1860 von Louis-Ulysse Chopard gegründet, richtet sich der Blick bei Chopard in diesem Jahr vor allem auf die vergangenen 30 Jahre. Denn 1996 wurde auf Initiative von Karl-Friedrich Scheufele die Manufaktur in Fleurier gegründet – das Herz der uhrmacherischen Kompetenz des Schweizer Uhrenherstellers.

1996: Die L.U.C.-Ära bei Chopard beginnt

In der Manufaktur in Fleurier entstehen die L.U.C-Uhrwerke – vom Entwurf über die Entwicklung bis zur Fertigung – und damit die anspruchsvollsten Antriebe von Chopard. 1996 war das Thema Manufakturkaliber jedoch bei Weitem nicht mit der heutigen Bedeutung aufgeladen. Karl-Friedrich Scheufele bewies somit bereits vor drei Jahrzehnten große Weitsicht, die sich heute in der Unabhängigkeit im Bereich höchster Uhrwerkstechnik unter der Bezeichnung L.U.C auszahlt.

In der Namensgebung findet ferner die Rückbesinnung auf die Wurzeln im 19. Jahrhundert ihren Ausdruck. L.U.C steht für Louis-Ulysse Chopard, der 1860 eine Uhrmacherwerkstatt in Sonvilier im Berner Jura gründete und damit den Grundstein für das heutige, weltweit aktive Uhren- und Schmuckunternehmen legte.

Es war folgerichtig, den mit der Manufaktur in Fleurier gesetzten Grundstein der jüngeren Unternehmensgeschichte mit den Initialen des Gründers zu versehen.

Den Anfang machte 1996 das kompakt konstruierte, COSC-zertifizierte und aufwendig dekorierte Automatikkaliber L.U.C 96.01-L (27,4 x 3,3 mm). Ausgestattet mit Mikrorotor, doppeltem Federhaus und 65 Stunden Gangreserve war es zugleich der Startschuss für die L.U.C-Uhrenkollektion. Die erste Uhr, die L.U.C 1860, wurde nur ein Jahr später vom Schweizer Magazin Montres Passion als „Watch of the Year“ ausgezeichnet. Obwohl „nur“ eine Dreizeigeruhr, öffnete sie Chopard die Tür zur Haute Horlogerie – und das Haus schritt mutig hindurch.

Dabei lagen dem in Zusammenarbeit mit Michel Parmigiani entstandenen L.U.C 96.01-L auch strategische Überlegungen zugrunde: Karl-Friedrich Scheufele wollte ein flaches Kaliber als Basis für elegante Dresswatch-Kollektionen schaffen. Zugleich bildete es die Grundlage für alle darauffolgenden, teils deutlich komplexeren Werke von Chopard.

Heute umfasst das Portfolio ein breites Spektrum an Uhrwerken – von Handaufzug bis Automatik, von Hochfrequenzkonstruktionen bis hin zu Kalibern mit besonders langer Gangreserve. Den Anfang aber machte eine schlichte Dreizeigeruhr.

„Das Modell L.U.C 1860 ist die Uhr mit der größten Bedeutung für die L.U.C Kollektion. Sie steht für den Beginn unserer Reise in das Herz der Haute Horlogerie – ein Weg, der manchmal überaus herausfordernd war, aber viele Erkenntnisse gebracht hat. Diese Uhr ist zu einem Klassiker geworden – wie ich es mir vor 30 Jahren vorgestellt habe“, erläutert Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard.

2026: L.U.C 1860 in Lucent Steel

Das L.U.C-Debütmodell von 1996 erhält anlässlich des 30. Geburtstags der Chopard-Manufaktur in Fleurier eine weitere Nachfolgerin: die L.U.C 1860 in Lucent Steel. Dabei bleibt man nah am Original und integriert zugleich behutsam die Errungenschaften der vergangenen 30 Jahre.

