Ewige Kalender gelten oft als eine der „königlichen“ Komplikationen der mechanischen Uhrmacherei, denn sie zeigen nicht nur das Datum, sondern berücksichtigen den unregelmäßigen Rhythmus des Kalenderjahres mechanisch, inklusive unterschiedlicher Monatslängen und Schaltjahren. In diesem Artikel zeigen wir die besten aktuell verfügbaren Ewigen Kalender und wie verschiedene Marken dieselbe Herausforderung völlig unterschiedlich lösen: von neu interpretierten historisch inspirierten Ewigen-Kalender-Armbanduhren von Patek Philippe über moderne Sprünge in der Bedienbarkeit wie Audemars Piguets über die Krone steuerbares „All-in-One“-Konzept bis hin zu ultraflachen Rekordideen von Bulgari und Piaget. Dem gegenüber stehen puristische, besonders klare Interpretationen von Parmigiani, Vacheron Constantin, Breguet und A. Lange & Söhne. Wer tiefer in die Geschichte und Funktionsweise von Ewigen Kalender Uhren einsteigen möchte, findet unseren ausführlichen Guide hier.

Patek Philippe Grandes Complications 6159G

Patek Philippe gehört zu den prägenden Namen, wenn es um den Ewigen Kalender am Handgelenk geht. Bereits 1925 stellte die Manufaktur eine Uhr vor, die als erste Armbanduhr mit ewigem Kalender anerkannt wird: Grundlage war ein bereits 1898 gefertigtes Uhrwerk für eine Damen-Anhängeruhr. Das Anzeige-Konzept, wobei Datum über einen zentralen Zeiger angezeigt wird, dazu Wochentag und Monat in Hilfsanzeigen sowie der Mondphase. Dies setzte einen Standard, auf den Patek in den folgenden Jahrzehnten immer wieder aufbaute. Historisch besonders wichtig: Patek war 1937 der erste Hersteller mit einem retrograden Ewigen Kalender am Handgelenk. Genau diese Linie, maximale Kalenderkompetenz, aber tragbarer als Armbanduhren führt direkt zur heutigen Grandes-Complications-Referenz 6159G.

Die Patek Philippe Grandes Complications 6159G übersetzt den Ewigen Kalender mit retrogradem Datum in eine moderne Bildsprache. Das Herzstück der Uhr ist das Zifferblatt aus Saphirglas: grau metallisiert, mit dunklem Schwarzverlauf zum Rand, sodass die Mechanik darunter nicht plakativ „offen“ wirkt, sondern wie durch einen Rauchglas-Filter subtil sichtbar wird. Diese Idee ist Patek-Kennern bereits aus einer 2023 vorgestellten Referenz in bläulicher Ausführung vertraut, hier allerdings wirkt sie kühler, technischer und deutlich grafischer. Dazu passt die Calatrava-artige Silhouette mit 39,5 mm, die auf den ersten Blick klassisch bleibt, sich aber durch die Lünette mit dem guillochierten Clous-de-Paris-Muster sofort abhebt.

Technisch bleibt die 6159G dabei klar Patek: Sie setzt auf das automatische Kaliber 26-330 S QR, bekannt aus der Referenz 5160. Für Sammler ist das interessant, weil es Pateks Kalender in eine andere, zeitgemäße Richtung ergänzt. Mit 368 Einzelteilen, 4 Hz (28.800 A/h) und einer Gangreserve von mindestens 35 bis maximal 45 Stunden passt das Werk ideal zur Idee dieser Uhr: hochkompliziert, aber alltagstauglich gedacht. Das Weißgoldgehäuse misst 39,5 mm und ist bis 3 bar wasserdicht. Preislich ist das klar positioniert: 115.880 Euro für einen Ewigen Kalender.

Audemars Piguet Royal Oak Ewiger Kalender & Code 11.59 by Audemars Piguet Ewiger Kalender (mit Kaliber 7138)

Audemars Piguet trägt den Ewigen Kalender seit den frühen Tagen in seiner DNA: Schon ab der Gründung 1875 entstanden Kalender-Taschenuhren, 1921 folgte die erste Kalender-Armbanduhr, die drei Jahre später an den renommierten Händler Gübelin verkauft wurde. Bis zum ersten Ewigen Kalender dauerte es zwar noch bis 1948, doch dann nahm die Entwicklung Fahrt auf. In den frühen 1950er-Jahren entstanden zunächst drei ewige Kalender-Armbanduhren ohne Schaltjahresindikator, die auf einem 48-Monats-System basierten, technisch spannend, in der Praxis aber schwerer zu überblicken. Mit der Referenz 5516 brachte Audemars Piguet 1955 als erster Hersteller überhaupt eine Schaltjahresanzeige in eine Armbanduhr, dies war ein Merkmal, das zuvor vor allem in Taschenuhren vorhanden war. In der Folge entstanden weitere 5516-Exemplare mit Mondphase bei 6 Uhr und Schaltjahranzeige bei 12 Uhr, darunter sogar ein heute legendäres Stück mit doppelt signiertem Tiffany-Zifferblatt. Spätestens mit dem flachen Automatikkaliber 2120 setzte die Manufaktur außerdem ein Ausrufezeichen in Sachen Bauhöhe und ebnete so damit den Weg für die ikonische Royal Oak-Ära, in der 1983 bereits eine Royal Oak mit ewigem Kalender erschien ist.

