie Rolex und Patek Philippe zu bestellen, um sie treuen Dienern und ausländischen Würdenträgern zu schenken. Die Uhrenmarken ermächtigten Qaboos nicht nur, einmalige Konfigurationswünsche in Auftrag zu geben, sondern auch Zifferblätter mit einem Symbol zu versehen, das heute als ikonisch in der Uhrmacherei angesehen wird: zwei gekreuzte Schwerter, auf denen ein Dolch platziert ist und die das Nationalsymbol des Oman bilden, das auch als Khanjar-Emblem bekannt ist. Uhren, die das Nationalsymbol des Oman tragen, sind deshalb als „Khanjar-Uhren“ bekannt.

Credit © Phillips

Wie es zu diesen besonderen Uhren kam, rührt aus der Vergangenheit des jungen Qaboos, der die Königliche Militärakademie Sandhurst besuchte. Während dieser Zeit, als er in seinen frühen Zwanzigern in London lebte, lernte er einen Mann namens Tim Landon kennen, der später zu einem der reichsten Männer Englands wurde und Qaboos dabei half, den Oman zu entwickeln. Dieser wiederum machte ihn mit der Schlüsselfigur der „Khanjar“-Uhren bekannt: John Asprey. Asprey kam als offizieller Händler und Vermittler zwischen dem Sultanat Oman und Schweizer Manufakturen die Aufgabe zu, Qaboos’ Leidenschaft für doppelt signierten „Khanjar-Uhren“ und Uhren mit besonderen Konfigurationen zu stillen.

Credit © Sothebys

Über Asprey war es auch, dass Qaboos, den Platz 8 der Liste der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, bestellte: Der Sultan orderte über Asprey eine Serie von Daytona-Modellen in Gelbgold. Für diese Bestellung kombinierte Rolex laut dem Auktionshaus Sotheby’s erstmals – und in dieser Form nie wieder – eine mit Baguette-Diamanten besetzte Lünette mit einem vollständig pavé-gesetzten Diamantzifferblatt, begleitet von Stundenindizes aus Saphiren und dunkelblauen Totalisatoren. Da bis dahin keine Daytona mit Edelsteinbesatz existiert hatte, vergab Rolex für dieses Modell die neue Referenznummer 6270 und die Auslieferung der ersten Exemplare begann 1984. Insgesamt sind heute lediglich acht Exemplare der Referenz 6270 dokumentiert, wodurch sie zu den seltensten jemals serienmäßig produzierten Rolex-Uhren zählt.

Die Cosmograph Daytona Ref. 6270, „The King“, wurde bei der „Important Watches“-Auktion des Auktionshauses Sotheby’s im Jahr 2025 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 4.502.167 Euro versteigert.

7. Cosmograph Daytona Ref. 6263, „Big Red“: EUR 4.519.875

Seit 1968 wurde Paul Newman im Laufe seines Lebens mit einer kleinen Auswahl von Rolex Cosmograph Daytona-Modellen fotografiert. Unter diesen nimmt die hier beschriebene Daytona Ref. 6263 „Big Red“ eine besondere Stellung ein, da sie von Newman von 1983 bis 2008 getragen wurde und somit nicht nur zur Uhr wurde, die er am längsten besaß, sondern auch zur Uhr, die er länger trug als jede andere. Diese Uhr, deren Seriennummer 6’392’137 den Zeitmesser auf etwa 1981 datiert, schenkte Newman seiner Tochter Clea Newman Soderlund im Jahr 2008, kurz vor seinem Tod. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erhielt Paul Newman die Rolex Daytona Ref. 6263 „Big Red“ von seiner Frau Joanne Woodward zum 25. Hochzeitstag im Jahr 1983. Auf dem Gehäuseboden ließ sie die Inschrift „Drive slowly Joanne“ anbringen.

Credit © Phillips

Die im Jahr 1969 eingeführte Referenz 6263 beherbergt das Rolex-Kaliber 727 und verfügt über verschraubte Chronographendrücker. Gemeinsam mit der Referenz 6265 – der Variante mit Stahllünette – gehört diese Uhr zu den wichtigsten Rolex-Chronographen. Beide Referenzen wurden wahlweise mit silberfarbenem oder schwarzem Zifferblatt angeboten, wie auch die hier beschriebene Uhr. Ihren Namen – „Big Red“ – erhielt die Uhr insbesondere durch den großen Daytona-Schriftzug, der in einem markanten roten Farbton gehalten ist und somit eine schwarz-rot-weiße Gestaltung des Zifferblatts realisiert.

