In der Welt der Gastronomie suchen viele Genießer nach einer verlässlichen Einordnung der Qualität von Restaurants. Besten- und Sterne-Listen wird darum oft mehr vertraut als dem eigenen Geschmack, oder der Empfehlung von Freunden. Ähnlich ist es in der Mode, wo einige wenige Stil-Instanzen aus Marken Mythen machen können. Und mal ehrlich: Auch in der Uhrenwelt ist es nicht anders. Hier kommen nicht nur Magazine wie unseres ins Spiel, sondern auch und vor allem: Die Welt der Sammler von historischen Uhren. Eine Welt also, in der sich historische Relevanz und Sinn für Ästhetik treffen – und das frei von Marketing-Budgets und Image-Kampagnen. Ein Markt also, der sich ganz pur über Angebot und Nachfrage und über Preis und Leistung reguliert.

In genau dieser Welt waren die Compax-Chronographen von Universal Genève (UG) ein Begriff, lange bevor die Marke wiederbelebt wurde. Selbstverständlich gehören deshalb neue Universal Genève Compax-Chronos zur neuen UG-Startkollektion, und ebenso selbstverständlich wird ein Mythos dabei besonders in den Fokus der künftigen Kunden gerückt: Es ist die Geschichte der Universal Genève Compax und Rennfahrer-Gattin Nina Rindt, die einer Variante des Chronographen ihren Vornamen als Spitznamen weiterreichte. „Die Nina“ ist seitdem ein Begriff unter Sammlern der Marke – und nun soll diese Geschichte und damit auch die Universal Genève Compax noch populärer werden.

Denn ein unbedarfter Betrachter sieht auf den hier gezeigten Bildern lediglich einen weiteren Chronographen aus einem Hause, das sich allerdings bereits seit den 1930er Jahren ein Renommée auf diesem Sektor erarbeitet hat. Sicherlich, er ist attraktiv, mit gelungenen Proportionen obendrein, und hochwertig ausgeführt – doch in der Abwesenheit von UG haben sich nun einmal längst diverse gute Chronos mit vergleichbaren Designs auf dem Markt etabliert. Da gilt es nicht nur zu sehen, sondern auch zu fühlen, was den Charme und die Relevanz dieser Uhren genau ausmacht. So wie es hilft, in der Gastronomie die Bedeutung eines Koches wie Auguste Escoffier für die klassische französische Küche zu kennen, oder in der Mode die Unersetzlichkeit eines Designers wie Yves Saint-Laurent als großem Emanzipatoren für Damenmode zu verstehen.

Der neue Compax-Chronograph von Universal Genève: Retro? Chic!

Nina Rindt also war ein finnisches Model und Gattin von Rennfahrer Jochen Rindt. Nun mag der Skeptiker einwenden: Hübsche Frauen an der Seite von Sportlern sind für sich genommen gar nicht einmal so selten. Doch Nina Rindt war eben nicht nur attraktiv, sondern fiel an den Rennstrecken dieser Welt mit ihrem besonderen Stilempfinden auf. Sie trug nicht einfach nur Kleidung und Accessoires, sie adaptierte diese für sich und ließ sie dadurch noch mehr glänzen. Das war ein Talent, und wurde im Falle von Universal Genève stilprägend.

Ihre Universal Genève Compax mit dem weißen Zifferblatt und den schwarzen Totalisatoren nämlich individualisierte Rindt mit einem Bundarmband, das den Fokus des Betrachters von der Uhr und auf die extrabreite Ledermanschette lenkte. Nina Rindt wurde mit dieser Panda-Compax an den Rennstrecken dieser Welt fotografiert, und man darf diesen Look als wegweisend bezeichnen, denn auch die berühmte Rolex Daytona von Paul Newman fand sich an einem Bundarmband wieder – allerdings Jahre später.

Eine der wichtigsten Neuheiten der Universal-Genève-Kollektion ist dann auch die Referenz UGCO001, ein Compax-Chronograph mit 39,5 Millimeter Stahlgehäuse, schwarzem Keramikeinsatz in der Lünette mit Tachymeter-Skala, weißem Zifferblatt und schwarzen Totalisatoren. Die Uhr wird an einem dunkelbraunen Bund-Lederarmband ausgeliefert, und transportiert die Savoir-Faire-Haltung der historischen „Nina“-Modelle ins neue Jahrtausend. Einzig das doch recht groß geratene Logo der Marke in Verbindung mit dem Universal-Genève-Schriftzug lässt die Eleganz und Lässigkeit der 1960er Jahre ein wenig vermissen.