Im Jahr 2025 zum 150-jährigen Jubiläum, schlägt Audemars Piguet mit dem Kaliber 7138 ein neues Kapitel auf, weniger komplizierter, viel benutzerfreundlicher. Der entscheidende Fortschritt ist die All-in-One-Krone, über die sich alle Kalenderfunktionen korrigieren lassen: Tag, Datum, Monat, Schaltjahr und Mondphase ohne Drücker, ohne Werkzeug, ohne das klassische Risiko, beim Verstellen etwas zu beschädigen. Die Idee, einen Ewigen Kalender konsequent über die Krone zu bedienen, erinnert dabei an IWC und das von Kurt Klaus geprägte Konzept der 1980er-Jahre. Technisch steckt dahinter aber ein komplexes System aus Hebeln und „wandernden“ Rädern, das je nach Kronenposition in die jeweiligen Kalenderwerke eingreift, mehrere Patente sichern diese Lösung ab. Trotz dieser Zusatzlogik bleibt das Werk bemerkenswert flach: 4,1 mm Bauhöhe, 422 Komponenten, 4 Hz Frequenz und mindestens 55 Stunden Gangreserve.

Sein Debüt feiert das Kaliber 7138 gleich in zwei Designwelten: Royal Oak und Code 11.59, beide jeweils in 41 mm. Bei der Royal Oak stehen zwei Varianten bereit, eine aus Edelstahl, die andere aus 18-karätigem Sandgold, jeweils mit passendem Band und dem vertrauten Grande-Tapisserie-Zifferblatt.
Auch am Zifferblattlayout wurde spürbar gefeilt: Die Anzeige folgt nun einem europäischen Datumsaufbau mit Wochentag bei 9 Uhr, Datum bei 12 Uhr und Monat bei 3 Uhr; die Wochennummern liegen weiterhin auf der inneren Lünette, wobei die „Woche 1“ nun bei 12 Uhr startet und sich am Wochenbeginn orientiert. Die Mondphasenanzeige wird zudem mit einem Mondbild auf Basis einer NASA-Aufnahme inszeniert und ist in dieser Generation neu positioniert. Die Code 11.59 bringt denselben technischen Kern in ein eleganteres, rundes Gehäusekonzept mit. Preislich liegt die Code 11.59 Ewiger Kalender Automatik (41 mm) bei 108.000 Euro, die Royal Oak Ewiger Kalender Automatik (41 mm) in Edelstahl ebenfalls bei 108.000 Euro und die Royal Oak Ewiger Kalender Automatik (41 mm) in Sandgold bei 164.300 Euro.

Frederique Constant Classic Perpetual Calendar Manufacture (Kaliber FC-776)

Frederique Constant steht im Kosmos der Ewigen Kalender für einen Ansatz, der in diesem Segment fast schon provokant wirkt, und zwar echte Manufaktur-Komplikation zu einem Preis, der sonst eher der Einstieg in „einfachere“ Luxusuhren ist. Die 1988 gegründete Marke hat sich über die Jahre konsequent als Anbieter von „bezahlbarem Luxus“ positioniert. Wichtig ist dabei auch der strukturelle Hintergrund: Seit 2004 verfügt Frederique Constant in Genf über die Kapazität für Inhouse-Kaliber, und seit 2016 gehört das Unternehmen zur Citizen Group, eine Kombination die erklärt, warum die Marke gleichzeitig Manufakturanspruch und Preissensibilität zusammenbringen kann. Inzwischen hat Frederique Constant 34 eigene Uhrwerke vorgestellt; der Ewige Kalender spielt dabei auch eine wichtige Rolle.

Die Classic Perpetual Calendar Manufacture gibt es bereits seit 2016, doch im Jahr 2025 rückt sie durch eine technische Evolution erneut ins Rampenlicht. Denn hinter den äußerlichen Updates steckt vor allem ein neues Herz: das Manufakturkaliber FC-776, das als jüngstes Inhouse-Werk der Marke den Ewigen Kalender auf eine neue Stufe hebt. Präsentiert wurde diese Generation auf der Watches & Wonders 2025. Anschließend folgten weitere Varianten: zwei Ausführungen in Edelstahl sowie eine streng limitierte Gelbgold-Version. Das Gehäuse misst 40 Millimeter und bleibt damit bewusst klassisch proportioniert. Interessant ist, wie konsequent Frederique Constant das Thema Bedienbarkeit löst: Das Kaliber FC-776 arbeitet mit Automatikaufzug und 72 Stunden Gangreserve und ist so ausgelegt, dass der Kalender bis zum Jahr 2100 ohne Korrektur nicht aus dem Takt gerät. Besonders komfortabel ist, dass die gesamte Funktionalität sich über eine einzige Krone bei 3 Uhr steuern lässt. Und dann ist da noch das, was diese Uhr in ihrer Klasse wirklich „radikal“ macht: der Preis. Die neuen Modelle starten bei 9.995 Euro in Edelstahl, die Gelbgold-Ausführung liegt bei 29.995 Euro.