Credit © Phillips

Die Cosmograph Daytona Ref. 6263, „Big Red“, wurde bei der „Racing Pulse“-Auktion des Auktionshauses Phillips im Jahr 2020 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 4.519.875 Euro versteigert.

6. Ref. 6062, „Bao Dai“: EUR 4.630.015

Die Geschichte des Platzes 6 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, soll sich laut dem Auktionshaus Phillips folgendermaßen zugetragen haben: Wir schreiben das Jahr 1954, der Indochinakrieg ist beendet und die Weltmächte versammeln sich gemeinsam mit den Viet Minh in der Schweiz, um über die Zukunft Vietnams zu verhandeln. Während einer Sitzungspause tritt ein Mann aus dem Hotel des Bergues, wo die informellen Gespräche stattfinden, um frische Luft zu schnappen. Dieser – noch nicht ahnend, dass sein Land bald in zwei Teile gespalten sein und er als letzter Kaiser Vietnams in die Geschichte eingehen wird – geht lediglich über die Straße zur Chronométrie Philippe Beguin, einem renommierten Rolex-Händler. Hier formuliert er ein simples wie anspruchsvolles Anliegen, das uns zur hier beschriebenen Uhr führt: Er wünsche die seltenste und kostbarste Rolex, die jemals gefertigt wurde. Doch nachdem auch mehrere der anschließend präsentierten Rolex-Modelle nicht genügten, wandte man sich direkt an Rolex, die kurzerhand einen Mitarbeiter aus den Werkstätten am Stadtrand von Genf entsandten, der eine außergewöhnliche Uhr im Gepäck hatte. Bei dieser außergewöhnlichen Uhr handelt es sich um die hier beschriebene Rolex Ref. 6062 – und bei dem Mann, der diese erwarb, handelt es sich um Nguyễn Phúc Vĩnh Thụy, den 13. und letzten Kaiser der Nguyễn-Dynastie, der mit seiner Thronbesteigung im Jahr 1925 im Alter von nur zwölf Jahren den Namen Bao Dai erhielt – zu Deutsch „Bewahrer der Größe“.

Credit © Phillips

Die laut dem Auktionshaus Phillips um 1952 gefertigte Rolex Ref. 6062, die „Bao Dai“ erhielt, kennzeichnet sich durch die Charakteristika eines 36 mm messenden Oyster-Gehäuses in Gelbgold, eines hauseigenen automatischen Kalibers 9 3/4“‘ und einer – bei Rolex besonders seltenen – vollständigen Kalenderkomplikation mit Mondphasenanzeige. Die Rolex Ref. 6062 „Bao Dai“ ist eines von lediglich drei bekannten Exemplaren der Ref. 6062, die über die Kombination eines schwarzen Zifferblatts und Diamantindizes verfügen. Während zwei dieser Uhren sechs Diamanten bei den ungeraden Stundenpositionen aufweisen, verfügt die Ref. 6062 „Bao Dai“ jedoch über fünf Diamantindizes bei den geraden Stunden, die mit einer daraus resultierenden Zifferblattgestaltung einhergehen, die diese Uhr zu einem wahren Unikat macht. Denn aufgrund des Diamantindexes bei 12 Uhr musste die Rolex-Krone im Schriftzug nach unten versetzt werden – folglich entfiel die übliche Anordnung „Rolex Oyster Perpetual“ oberhalb des Tages- und Monatsfensters. Zudem wurde auch der Hinweis „Officially Certified Chronometer“ aus dem Zentrum des Zifferblatts entfernt und unterhalb der Mondphasenanzeige positioniert.

Credit © Phillips

Die „Bao Dai“ erschien erstmals 2002 auf dem Markt, eingeliefert von der Familie des Kaisers. Bereits damals erzielte sie bei Phillips mit 370.000 Schweizer Franken einen Rekordpreis und wurde zur seinerzeit teuersten jemals versteigerten Rolex. Fünfzehn Jahre später wurde sie erneut angeboten – nun aus dem Besitz des zweiten Eigentümers. Die Ref. 6062, „Bao Dai“, wurde bei der „Geneva Watch Auction: FIVE“-Auktion des Auktionshauses Phillips im Jahr 2017 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 4.630.015 Euro versteigert.

