Mit der Master Control Chronometre eröffnet Jaeger-LeCoultre zur diesjährigen Watches & Wonders ein neues Kapitel in einer seiner wichtigsten und historisch am stärksten verankerten Kollektionen. Die Master-Linie steht seit jeher für das Streben der Manufaktur nach Präzision, funktionaler Eleganz und einem modernen Ideal von Uhrmacherei: technische Leistung, verfeinertes Design und hoher Tragekomfort in einer Uhr vereint.

Mit der neuen Kollektion wird dieser Anspruch nun erweitert. Eingeführt werden nicht nur eine neue Formensprache mit vollständig integriertem Metallarmband, sondern auch ein neuer Maßstab für chronometrische Prüfung. Die Master Control Chronometre erscheint in drei Modellen mit unterschiedlichen Funktionen – Date, Date Power Reserve und Perpetual Calendar – und kombiniert neue wie bestehende Manufakturkaliber mit einer neuen, besonders strengen Zertifizierung: der High Precision Guarantee (HPG). Damit unterstreicht Jaeger-LeCoultre erneut seinen Rang als eine der technisch versiertesten Manufakturen der Schweizer Uhrmacherei.

Acht Jahrzehnte Master

Die Master Control Chronometre bündelt mehr als acht Jahrzehnte Entwicklung unter dem Namen „Master“ und knüpft an eine Linie an, die in den 1950er-Jahren begann. Diese Zeit markierte einen Wendepunkt in der mechanischen Uhrmacherei: Nachkriegsfortschritt, neue technische Möglichkeiten und ein wachsender Fokus auf Präzision, Robustheit und Alltagstauglichkeit prägten das Denken der Branche.

Modelle wie die Futurematic – deren Produktion 1951 begann und die 1953 lanciert wurde – sowie die Geophysic von 1958 stehen exemplarisch für diesen Wandel. Beide stellten Genauigkeit und Widerstandsfähigkeit in den Vordergrund und führten zugleich eine klare, gut ablesbare Formensprache ein: runde Gehäuse, reduzierte Zifferblätter, funktionale Gestaltung. Diese Prinzipien wurden später grundlegend für die Master-Kollektion.

Der Name „Master“ selbst erschien erstmals 1957 mit der Master Mariner und markierte den formalen Beginn einer Linie, die sich fortan parallel zu veränderten Lebensstilen und Erwartungen weiterentwickelte.

1973 stellte Jaeger-LeCoultre dann die Master Mariner Chronomètre vor – eine Uhr, die die traditionelle Trennung zwischen Dress- und Sportuhr infrage stellte. Ihr Stahlgehäuse und das vollständig integrierte Armband schlugen eine neue Richtung ein: elegant, aber praktisch; entspannt, aber technisch anspruchsvoll. Genau dieses Konzept fließt heute direkt in das Design der neuen Master Control Chronometre ein.

Ein weiterer Meilenstein folgte 1992 mit der Einführung der Master Control-Kollektion und der „1,000 Hours Control“. Dieses Prüfprotokoll war wegweisend, weil nicht nur das Werk, sondern die vollständig montierte Uhr getestet wurde – unter Bedingungen, die sich an der Realität des Tragens orientierten. Damit setzte Jaeger-LeCoultre einen neuen Maßstab für Zuverlässigkeit und Präzision.

Ganz grundsätzlich ist Chronometrie seit dem 19. Jahrhundert ein Kernbestandteil der Identität von Jaeger-LeCoultre. Mit steigenden Anforderungen an Genauigkeit entwickelten sich sowohl die Fertigung von Komponenten als auch die Reguliersysteme weiter. Von frühen Chronometer-Taschenuhren bis zu modernen Hochfrequenzkalibern blieb dieses Streben nach Präzision ein zentraler Motor der technischen Entwicklung der Manufaktur.