Parmigiani Toric Quantième Perpétuel

Parmigiani Fleurier ist eine vergleichsweise junge Manufaktur mit einem klaren Fokus auf traditionelle Uhrmacherei und feine Finissierung: Gegründet wurde das Unternehmen 1996 von Michel Parmigiani. Beim Ewigen Kalender reicht die Geschichte bei Parmigiani bis in die Gründungszeit zurück: Der erste Ewige Kalender der Marke wurde konzeptionell bereits 1996 entwickelt, die erste kommerzielle Ausführung erschien jedoch erst 1998/99. Damals war es die PF333 Toric Quantième Perpétuel Rétrograde – mit einem für die Zeit außergewöhnlich gut ablesbaren Konzept: Wochentag und Monat in Fenstern, das Datum über einen retrograden Zeiger, dazu Schaltjahresanzeige im oberen Zifferblattbereich und Mondphase bei 6 Uhr.

Die neue Toric Quantième Perpétuel (2025) geht einen bewusst anderen Weg als viele klassische Ewige Kalender: Statt die Komplikation sichtbar „auszustellen“, macht Parmigiani sie optisch nahezu unsichtbar, durch ein puristisches Layout, das die zentrale Zeitanzeige in den Mittelpunkt rückt und das Zifferblatt so ruhig hält. Alle Kalenderinformationen werden auf zwei Anzeigen gebündelt: Tag und Datum bei 8 Uhr, Monat und Schaltjahr bei 4 Uhr. Dazu passt der bewusste Verzicht auf Zusatzanzeigen wie Mondphase, dadurch ist die Uhr nicht weniger anspruchsvoll, aber konsequent auf das Wesentliche konzentriert.
Ausgeführt wird diese Idee in zwei streng limitierten Editionen zu je 50 Exemplaren: 950er Platin mit „Morning Blue“-Zifferblatt oder 18 K Roségold mit „Golden Hour“-Zifferblatt. Das Gehäuse misst 40,6 mm, das Zifferblätter hingegen bestehen aus Weiß- oder Roségold und sind von Hand gekörnt. Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber PF733 mit Handaufzug, welches aus 265 Komponenten, 29 Steinen besteht und einer 60 Stunden Gangreserve hat. Bedient wird der Ewige Kalender über diskret platzierte Korrektoren an der Gehäuseseite. Preislich liegt die Roségold-Version bei 95.800 Euro, die Platin-Version bei 103.700 Euro.

A. Lange & Söhne LANGE 1 Ewiger Kalender

Bei A. Lange & Söhne ist der Ewige Kalender kein „später Zusatz“ im Portfolio, sondern seit dem Jahr 2001 ein fester Bestandteil der Komplikationskultur. Insgesamt sind es 13 Zeitmesser und 45 Referenzen. Gleichzeitig war die Herausforderung bei der Lange 1 besonders groß, denn ihr Zifferblatt ist ikonisch dezentral aufgebaut und lässt sich nicht „einfach“ mit klassischen Kalender-Layouts überziehen, ohne die Identität zu zerstören. Genau hier setzte Lange an: Spätestens mit dem 2012 vorgestellten Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender beschritt die Manufaktur einen neuen Weg, um das Kalendarium in die Lange-1-Architektur einzupassen.

Das Gehäuse der Lange 1 Ewiger Kalender aus dem Jahr 2021 misst 41,9 mm und kommt in zwei Varianten: Rotgold mit grauem Zifferblatt aus massivem Silber sowie Weißgold mit Zifferblatt aus Rotgold. Trotz der vielen Informationen bleibt alles typisch Lange 1 angeordnet: Die Zeit sitzt dezentral auf einem eigenen Zifferblatt, dazu kommt die kleine Sekunde, und diagonal dazu das bekannte Großdatum. Den Ewigen Kalender löst Lange nicht mit vielen Fenstern, sondern über einen Monatsring, der außen um das Zifferblatt läuft. Ergänzt wird das durch eine retrograde Wochentagsanzeige sowie die Schaltjahresanzeige bei 6 Uhr. Besonders ist die Anzeige in der kleinen Sekunde: Dort sitzen Mondphase und Tag/Nacht, wobei sich eine goldene Himmelsscheibe einmal in 24 Stunden dreht – tagsüber hell, nachts dunkel mit Sternen. Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber L021.3 mit Automatikaufzug und 50 Stunden Gangreserve.

Die Lange 1 Ewiger Kalender in Platin aus dem Jahr 2023 überträgt dieses Konzept in eine noch edlere, zurückhaltendere Ausführung. Es ist der erste Lange 1 Ewige Kalender in 950er Platin. Optisch wirkt die Uhr durch das pechschwarze Zifferblatt besonders harmonisch: Großdatum, Schaltjahr und vor allem der Monatsring fügen sich sehr ruhig ins Gesamtbild ein. Technisch bleibt alles beim bewährten Prinzip: Der Monatsring übernimmt die Monatsanzeige, dazu kommen Großdatum, retrograder Wochentag, Schaltjahr sowie die Mondphase mit Tag/Nacht-Anzeige. Durch den Saphirglasboden sieht man weiterhin die typische Lange-Verarbeitung mit vielen von Hand veredelten Bauteilen. Preislich liegt die Rotgoldversion bei zirka 98.000 Euro, die Weißgoldversion bei zirka 109.000 Euro.