Es ist übrigens nicht die erste Neuinterpretation des Vorbilds von 1996. So trug beispielsweise 2019 Ryan Reynolds in dem Film „6 Underground“ eine L.U.C XPS 1860 Officer. 2023 trat Chopard außerdem mit einer Unikat-Ausführung zur weltgrößten Charity-Uhrenauktion Only Watch an und lancierte zugleich eine L.U.C 1860 für die reguläre Kollektion. Beide waren aus Lucent Steel gefertigt und mit dem L.U.C 96.40-L bestückt, das auch in der neuen Ausführung arbeitet.

Das Uhrwerk L.U.C 96.40-L: mit Zertifizierung und Siegel

Die modernisierte, 176-teilige Variante des ursprünglichen Kalibers misst unverändert 27,4 × 3,3 Millimeter, ist mit Chopards Twin-Technologie – also zwei Federhäusern – ausgestattet und bietet rund 65 Stunden Gangreserve. Diese wird vom Mikrorotor aus 22-karätigem, sogenanntem ethischem Gold erzeugt. Seit 2018 verwendet Chopard ausschließlich Gold, das nachweislich internationalen Best-Practice-Standards in Sachen Umweltschutz und sozialer Verantwortung entspricht.

Das mit 4 Hertz schwingende Kaliber L.U.C 96.40-L ist von der COSC als Chronometer zertifiziert und lässt sich dank Schwanenhalsfeinregulierung sowie Sekundenstopp besonders präzise einstellen. Angezeigt werden Stunden, Minuten und eine kleine Sekunde. Auf ein Datum wurde bewusst zugunsten der schlichten Ausstrahlung verzichtet.

Jedes Bauteil ist von Hand finissiert, mit polierten oder dekorierten Oberflächen sowie anglierten Kanten versehen. Damit erfüllt die Uhr die Voraussetzungen für das Poinçon de Genève. Das Genfer Siegel garantiert neben technischer Exzellenz sowie Montage, Regulierung und Gehäusefertigung in Genf auch die außergewöhnliche ästhetische Ausführung zentraler Werkteile.

Das Zifferblatt: traditionelle Handwerkskunst in Blau

Die Farbe des Zifferblatts unter beidseitig entspiegeltem Saphirglas trägt den programmatischen Namen Areuseblau, inspiriert vom Fluss Areuse im Val-de-Travers nahe Fleurier. Dessen wechselnde Blautöne spiegeln sich im guillochierten, strahlenförmigen Muster des Weißgold-Zifferblatts wider. Dieses entsteht in den Ateliers des Zifferblattspezialisten Metalem, der zu Chopard gehört, aber auch andere Luxusuhrenmarken beliefert.

Dabei kommen traditionelle Maschinen zum Einsatz, von denen einige über 100 Jahre alt sind. Diese geben jedoch lediglich das Motiv vor, während die Präzision und Tiefe jeder Linie in der Hand der Guillocheure liegt.

Umgeben ist die handguillochierte Fläche von einem satinierten Stundenring mit Markierungen in Chevron-Form aus Weißgold. Dieses Material findet sich auch bei den Dauphine-Zeigern für Stunde und Minute sowie beim stabförmigen Sekundenzeiger der kleinen Sekunde bei 6 Uhr, die ebenfalls durch einen satinierten Ring hervorgehoben wird.

Das Gehäuse: klassische Form in moderner Materialität

Das klassisch proportionierte, bis 3 bar wasserdichte Gehäuse behält die Größe der ersten L.U.C 1860 bei und misst 36,5 × 8,2 Millimeter. Beim Material hingegen geht man neue Wege und setzt anstelle von Edelmetall auf Edelstahl – genauer gesagt auf Lucent Steel, das seit 2023 bei allen Stahlreferenzen von Chopard verwendet wird.

Diese hauseigene Legierung wurde 2019 erstmals mit der Alpine Eagle-Kollektion vorgestellt und besteht zu 80 Prozent aus recyceltem Stahl. Bei der neuen L.U.C 1860 zeigt sie sich vertikal satiniert auf Flanken und Flächen zwischen den Gehäusehörnern sowie poliert auf Lünette und Gehäuseboden mit Saphirglas-Sichtfenster.

Getragen an einem anthrazitgrauen Lederband mit Dornschließe aus Lucent Steel kostet die neue L.U.C 1860 28.200 Euro.


chopard.com

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