Einführung der High Precision Guarantee (HPG)

Aufbauend auf dieser Tradition in der Prüfung von Uhren führt die Master Control Chronometre 2026 eine neue hauseigene Zertifizierung ein: die High Precision Guarantee, kurz HPG. Der Name selbst ist nicht neu. „HPG“ erschien erstmals 1970 auf den Zifferblättern von Modellen mit dem Kaliber 916, einem 4-Hz-Werk von Jaeger-LeCoultre, das für ein besonders hohes Präzisionsniveau entwickelt wurde. Die heutige HPG knüpft an dieses Erbe an und bewertet die Leistung der Uhr anhand von vier zentralen Einflussgrößen des Alltags: Höhe, Stöße, Lagen und Temperatur.

Im Unterschied zur klassischen Chronometerprüfung erweitert das HPG-Protokoll den Test deutlich, indem nicht nur das Werk, sondern die eingeschalte Uhr unter simulierten Alltagsbedingungen geprüft wird. Die vier untersuchten Variablen sind Höhe, Stöße, Positionen und Temperatur. Beim Höhentest wird die Uhr Luftdruckschwankungen ausgesetzt, die Bedingungen zwischen Meereshöhe und 1.004 Metern nachbilden – also der Höhe, auf der die Jaeger-LeCoultre-Manufaktur im Vallée de Joux liegt.

Neue Dimensionen der Qualitätskontrolle im Hause Jaeger-LeCoultre

Um diese Prüfungen durchzuführen, hat Jaeger-LeCoultre eine eigene Testmaschine entwickelt. Sie setzt jede Uhr einer Abfolge wechselnder Zyklen aus, die den Alltag am Handgelenk simulieren. Phasen des „stabilisierten Ruhezustands“ entsprechen Situationen, in denen die Uhr stillliegt, etwa auf einem Nachttisch. Dazwischen stehen „Belastungszyklen“, in denen Bewegung, Lagewechsel und Stöße simuliert werden. Die Stoßfestigkeit wird durch mehrdirektionale Belastungen zwischen 25G und 50G geprüft, und zwar in mehreren standardisierten Positionen. Die Lagenprüfung wechselt zwischen festen und dynamischen Ausrichtungen und soll die natürliche Bewegung des Handgelenks im Tagesverlauf nachbilden. Hinzu kommen Temperaturzyklen, die zwischen rund 18 °C in Ruhephasen und 35 °C während aktiver Phasen schwanken.

Der gesamte Testprozess dauert drei Tage und ist so strukturiert, dass er eine ganze Woche des Tragens simuliert. Zwei Tage stehen für aktive Nutzung mit wechselnden Phasen von Bewegung, Stoßbelastung und Lageänderungen, während der dritte Tag eine Ruhephase darstellt, in der die Uhr stabil liegt – etwa wie auf einem Nachttisch.

Durch diese Kombination soll sichergestellt werden, dass jede Uhr ihre chronometrische Leistung nicht nur unter Laborbedingungen, sondern über das gesamte Spektrum realistischer Alltagssituationen hinweg konstant hält. Die HPG-Zertifizierung ist auf dem Gehäuseboden eingraviert und fungiert damit als sichtbares Zeichen dieses erhöhten Standards und der strengen Prüfungen, die jede Uhr durchlaufen hat.

COSC bleibt weiterhin wichtig

Zusätzlich zur HPG-Zertifizierung sind alle Modelle der Master Control Chronometre auch vom Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (COSC) zertifiziert. Damit erfüllen sie weiterhin die etablierten Chronometerstandards.

Eine zeitgemäße Formensprache

Neue Armband- und Gehäusearchitektur

Die neue Master Control Chronometre, die Jaeger-LeCoultre auf der Watches & Wonders vorstellt, markiert zugleich die Einführung einer komplett neu entwickelten Gehäuse- und Armbandarchitektur. Ziel ist es, heutigen Erwartungen an Vielseitigkeit und Tragekomfort gerecht zu werden.

Ein fließendes, dynamisches Design

Das vollständig integrierte Metallarmband ist das prägende Merkmal der Kollektion. Es wird nicht als separates Bauteil angesetzt, sondern als direkte Fortsetzung des Gehäuses gedacht. So entsteht eine durchgehende, fließende Linie um das Handgelenk. Dieser Ansatz wirkt sich sowohl ästhetisch als auch ergonomisch aus und sorgt für einen ausgewogenen, komfortablen Sitz.