Vacheron Constantin Traditionnelle Ewiger Kalender Extra-Flach

Wenn es um Armbanduhren mit ewigem Kalender geht, zählt Vacheron Constantin trotz seiner langen Komplikationskompetenz eher zu den Spätzündern. Erst 1983 erschien ein entsprechendes Uhrenmodell. Die entscheidende technische Grundlage dafür war allerdings schon viel früher vorhanden, denn der langjährige Werkepartner LeCoultre hatte 1967 ein extrem flaches Automatikkaliber entwickelt, das bei Vacheron Constantin als Kaliber 1120 bekannt wurde. Mit nur 2,45 Millimetern Bauhöhe und einem effizienten Zentralrotor, war genau dieses Werk prädestiniert, einen Ewigen Kalender in eine wirklich flache Armbanduhr zu bringen.

Die historische Referenz 43031 ist dabei der stilistische und technische Ausgangspunkt, an dem sich die heutige Traditionnelle-Neuheit orientiert. Damals fertigte Vacheron Constantin pro Jahr nur rund 3.500 Uhren an. Umso bemerkenswerter ist, dass von der Referenz 43031 jährlich etwa 120 Exemplare entstanden. Anders als einige Wettbewerber setzte Vacheron Constantin bei der Zyklusdarstellung auf einen Zeiger, der sich in 48 Monaten einmal um die Achse dreht und so Monat und Schaltjahreszyklus kombiniert. Das Zifferblatt folgte dabei einer klaren Vier-Punkt-Logik: oben die 48-Monats-Anzeige, dazu Datum, Wochentag und Mondphase so verteilt, dass die Informationen trotz Komplexität gut erfassbar bleiben.

Genau diese Idee nimmt die Traditionnelle Ewiger Kalender Extra-Flach heute wieder auf und interpretiert sie bewusst kompakt: 36,5 mm Durchmesser bei nur 8,43 mm Höhe sind in der aktuellen Ewiger-Kalender-Landschaft eine echte Ausnahme. Vacheron Constantin bringt die Uhr in drei Ausführungen: 18-Karat Roségold, 18-Karat Weißgold sowie ein weiteres Weißgoldmodell mit diamantbesetzter Lünette. Auch das Zifferblatt bleibt dem Gedanken der klaren Ordnung treu: eine ruhige, silbrig-opaline Fläche, integrierte Hilfszifferblätter ohne harte Abgrenzungen. Angetrieben wird die Uhr vom automatischen Manufakturkaliber 1120 QP: 276 Komponenten, nur 4,05 mm hoch, rund 40 Stunden Gangreserve und eine Frequenz von 2,75. Preislich liegt die Traditionnelle Ewiger Kalender Extra-Flach bei 101.000 Euro in Roségold bzw. Weißgold; die Weißgold-Variante mit diamantbesetzter Lünette ist mit 105.000 Euro angesetzt.

Jaeger-LeCoultre Master Ultra Thin Perpetual Calendar
(Kaliber 868)

Jaeger-LeCoultre beschäftigt sich schon seit langer Ziet mit dem Ewigen Kalender: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts wurde die erste Taschenuhren mit dieser Komplikation entwickelte. Und weil es extrem schwierig ist, einen so komplexen Mechanismus in ein kleines Uhrwerk zu bauen, blieb der Ewige Kalender selbst Jahrzehnte später noch selten. Genau aus diesem Spannungsfeld entsteht bis heute die typische JLC-Handschrift: komplizierte Uhrmacherei, aber so verpackt, dass sie tragbar, klar und im Alltag sinnvoll bleibt. Die Master Ultra Thin ist dafür die perfekte Bühne, als moderne Dresswatch-Linie, bei der neben der eleganten Ästhetik immer auch das ultraflache Uhrwerk im Mittelpunkt steht.

2024 hat Jaeger-LeCoultre die Master Ultra Thin Perpetual Calendar in drei neuen Varianten weiterentwickelt, mit subtil überarbeitetem Gehäuse- und Zifferblattdesign und vor allem mit deutlich mehr Gangreserve. Zwei Modelle kommen in Rotgold mit eierschalenweißem Zifferblatt: einmal pur, einmal mit Diamantlünette. Die dritte Variante setzt auf Edelstahl mit silbernem Sonnenschliff-Zifferblatt. Die Maße bleiben klassisch: 39 mm Durchmesser bei 9,2 mm Höhe. Gleichzeitig wurden die Proportionen verfeinert, das heißt die Bandanstöße wirken schlanker und länger, was den Tragekomfort verbessert. Auch das Zifferblatt erhielt Upgrades: Die Hilfszifferblätter heben die Anzeigen stärker hervor, der Sternenhimmel der Mondphase wirkt detailreicher, die applizierten Stundenindizes sind verlängert.