5. GMT-Master Ref. 1675, getragen von Marlon Brando während der Dreharbeiten zum Film „Apocalypse Now“: EUR 4.754.112

Die Uhr auf Platz 5 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion verkauft wurden, gehörte einst Marlon Brando, dem Schauspieler aus bekannten Filmen wie „Der Pate“ und „A Streetcar Named Desire“. Diese Rolex GMT-Master Ref. 1675, die lange Zeit als verschollen galt, trägt den Spitznamen „Apocalypse Now“, da sie von dem Schauspieler in dem gleichnamigen Film von 1979 getragen wurde, in dem er die Rolle des Colonel Walter E. Kurtz verkörperte. Brando hat sogar den Schriftzug „M. Brando“ auf den Gehäuseboden gravieren lassen – ein Merkmal, das vor der Versteigerung 2019 nicht aufgefallen war. Die Uhr befand sich bis 1995 in Brandos Besitz, bis er sie beinahe 20 Jahre nach den Dreharbeiten zu „Apocalypse Now“ an seine adoptierte Tochter Petra Brando Fischer verschenkte, nachdem diese 1994 ihren Abschluss an der Brown University erhalten hatte. Gemeinsam mit der Uhr übergab er ihr einen handgeschriebenen Brief, adressiert an „Petra (dream girl)“, in dem er seinen Stolz über ihre Leistungen ausdrückte. Dabei verlor er ebenfalls Worte über seine Rolex: „Diese Uhr ist wie ein Panzer. Du kannst alles mit ihr machen, und sie läuft weiter. Ich möchte, dass du sie als Erinnerung daran behältst, wie stolz ich auf dich bin.“

Credit © Christies

Jedoch gibt es weitere Eigenschaften, die diese Uhr über ihre Geschichte hinaus auszeichnen: Ein besonderes Merkmal der Ref. 1675 von circa 1972, das auch dazu beitragen kann, ihren hohen Wert zu erklären, ist die Entscheidung Brandos, die Uhr zu modifizieren und die Lünette zu entfernen. Die Hintergründe, die dazu führten, trugen sich laut Petra Brando Fischer folgendermaßen zu: Brando habe die Uhr mit ans Set auf die Philippinen gebracht, sei jedoch darauf hingewiesen worden, dass sie während der Dreharbeiten zu auffällig wirke. Er habe entgegnet: „Wenn sie auf meine Uhr schauen, dann mache ich meinen Job als Schauspieler nicht richtig.“ Des Weiteren wurde die Uhr in demselben Zustand angeboten, in dem Petra Fischer sie erhielt – inklusive des schwarzen Kautschukbands. Demnach wurde auch das Gehäuse nie poliert, und die Leuchtindizes sowie -zeiger des Mark-IV-Zifferblatts sind zu einem warmen Farbton gealtert.

Credit © Christies

Die von Marlon Brando während der Dreharbeiten zum Film „Apocalypse Now“ getragene GMT-Master Ref. 1675 erzielte bei der „Passion for Time“-Auktion des Auktionshauses Christie’s im Jahr 2023 einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 4.754.112 Euro.

4. Oyster Cosmograph Ref. 6265, „The Unicorn“: EUR 4.970.233

Es galt über Jahrzehnte hinweg als allgemein angenommen, dass Rolex handaufgezogene Cosmograph-Modelle ausschließlich in Edelstahl oder Gelbgold fertigte, niemals jedoch in Platin, Weiß- oder Roségold. Zwar wurde im Jahr 2017 bei Phillips eine Bicolor-Cosmograph entdeckt und versteigert – doch galt die Vorstellung, Rolex habe von seiner traditionellen Materialpolitik abgewichen, vielen als wenig realistisch. Dies wurde jedoch im Jahr 2013 widerlegt, als die Uhrenplattform Hodinkee erstmals ein Unikat von besonderer Bedeutung öffentlich vorstellte: eine Cosmograph Daytona Ref. 6265 in einem Gehäuse aus Weißgold, die Recherchen zufolge als Sonderanfertigung für einen deutschen Händler im Jahr 1970 gefertigt und ein Jahr später, 1971, ausgeliefert wurde. Nach den Informationen des Auktionshauses Phillips wurde das Modell intern mit der Referenz 6265/9 geführt. Historisch verwendete Rolex die Endziffer 8 für Gelbgold-Modelle, während die 9 Gehäuse aus Weißgold kennzeichnete. Belegt wird dies durch zeitgenössische Produktunterlagen, die gelbgoldene Cosmographen als 6265/8 listeten.