Zum visuellen Reiz trägt das Spiel der Oberflächen bei. Satinierte Flächen an Gehäuseseiten und Armband kontrastieren mit polierten Elementen an Lünette, Krone und Fasen, wodurch ein lebendiges Lichtspiel entsteht.

Auch das dreireihige Armband ist bewusst auf Flexibilität und Komfort ausgelegt. Die Mittelglieder wechseln zwischen flachen, vertikal satinierten Flächen und hochglanzpolierten Gliedern in Form dreieckiger Prismen. Die äußeren Glieder wiederum besitzen markante V-förmige Fasen. Diese kantigen Formen greifen die Geometrie der Dauphine-Zeiger und applizierten Stundenindizes auf und schaffen so eine durchgängige visuelle Sprache.

Sonnenschliff-Zifferblätter

Die Zifferblätter zeigen einen Sonnenschliff mit leichtem Verlauf: hellere Töne in der Mitte, dunklere am Rand. Ein äußerer Minuten- und Sekundenring unterstreicht den chronometrischen Charakter der Kollektion, während die Fünf-Minuten-Abstände exakt mit den Stundenindizes korrespondieren.

Mechanische Innovation und aufwendige Finissierung

Date Power Reserve: das neue Kaliber 738

Die Modelle der Master Control Chronometre werden ausschließlich von Manufakturwerken angetrieben, was die Stellung von Jaeger-LeCoultre als vollintegrierte Manufaktur unterstreicht. Das Modell Date Power Reserve führt mit dem Kaliber 738 ein neues Werk ein. Es handelt sich um ein Automatikwerk mit einer Kombination aus Gangreserveanzeige und Datumsanzeige. Beide Funktionen sind symmetrisch auf einer horizontalen Achse angeordnet: die Gangreserve bei neun Uhr, das Datum bei drei Uhr.

Mit einer Höhe von nur 4,97 Millimetern bietet das Kaliber 738 eine Gangreserve von 70 Stunden bei einer Frequenz von 4 Hz beziehungsweise 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Um diese Leistung in einem so flachen Werk zu ermöglichen, wurde das Räderwerk neu organisiert; nebeneinander angeordnete Räder sorgen für eine effiziente Kraftübertragung. Eine Siliziumhemmung verbessert zusätzlich die Effizienz und reduziert die Empfindlichkeit gegenüber Magnetfeldern und Verschleiß.

Master Control Chronometre Perpetual Calendar: das flache Kaliber 868

Die Master Control Chronometre Perpetual Calendar wird vom Kaliber 868 angetrieben, das eine vollständige Kalenderanzeige mit Wochentag, Datum, Monat, Jahr und Mondphase integriert. Als ewiger Kalender berücksichtigt das Werk automatisch unterschiedliche Monatslängen und Schaltjahre und muss – vorausgesetzt, die Uhr bleibt aufgezogen – erst im Jahr 2100 manuell korrigiert werden.

Trotz dieser Komplexität misst das Kaliber 868 nur 4,72 Millimeter in der Höhe, sodass es in einem Gehäuse mit lediglich 9,2 Millimetern Bauhöhe untergebracht werden kann. Sämtliche Kalenderanzeigen sind synchronisiert und lassen sich über einen einzigen Korrektor gemeinsam einstellen, was die Bedienung deutlich vereinfacht. 

Master Control Chronometre Date: Kaliber 899

Die Master Control Chronometre Date wird vom Kaliber 899 angetrieben und bietet die klassischere Anzeige von Stunden, Minuten, Sekunden und Datum. Dieses Modell zeichnet sich besonders durch seine schlanke Bauweise aus: Das Gehäuse ist nur 7,9 Millimeter hoch. Wie die anderen Modelle bietet auch diese Uhr 70 Stunden Gangreserve.