Angetrieben werden die neuen Modelle vom Kaliber 868, dies ist eine Weiterentwicklung des 2013 vorgestellten Kalenderwerks, welches vollständig in-house entwickelt, gefertigt und montiert wird. Hemmung und Anker wurden optimiert, wodurch weniger Reibung entsteht und Energieverbrauch sowie Verschleiß sinken und trotzdem erreicht das Werk eine Gangreserve von 70 Stunden. Das Kaliber besteht aus 330 Komponenten; funktional deckt es den Ewigen Kalender samt Tag, Datum, Monat, Jahr und Mondphasen ab, inklusive der roten Sicherheitszone die daran erinnert, die Uhrzeit oder Kalenderanzeigen nicht in einem kritischen Zeitfenster zu verstellen, um den Mechanismus nicht zu beschädigen. Getragen wird die Master Ultra Thin Perpetual Calendar an einem Alligatorlederarmband. Preislich liegt die Linie bei 30.600 Euro (Stahl), 43.700 Euro (Rotgold ohne Diamanten) und 51.500 Euro (Rotgold mit Diamantlünette).

Breguet Classique Quantième Perpétuel 7327

Breguet ist bei Kalenderuhren nicht einfach „nur“ ein traditionsreicher Name, sondern historisch eng mit den großen Grundideen der Uhrmacherei verbunden, allen voran mit den von Abraham-Louis Breguet erfundenen „Perpetuélle“-Zeitmessern, also Uhren mit beweglicher Schwungmasse. In genau diesem Geist steht auch die Classique Quantième Perpétuel 7327: Als Nachfolgerin der 2004 erschienenen Classique Quantième Perpétuel 5327 ist sie eine Neuinterpretation des klassischen Breguet-Ewigen-Kalenders und ist funktional, elegant und konsequent auf Lesbarkeit ausgelegt.

Die 7327 ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, darunter Varianten in 18 Karat Weißgold oder 18 Karat Roségold. Das Gehäuse zeigt die markentypischen Details wie die kannelierten, gerillt-geschliffenen Flanken, dazu direkt ans Gehäuse geschweißte Bandanstöße und Schraubstifte zwischen den Hörnern für sicheren Halt. Mit 39 mm Durchmesser und rund 9,2 mm Höhe bleibt die Uhr angenehm elegant, während der Saphirglasboden den Blick aufs Werk freigibt. Beim Zifferblatt hält Breguet an einer seiner bekanntesten Handschriften fest: ein versilbertes Goldzifferblatt mit einem handgearbeitetem Hufnagel-Muster, römischen Ziffern und den charakteristischen gebläuten Breguet-Zeigern. Die Kalenderanzeigen sind klassisch, aber sehr harmonisch verteilt: Datum und Wochentag sitzen im unteren Bereich in zwei kreisförmigen Anzeigen, der Monat wird retrograd über einen Zeiger dargestellt, und bei etwa 1 Uhr liegt die Mondphase, mit einem von Hand gehämmerten Mond vor einem blau schimmernden, lackierten Himmel. Als feines Markendetail kommt die 1795 eingeführte Breguet-Geheimsignatur hinzu, die je nach Lichteinfall dezent im Bereich um 12 Uhr erkennbar ist.

Angetrieben wird die Uhr vom Automatik-Kaliber 502.3 P, das Breguet als eines der flachsten Automatikwerke der Marke mit Kalenderfunktion positioniert: Es ist nur 4,5 mm hoch und besteht aus 294 rhodinierten Komponenten. Der Ewige Kalender besitzt ein mechanisches „Gedächtnis“ von vier Jahren bzw. 1461 Tagen, sodass er die unterschiedliche Länge der Monate und die Schaltjahre automatisch berücksichtigt. Die Gangreserve liegt bei 45. Preislich liegt die Breguet Classique Quantième Perpétuel 7327 bei 84.500 Euro.

IWC Portugieser Perpetual Calendar

IWC verbindet man beim Ewigen Kalender vor allem mit einer Idee, die das Thema ab 1985 neu definiert hat: dem von Kurt Klaus entwickelten Kalender-Mechanismus im Da Vinci Chronograph Ewiger Kalender. Seine Lösung war damals so besonders, weil sie alle Anzeigen perfekt synchronisiert: Datum, Wochentag, Monat, Mondphase und sogar das Jahr. Entscheidend war dabei auch die Bedienlogik: Die Kalenderfunktionen ließen sich über die Krone in Tagesschritten gemeinsam vorwärts steuern und einstellen, statt jede Anzeige separat korrigieren zu müssen. Zum ersten Mal gab es außerdem eine vierstellige Jahresanzeige, und die Mondphase war so präzise konstruiert, dass sie erst nach 122 Jahren um einen Tag korrigiert werden musste.

Bei der Referenz IW503302 kommt dieser Ewige Kalender in einem klassischen Portugieser-Auftritt und setzt gleichzeitig ein starkes Highlight bei der Mondphase: IWC betont hier eine hochpräzise Mondphasenanzeige, die erst nach 577,5 Jahren um einen Tag berichtigt werden muss. Die Uhr ist in 18 Karat Rotgold ausgeführt und wird auf der IWC-Seite mit einem Preis von 52.000 € geführt. Insgesamt ist das genau die typische Portugieser-Formel: große, elegante Wirkung und darunter ein Ewiger Kalender, der nicht „kompliziert zu bedienen“ wirken soll, sondern als durchdachtes System, das man wirklich nutzt.