Credit © Phillips

Die Uhr stammte aus der Sammlung des Uhrensammlers John Goldberger, der die ursprünglich mit einem Lederarmband ausgelieferte Uhr mit einem massiven Weißgold-Armband komplementierte, das die Materialbeschaffenheit zusätzlich unterstreicht. Gesteigert wurde der Wert der Uhr zusätzlich durch ihr schwarzes „Sigma“-Zifferblatt, das dem Herstellungszeitraum entspricht und silberfarbene Totalisatoren zeigt, die sich kontrastreich vom dunklen Grund abheben.

Die Oyster Cosmograph Ref. 6265, „The Unicorn“, wurde bei der „Daytona Ultimatum“-Auktion des Auktionshauses Phillips im Jahr 2018 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 4.970.233 Euro versteigert.

3. Ref. 6062: EUR 5.330.000

Komplikationen gelten bei Rolex als traditionell selten. Die hier beschriebene Rolex Ref. 6062, Platz 3 der teuersten Rolex Armbanduhren, die jemals auf einer Auktion versteigert wurden, vereint jedoch gleich vier Anzeigen – Wochentag, Monat und Datum des klassischen Jahreskalenders sowie eine Mondphasenanzeige – und integriert sie in das wasserdichte 36-mm-Oyster-Gelbgold-Gehäuse mit verschraubtem Boden und verschraubter Krone, das von einem originalen „Tile“-Armband in Gelbgold begleitet wird. Die geschätzte Produktionszahl der Referenz 6062 beläuft sich auf lediglich rund 350 Exemplare, und innerhalb dieser ohnehin schon sehr limitierten Serie lassen sich mehrere Zifferblattvarianten gliedern: Eine besonders von Sammlern geschätzte Version ist das zweifarbige Zifferblatt; das sogenannte „Stelline“- oder Stern-Zifferblatt wurde von Stern Frères gefertigt und charakterisiert sich durch facettierte, sternförmige Stundenmarkierungen; am seltensten jedoch ist das schwarz lackierte Zifferblatt, über das auch Platz 3 der teuersten Rolex Armbanduhren verfügt. Das Zifferblatt gipfelt in den gestalterischen Höhepunkten von sechs Diamantindizes, die bei 1, 3, 5, 7, 9 und 11 Uhr positioniert sind, und in der roten Spitze des Datumszeigers, der wiederum auf Ziffern deutet, die durch ihren goldenen Farbton einen harmonischen Kontrast mit dem schwarzen Hintergrund bilden.

Credit © Monaco Legend Auctions

Die größten Unterscheidungsmerkmale der hier beschriebenen Ref. 6062 im Hinblick auf die „Bao Dai“ – Platz 6 der teuersten Rolex Armbanduhren – liegen in ihren gold hinterlegten Datumsscheiben, der roten Spitze des Datumszeigers sowie den sechs Diamanten anstatt der fünf Diamanten. Innerhalb des exklusiven Kreises der Ref.-6062-Uhren mit schwarzen Zifferblättern und Diamantbesatz ist neben der hier beschriebenen Ref. 6062 mit sechs Diamanten und der Ref. 6062 „Bao Dai“ mit fünf Diamanten lediglich ein weiteres Exemplar der Ref. 6062 bekannt. Dieses dritte Exemplar verfügt ebenfalls über sechs Diamanten bei den ungeraden Stundenpositionen – 1, 3, 5, 7, 9 und 11 Uhr. Die hier beschriebene Ref. 6062 wurde am 14. Mai 2006 bei der Antiquorum-Auktion „Mondani Collection of Rolex Wristwatches“ versteigert und befand sich nahezu zwei Jahrzehnte in privater Hand, bis sie im Oktober 2025 bei der „Exclusive Timepieces“-Auktion des Auktionshauses Monaco Legend Auctions erneut unter den Hammer kam.

Die Ref. 6062 wurde bei der „Exclusive Timepieces“-Auktion des Auktionshauses Monaco Legend Auctions im Jahr 2025 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 5.330.000 Euro versteigert.