Bei allen Modellen sind die Werke durch Saphirglasböden sichtbar. Zu erkennen sind aufwendige Finissierungen wie Côtes de Genève, Kreisschliff, lineare Satinierung, anglierte Kanten, polierte Schraubenköpfe und versenkte Rubine. Jede dieser Ausführungen zeigt Jaeger-LeCoultres Fähigkeit, technische Präzision mit traditioneller Uhrmacherkunst zu verbinden.

Möglich wird diese Verbindung aus Entwicklung, Prüfung und Finissierung durch die Struktur von Jaeger-LeCoultre als vollintegrierte Manufaktur im Vallée de Joux, wo mehr als 180 spezialisierte uhrmacherische Berufe unter einem Dach vereint sind.

Drei neue Master-Modelle, eine gemeinsame Idee: ein genauerer Blick auf die Gestaltung

Master Control Chronometre Date Power Reserve

Die Master Control Chronometre Date Power Reserve erscheint in einem 39 Millimeter großen Edelstahlgehäuse mit einer Höhe von 8,9 Millimetern. Ihr blau-graues Zifferblatt mit Sonnenschliff und Verlauf zeigt zwei symmetrische Hilfszifferblätter mit Azurage. Die Gangreserveanzeige besitzt einen roten Bereich zur Kennzeichnung abnehmender Energie, während die Datumsanzeige mit einer roten „31“ Monate mit 31 Tagen hervorhebt. Komplettiert wird die Uhr durch das neue integrierte dreireihige Edelstahlarmband mit Doppelfaltschließe.

Master Control Chronometre Perpetual Calendar

Die Master Control Chronometre Perpetual Calendar ist dagegen sowohl in Edelstahl als auch in 18 Karat Roségold erhältlich. Das 39-Millimeter-Gehäuse ist 9,2 Millimeter hoch und beherbergt ein Zifferblatt mit vier Totalisatoren für den vollständigen Kalender. Zur Wahl stehen ein blau-grauer Farbverlauf oder ein warmer Bronzeton. Die Hilfszifferblätter kombinieren opaline Außenringe mit azurierten Zentren. Die Mondphase selbst ist in gehämmertem 24-Karat-Gold ausgeführt. Getragen wird die Uhr an dem neuen integrierten Armband aus Stahl oder Roségold.

Master Control Chronometre Date

Die Master Control Chronometre Date schließlich wird in einem 38-Millimeter-Gehäuse mit nur 7,9 Millimetern Höhe angeboten und eignet sich damit für viele Handgelenkgrößen. Sie ist in Edelstahl oder Roségold erhältlich, besitzt ein blau-graues oder bronzefarbenes Zifferblatt mit Sonnenschliff und eine schlichte Datumsanzeige. Wie die beiden anderen Modelle verfügt auch sie über ein integriertes Armband und eine Gangreserve von 70 Stunden.

Alle Modelle bieten Saphirglasböden, eine Wasserdichtigkeit bis 5 bar beziehungsweise 50 Meter sowie die neue Armbandkonstruktion mit integrierter Doppelfaltschließe.  

Eine moderne Interpretation von Präzision

Die Master Control Chronometre entsteht in einer Manufaktur, die seit jeher für Präzision steht und über 1.400 Kaliber sowie mehr als 430 Patente hervorgebracht hat. Neu an dieser Kollektion sind weniger zusätzliche Komplikationen als vielmehr die veränderte Art, wie Leistung bei Jaeger-LeCoultre definiert und geprüft wird.

Mit der High Precision Guarantee erweitert Jaeger-LeCoultre seine bisherigen Protokolle zu einem System, das die vollständige Uhr unter simulierten Alltagsbedingungen beurteilt, statt nur das Werk isoliert zu testen. Ebenso wichtig ist die Entscheidung, Gehäuse und Armband als integrierte Einheit neu zu konzipieren. Dadurch wird die Master-Kollektion stärker in einen zeitgenössischen Kontext gestellt, in dem die Grenzen zwischen Dress- und Sportuhr immer fließender werden.

In diesem Sinn markiert die Master Control Chronometre-Kollektion von 2026 eine neue Phase: eine technisch starke klassische Linie, die sich noch klarer über Präzision, Haltbarkeit und Alltagstauglichkeit definiert.


jaeger-lecoultre.com

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