Bulgari Octo Finissimo Perpetual Calendar

Bulgari hat sich in den letzten Jahren wie kaum eine andere Marke als Spezialist für ultraflache Uhrmacherei etabliert und die Octo Finissimo spielt dabei eine wichtige Rolle. Den siebten Weltrekord in puncto flaches Uhrwerk beansprucht das im Rahmen der Watches & Wonders 2021 vorgestellte Modell „Octo Finissimo Perpetual Calendar“ für sich: Als flachste Uhr mit ewigem Kalender am Markt verbindet sie eine echte Hochkomplikation mit der radikalen Finissimo-Idee, maximale Technik in minimaler Bauhöhe unterzubringen. Das Herzstück ist das hauseigene Mikrorotor-Automatikkaliber BVL 305, das nur 2,75 Millimeter hoch ist und aus 408 Komponenten besteht.

Die Octo Finissimo ist klar zu erkennen, ein 40-mm-Gehäuse aus sandgestrahltem Titan mit integriertem Titanarmband und Faltschließe, insgesamt nur 5,80 Millimeter hoch. Auch Zifferblatt und Armband bestehen aus sandgestrahltem Titan, dazu kommt ein transparenter Gehäuseboden. Inhaltlich ist alles auf Funktion und Ablesbarkeit getrimmt: Neben Stunden und Minuten besitzt die Uhr eine retrograde Datumsanzeige sowie Anzeigen für Wochentag und Monat, außerdem eine retrograde Schaltjahresanzeige. Bulgari beschreibt das Ganze als „Estetica della Meccanica“, also als mechanische Ästhetik, bei der die technische Kühnheit und das klare, moderne Design zusammenwirken.

Technisch nennt Bulgari für das Kaliber BVL 305 eine Gangreserve von 60 Stunden. Damit ist die Octo Finissimo Perpetual Calendar nicht nur ein Rekordträger auf dem Papier, sondern ein konsequent durchkonstruiertes Konzept: ultraflach, hochkomplex und dennoch als vollständige Alltagsuhr mit Titanarmband, Saphirglasboden und klarer Kalenderlogik.
Preislich nennt Bulgari „Preis auf Anfrage“

Chopard L.U.C Lunar One

Chopard hat den Ewigen Kalender innerhalb der L.U.C-Linie nicht als „Nebenkomplikation“ etabliert, sondern als Meilenstein. Der L.U.C Lunar One war 2005 die erste Kalender-Komplikation welche aus der Manufaktur von Chopard stammte. Bis heute bleibt er laut Chopard in seiner Kategorie zudem der einzige Zeitmesser mit einer präzisen orbitalen Mondphasenanzeige mit drehendem Fenster. Zum 20-jährigen Jubiläum der Linie wird das Konzept in neuen Varianten weitergeführt, weiterhin mit dem Anspruch, komplexe Kalenderanzeigen hochpräzise, aber zugleich klar und tragbar umzusetzen.

Bei den aktuellen Ausführungen fällt vor allem die überarbeitete, schlankere Gehäuseform auf, die sich stärker an der aktuellen L.U.C-Ästhetik orientiert. Das Gehäuse misst 40,5 mm im Durchmesser und 11,6 mm in der Höhe und erscheint in ethischem 18-Karat-Weißgold oder -Roségold. Dazu kommen sorgfältig ausgearbeitete Details wie vertikal satinierte Flanken sowie eine gerundete Krone. Ein zentrales Stilmerkmal bleibt das handguillochierte Zifferblatt: Chopard fertigt diese Zifferblätter mit traditionellen Guillochiermaschinen in den eigenen Werkstätten. In der Jubiläums-Generation sind die Modelle unter anderem mit einem tiefblauen oder „salmon“-farbenen Zifferblatt erhältlich; die Anordnung der Anzeigen ist bewusst harmonisch und gut ablesbar gehalten, mit der Großdatum-Anzeige in zwei Fenstern und der Mondphase als gestalterischem Schwerpunkt bei 6 Uhr.

Technisch arbeitet die Lunar One mit dem Manufakturkaliber L.U.C 96.13-L, das den ewigen Kalender sowie eine zusätzliche 24-Stunden-Skala umfasst. Die Mondphase ist dabei nicht nur dekorativ, sondern astronomisch sehr genau: Chopard gibt an, dass die Anzeige erst nach 122 Jahren um einen Tag korrigiert werden muss. Möglich macht das auch die ultraflache Bauweise mit Mikrorotor aus massivem Gold, der in die Werkhöhe integriert ist; das Werk besteht aus 355 Komponenten und bietet dank Chopard Twin-Technologie mit zwei übereinander gelagerten Federhäusern eine Gangreserve von ca. 65 Stunden. Für die L.U.C Lunar One Referenz 161951-5001 nennt Chopard einen Preis von 96.600 €.