2. Cosmograph Daytona Ref. 16599SAAEC, „Rainbow Zenith Daytona“: EUR 5.869.805

Obwohl Rolex als die wohl bekannteste Uhrenmarke der Welt gilt, im Jahr schätzungsweise über eine Million Uhren produziert und sich damit mit einem Marktanteil von rund einem Drittel der gesamten Schweizer Uhrenproduktion behauptet, umgibt die Marke mit der Krone durch ihre kalkulierte Diskretion eine Aura, die ebenso viel Prestigeträchtigkeit wie Mysterium suggeriert. Unter dieses Mysterium fallen auch die sogenannten „Off-Catalogue“-Rolex-Modelle, die nicht dem regulären Produktkatalog angehören, für VIP-Kunden reserviert sind und meist mit farbenfrohen Edelsteinen besetzt sind, die hohe Preisschilder zur Folge haben. Als eines der berühmtesten Rolex-„Off-Catalogue“-Modelle gilt ein weißgoldenes Unikat der Rolex Cosmograph Daytona mit der Referenz 16599SAAEC, das bereits um das Jahr 1994 von Rolex geschaffen wurde und mit 44 verschiedenfarbigen Saphiren im Baguetteschliff auf der Lünette besetzt ist, die das Farbspektrum eines Regenbogens nachzeichnen – weshalb diese Uhr auch als „Rainbow“-Daytona bekannt ist. Darüber hinaus verfügt ihr Zifferblatt über blaue Saphirindizes und ist mit pavégefassten Diamanten überzogen.

Credit © Phillips

Diese Rolex Cosmograph Daytona „Rainbow“ Ref. 16599SAAEC gilt durch zwei wesentliche Gesichtspunkte als besonders: Zum einen galt es zwar lange als gesichert, dass Rolex die Automatik-Cosmographen mit unterschiedlichsten Lünettenvarianten fertigte – teils mit Diamanten, teils mit verschiedenen Saphiren, in besonders exklusiven Ausführungen sogar mit Smaragden –, doch der Markt kannte bis dahin ausschließlich Modelle, die jeweils nur mit einer einzigen Art von Baguette-Steinen besetzt waren. Erst 2012 stellte Rolex offiziell die „Rainbow“ in Gelbgold (Ref. 116598RBOW) und Weißgold (Ref. 116599RBOW) vor; 2018 folgte dann die Roségold-Variante (Ref. 116595RBOW). Die Referenz 16599SAAEC ging den offiziell im Rolex-Katalog aufgenommenen „Rainbow“-Varianten damit nahezu zwei Jahrzehnte voraus. Bemerkenswert ist zudem, dass die Abfolge der Farben auf der Ref. 16599SAAEC in umgekehrter Richtung verläuft als bei allen später produzierten Rainbow-Daytonas.

Credit © Phillips

Zum anderen wird die Ref. 16599SAAEC durch ihr Kaliber 4030 besonders, das nicht etwa von Rolex stammt, sondern auf dem El-Primero-Kaliber 400 von Zenith basiert. Grundlage für das Kaliber 4030 war das Zenith-El-Primero-Kaliber 400, das erste Chronographen-Hochfrequenzkaliber mit automatischem Aufzug überhaupt, und wurde von Rolex rund 200 Modifikationen unterzogen, bevor es den eigenen Anforderungen entsprach. Zu den überarbeiteten Komponenten zählten unter anderem die Unruhbrücke mit Integration des Rolex-eigenen Micro-Stella-Feinreguliersystems sowie das Stoßsicherungssystem. Darüber hinaus wurde die Gangreserve von ursprünglich 42 auf 52 Stunden erhöht. Zudem reduzierte Rolex die Frequenz des ursprünglichen Zenith-El-Primero-Werks von 36.000 Halbschwingungen pro Stunde auf 28.800.

Die Weißgold-Referenz 16599SAAEC – besser bekannt als „Rainbow Zenith Daytona“ – wurde bei der „Reloaded: The Rebirth of Mechanical Watchmaking, 1980–1999“-Auktion des Auktionshauses Phillips im Jahr 2024 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 5.869.805 Euro versteigert.

1. Cosmograph Daytona Ref. 6239, „Paul Newman“: EUR 15.170.911

Am 26. Oktober 2017 veranstaltete das Auktionshaus Phillips die Auktion „Winning Icons – Legendary Watches of the 20th Century“ in New York. Unter den 49 angebotenen Losen stand jedoch das Los Nummer 8 im Zentrum, hinter dem sich jene Rolex Daytona Ref. 6239 mit „Exotic“-Zifferblatt – später mit dem Spitznamen „Paul Newman“-Zifferblatt versehen – verbarg, die laut dem Auktionshaus Phillips einst von Joanne Woodward als Geschenk an ihren Mann Paul Newman während der Dreharbeiten für den Film Winning im Jahr 1969 überreicht wurde. Ein Video des rund 12-minütigen Bieterkampfes hält fest, was als Nächstes passiert, als das Los zur Versteigerung aufgerufen wird: Die Versteigerung beginnt mit einem 10-Millionen-Paukenschlag als Erstgebot und endet mit einem Gebot eines anonymen Bieters am Telefon von 15.500.000 US-Dollar, welcher den Zeitmesser nicht nur zur teuersten Rolex-Uhr, die jemals auf einer Auktion verkauft wurde, krönte, sondern ihn zugleich auch zum teuersten Filmrequisit der Welt machte.