Glashütte Original Senator Excellence Ewiger Kalender

Glashütte Original stellt den Ewigen Kalender als eine der traditionsreichsten und begehrtesten Komplikationen der Uhrmacherkunst in den Mittelpunkt. Schon vor rund 25 Jahren brachte die Manufaktur ihre erste Version eines ewigen Kalenders auf den Markt. Vor diesem Hintergrund passt es konsequent, die Komplikation heute in die Senator Excellence-Linie einzuordnen: ein klassisches, sehr klar ablesbares Konzept, das den Kalender bis zum Säkularjahr 2100 korrekt mit Datum, Wochentag, Monat und Schaltjahr verknüpft. Gleichzeitig betont Glashütte Original bei der Excellence-Familie einen besonders hohen Qualitätsstandard, der sogar sichtbar gemacht wird – über eine spezielle „Q“-Gravur und ein dazugehöriges Prüfzertifikat.

Die Senator Excellence Ewiger Kalender setzt dieses Prinzip in einem Edelstahlgehäuse mit 42 mm Durchmesser. Eine schmale Lünette öffnet das Zifferblatt optisch, wodurch die Anzeigen sehr großzügig wirken. Das Blatt ist silberfarben lackiert und zeigt eine feine Silberkörnung, dazu kommen gelaserte, schwarz galvanisierte Indexe und eine Eisenbahnminuterie. Die Kalenderinformationen sind geordnet abgebildet: Das Panoramadatum sowie Wochentags- und Monatsfenster werden durch Rahmen dezent betont, während die Schaltjahre unterhalb von 12 Uhr über eine separate Anzeige ablesbar sind, mit einem kleinen Zeiger, der über eine Skala von 1 bis 4 läuft und im Schaltjahr besonders klar markiert. Ergänzt wird das Ganze durch eine Mondphase. Für die Einstellung nutzt die Uhr diskret platzierte Korrektoren an der Gehäuseseite so bleibt die Silhouette sauber, ohne die Bedienbarkeit zu opfern. Bei den Bändern bietet Glashütte Original mehrere Optionen an: schwarzes Louisiana-Alligatorleder, Synthetikband oder ein Edelstahlband mit Feinstellmechanismus.

Im Inneren arbeitet das automatische Manufakturkaliber 36-02 mit einer Gangreserve von 100 Stunden. Glashütte Original setzt dabei auf ein Schwingsystem mit Siliziumspirale und reguliert den Gang über vier Regulierschrauben; das optimierte Federhaus ist auf lange, stabile Laufzeit ausgelegt – ein spürbarer Praxisvorteil gerade bei einem Ewigen Kalender. Auch durch den Saphirglasboden bleibt der Anspruch sichtbar. Die Senator Excellence Ewiger Kalender in Rotgold von Glashütte Original kostet 37.900 Euro und in Edelstahl 24.000 Euro.

MB&F Legacy Machine Perpetual

MB&F ist zwar eine junge, unabhängige Marke welches erst im Jahr 2005 gegründet wurde, aber sie nutzt gerade bei klassischen „Königsdisziplinen“ wie dem Ewigen Kalender bewusst den Umweg über neue Denkansätze. Für die Legacy Machine Perpetual hat Maximilian Büsser deshalb nicht einfach ein bestehendes Kalender-Modul adaptiert, sondern gemeinsam mit dem unabhängigen Uhrmacher Stephen McDonnell bei null begonnen. Das Ergebnis wurde 2015 vorgestellt: ein Ewiger Kalender, der ausdrücklich so konstruiert ist, dass er typische Schwächen konventioneller Systeme (Überspringen, Blockieren, empfindliche Korrekturen) umgeht.

Das zentrale „Aha“ ist der von MB&F beschriebene mechanische Prozessor: Statt wie üblich von 31 Tagen auszugehen und in kürzeren Monaten über „überflüssige“ Daten zu springen, arbeitet das System mit einem Standardmonat von 28 Tagen und addiert die zusätzlichen Tage je nach Monat automatisch. Genau dadurch werden fehleranfällige Sprünge vermieden. Zusätzlich gibt es eine eingebaute Sicherheitslogik: Die Korrekturdrücker werden automatisch deaktiviert, während das Datum umschaltet, und auch das Jahr lässt sich schnell einstellen, ohne sich klassisch über viele Monate „vorzutasten“. Visuell bleibt es dabei typisch Legacy Machine: Die große, über dem Zifferblatt „schwebende“ Unruh ist ein zentrales Gestaltungselement.

Technisch sitzt darunter ein vollintegriertes, von Grund auf entwickeltes Kaliber mit 581 Komponenten, Handaufzug und zwei Federhäusern. Die Gangreserve liegt bei 72 Stunden. Das Gehäuse misst 44 mm; angezeigt werden Stunden/Minuten, Wochentag, ein retrogrades Datum, Monat, ein retrogrades Schaltjahr sowie eine Gangreserveanzeige. Die Kollektion wird dabei über unterschiedliche Materialien und Editionen erzählt: Es kam nach der frühen Ausführungen eine Titan-Version (limitiert auf 50 Stück), später eine Variante in 18-karätigem Gelbgold mit intensiv blauem Grundzifferblatt, die auf 25 Stück limitiert ist und an handgenähten Krokodillederbändern angeboten. Preis auf Anfrage.

Piaget Polo Ewiger Kalender Ultraflach

Piaget nähert sich dem Ewigen Kalender aus einer Perspektive, die zu Piaget passt, mit Ultraflachheit und eine sehr designorientierte Umsetzung. In der Polo-Kollektion war diese Komplikation lange nicht vertreten, erst 2023 führte Piaget zum ersten Mal einen ewigen Kalender in die Piaget Polo ein. Möglich wird dieser Schritt auch durch die eigene Tradition ultraflacher Automatikkaliber, dies erinnert an Piagets ultraflaches Kaliber 12P aus dem Jahr 1960, das damals als flachstes Uhrwerk der Welt galt, und an dessen moderne Weiterentwicklung 1200P mit nur 2,35 mm Bauhöhe. Auf dieser Basis baut Piaget die heutige Polo-Interpretation des Ewigen Kalenders auf.

Die Piaget Polo Perpetual Calendar Ultraflach bleibt optisch klar in der Polo-DANN mit 42 mm Edelstahl, aber nur 8,65 mm hoch und damit bemerkenswert schlank für eine Uhr mit ewigem Kalender. Das Zifferblatt ist dunkelsmaragdgrün mit einem Godron-Muster. Die Kalenderanzeigen sind in drei Hilfszifferblättern angeordnet: Datum bei 3 Uhr, Monat bei 12 Uhr und Wochentag bei 9 Uhr; die Mondphase sitzt dezent bei 6 Uhr. Zeiger und Indizes sind mit SuperLumiNova versehen. Der sportlich-elegante Anspruch zeigt sich auch bei der Ausstattung: Zur Uhr gehören ein Stahlband und ein grünes Kautschukband, das sich über Piagets SingleTouch-Wechselsystem unkompliziert tauschen lässt.

Im Inneren arbeitet das neue Manufakturkaliber 1255P, das auf dem ultraflachen 1200P basiert und um einen Ewigen Kalender mit Mondphasenmechanismus ergänzt wurde. Das Uhrenwerk ist mit 4 mm Bauhöhe ultraflach und bietet eine 42 Stunden Gangreserve, welche zu sehen ist es durch den Saphirglasboden. Preislich ist die Uhr mit 62.000 € ausgewiesen.

Roger Dubuis Hommage La Placide

Roger Dubuis feiert mit der Hommage La Placide Ewiger Kalender sein 30-jähriges Jubiläum und greift dabei genau jene Komplikation auf, die seit den Anfängen der Marke eine besondere Rolle spielt: den biretrograden Kalender, bei dem zwei Zeiger bogenförmig laufen und am Ende ihres Zyklus auf null zurückspringen. Die Uhr steht damit bewusst für eine Rückbesinnung auf die frühen Kollektionen, mit denen ab 1995 alles begann und setzt die retrograde Anzeige nun noch konsequenter in einem klassischeren Rahmen fort. Auch der Name ist Teil dieser Erzählung: „La Placide“ heißt so viel wie, „der Ruhige“.

Am deutlichsten zeigt sich dieser Charakter im Zifferblatt, das sich gestalterisch an den frühen Roger-Dubuis-Codes orientiert. Der biretrograde Kalender dominiert die Komposition: links der Wochentag, rechts das Datum, jeweils halbkreisförmig geführt und zum Zentrum hin schmaler werdenden Skalenverlauf, der den leicht „verzerrten“ Retrograde-Look erzeugt. Insgesamt ist das Zifferblatt mehrstufig aufgebaut. Ganz außen liegt eine rhodinierte Rehaut mit kreisförmigem Schliff und roten Ziffern. Darunter sitzt die Hauptfläche in kräftigem „Leman Blue“: Sie ist lackiert, trägt aufgesetzte Stundenindizes und feine Markierungen rund um die Mondanzeige. Für Monat und Schaltjahr kommen zusätzlich Perlmutt-Zähler mit kreisförmiger Bürstung hinzu. Den Abschluss bildet die Mondphase aus blau schimmerndem Aventuringlas, auf der zwei gewölbte Monde aus Gelbgold sitzen.

Das Gehäuse besteht aus 18-karätigem Roségold und misst 38 mm im Durchmesser. Es besitzt einen offenen Boden, der nicht nur das Werk zeigt, sondern auch die individuelle Limitierungsnummer trägt, da die Auflage auf 28 Exemplare limitiert ist. Im Inneren arbeitet das Kaliber RD1472, das originalgetreue sowie neu gefertigte Komponenten der historischen Werke RD14 und RD72 vereint: Das überarbeitete RD14 wurde technisch neu berechnet und mit einem klassischen Schwanenhalsregulator ausgestattet, während das RD72-Modul den ewigen Kalender mit biretrograder Anzeige für Tag und Datum sowie Anzeigen für Monat, Schaltjahr und Mondphase ergänzt. Das Automatikwerk besitzt einen Rotor aus 18-karätigem Roségold, besteht aus 307 Komponenten und 33 Lagersteinen und bietet 48 Stunden Gangreserve. Veredelt wird es mit insgesamt 15 traditionellen Finissierungstechniken und trägt das Genfer Siegel, das sich auch auf dem Zifferblatt findet. Getragen wird die Uhr an einem blauen, austauschbaren Lederband mit Dornschließe und historischem Emblem. Der Preis in Deutschland liegt bei 140.500 Euro und ist auf 20 Exemplare limitiert.

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