Credit © Phillips

Doch welche Geschichte steckt hinter dieser Uhr – und welche Umstände begründeten ihren exorbitant hohen Verkaufspreis? Laut dem Auktionshaus Phillips erwarb Joanne Woodward die Rolex Daytona Ref. 6239 für ihren Mann Paul Newman während der Dreharbeiten des Films Winning im Jahr 1969. In Winning verkörperte Paul Newman die Rolle des Rennfahrers Frank Capua, und seine Frau Joanne Woodward spielte im Film passenderweise Capuas Ehefrau. Die Uhr, die über ein „Exotic“-Zifferblatt verfügt, das später in „Paul Newman“-Zifferblatt umbenannt wurde, wurde um das Jahr 1968 von Joanne Woodward bei Tiffany & Co. an der Fifth Avenue in New York erworben, worauf die von Hand eingravierte Inventarnummer auf der Rückseite eines Horns hindeutet. Im Laufe seines Lebens wurde Newman mit mehreren Generationen der Daytona fotografiert – bei der hier beschriebenen Uhr handelt es sich jedoch um die erste und zugleich einzige Daytona mit „Exotic“-Zifferblatt, die Newman trug. Auf dem Gehäuseboden findet sich die liebevolle Widmung „DRIVE CAREFULLY ME“. Die von Paul Newman getragene Uhr wurde von James Cox – einst der Freund und heute Vertraute von Newmans Tochter Nell Newman – um das Jahr 1984 in Empfang genommen, aufbewahrt und schlussendlich zur Auktion freigegeben.

Die Cosmograph Daytona Ref. 6239, „Paul Newman“, wurde bei der „Winning Icons – Legendary Watches of the 20th Century“-Auktion des Auktionshauses Phillips im Jahr 2017 für einen Gesamtpreis inklusive Aufgeld von 15.170.911 Euro versteigert.


rolex.com


In diesem Artikel werden die teuersten Armbanduhren von Rolex vorgestellt.
Stand: Februar 2026


ModellErzielter Preis
15. Cosmograph Daytona Ref. 6264, „Paul Newman Lemon“-ZifferblattEUR 2.641.911
14. Cosmograph Daytona Ref. 16516, Lapis-Lazuli-ZifferblattEUR 2.897.610
13. Split-Seconds Chronograph Ref. 4113, Gehäusenummer 051321EUR 3.284.000
12. Oyster Cosmograph Ref. 6263, „Paul Newman Lemon“-Zifferblatt, „The Legend“, Gehäusenummer 2’330’529EUR 3.401.681
11. Oyster Cosmograph Ref. 6263, „Paul Newman Lemon“-Zifferblatt, „The Legend“, Gehäusenummer 2’330’402EUR 3.447.420
10. Cosmograph Daytona Ref. 6270EUR 3.773.444
9. Split-Seconds Chronograph Ref. 4113, Gehäusenummer 051319EUR 4.077.380
8. Cosmograph Daytona Ref. 6270, „The King“
EUR 4.502.167
7. Cosmograph Daytona Ref. 6263, „Big Red“EUR 4.519.875
6. Ref. 6062, „Bao Dai“EUR 4.630.015
5. GMT-Master Ref. 1675, getragen von Marlon Brando während der Dreharbeiten zum Film „Apocalypse Now“EUR 4.754.112
4. Oyster Cosmograph Ref. 6265, „The Unicorn“EUR 4.970.233
3. Ref. 6062EUR 5.330.000
2. Cosmograph Daytona Ref. 16599SAAEC, „Rainbow Zenith Daytona“EUR 5.869.805
1. Cosmograph Daytona Ref. 6239, „Paul Newman“EUR 15.170.911

Die in diesem Artikel verwendeten Auktionsdaten stammen von everywatch.com.


0 Comments
Meist bewertet
Neueste Älteste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
0
Teilen Sie gerne Ihre Meinung mit uns.x