Dieser neuen Version einer „Nina-Compax“ werden zwei weitere Modelle zur Seite gestellt, sie bilden den Prêt-à-Porter-Teil der Kollektion. Denn bei UG unterscheidet man ab sofort zwischen ebendieser Standard-Kollektion, und den etwas modischeren, selteneren Modellen der Capsule-Kollektion. „Prêt-à-Porter“ sind also neben der Stahlvariante mit weißem Blatt eine „Reverse-Panda“, im UG-Kosmos auch „Evil-Nina“ genannt, also ein Gehäuse aus Stahl, schwarzem Blatt und weißen Totalisatoren (UGCO002). Diese wird standardmäßig mit einem fünfreihigen Edelstahlband statt des Lederarmbandes ausgerüstet. Komplettiert wird das Trio durch eine deutlich auffälligere Variante, eine roségoldene Universal Genève Compax mit leuchtend blauem Zifferblatt, weißen Totalisatoren und einer weißen Außenskala sowie roségolden-weißen Indizes. Die Uhr verfügt über eine Tachymeterskala in passend blauer Keramik und ein blaues Lederarmband (UGCO004).

Verstärkt werden diese drei Modelle der Universal Genève Compax von drei Capsule-Edition-Referenzen, die allesamt mit einem lackierten Hauptzifferblatt mit Leinentextur-Muster auffallen. Diesen Look gibt es in der Kombination Roségold und Salbeigrün (UGCO005), Roségold und Lavenderlila (UGCO006) sowie Edelstahl und Indigo-blau (UGCO007). Auch hier sind sowohl Armbänder als auch Keramiklünettenringe der jeweiligen Farbgebung angepasst.

Das exklusiv für die Marke entwickelte Kaliber UG-200 führt die historische Expertise von Universal Genève in der Mikrorotor-Technologie und dem Chronographenbau in einem integrierten Werk zusammen. Obwohl das Design und die technische Entwicklung vollständig von der Maison stammen, erfolgt die physische Fertigung nicht inhouse, sondern bei Breitling Chronométrie in La Chaux-de-Fonds. Technisch zeichnet sich das 6,63 mm flache Werk durch ein Säulenrad, eine vertikale Kupplung sowie eine doppelseitig gelagerte Unruhbrücke aus. Es arbeitet mit einer Frequenz von 4 Hz und bietet eine Gangreserve von 72 Stunden.

Rolex, Omega, Zenith & Co: Die Konkurrenten

In der Uhrenwelt des 21. Jahrhunderts tritt die Universal Genève Compax gegen diverse starke Mitbewerber in unterschiedlichen Preiskategorien an, die allesamt einen zumindest ähnlichen Stil pflegen. Wer beispielsweise „Panda-Dial“ sagt, der denkt heute meist automatisch an Rolex Cosmograph Daytona, und die aktuelle Ref. 126500 LN mag zwar kein hundertprozentiges Panda-Dial haben, dennoch wirkt sie wie ein sportlicherer Bruder der stählernen Prêt-à-Porter-Compax-Modelle. Auch in der Omega Speedmaster-Kollektion finden sich Chronographen mit einer ähnlichen Ausstrahlung, ebenso bei Zenith in der Chronomaster-Kollektion oder TAG Heuer bei der Carrera. Nicht zu vergessen die Premier vom Schwester-Unternehmen Breitling. In diesem hart umkämpften Segment wird Universal Genève Überzeugungsarbeit leisten müssen. Das Produkt dafür ist eindeutig da – nun gilt es das Gros der Uhrenwelt für sich einzunehmen.

Der besondere Charme eines klassischen Chronographen

Was die neuen Universal Genève-Compax-Modelle dabei auszeichnet und einzigartig macht, ist die Anmutung eines sehr klassischen Chronographen, der aus der Vergangenheit zitiert, und sich bewusst ein wenig altmodischer gibt, als er es eigentlich ist. Die Universal Genève Compax hat eine ganz eigene Haltung, und wenn man sich bei Universal Genève weiterhin als der „Couturier de la Montre“ versteht, also als Schneider der Uhrmacherei, dann ist die Universal Genève Compax der Maßanzug mit Krawatte unter den Smart-Casual-Dress-Down-Chronos unserer Zeit.

Vor der Lancierung der insgesamt sechs Modelle der Prêt-à-Porter- und Capusule-Kollektionen hatte das UG-Team im vergangenen Jahr bereits zwei Sets aus jeweils drei verschiedenen Interpretationen der Universal Genève Compax als Trios für Sammler lanciert. Diese waren mit Grand-Feu-Emailzifferblättern und Bund-Armbändern des japanischen Lederkünstlers Satoru Hosoi ausgestattet. Im Vergleich mit ebendiesen „Tribute“-Modellen erscheinen die Serien-Modelle zugegebenermaßen eher blass. Doch es sind herausragende Modelle entstanden, die obendrein zu einem populäreren Preis realisierbar sind. Gleichzeitig bleibt der Wunsch, dass Universal Genève in jeder Kategorie nach dem Bestmöglichen strebt und uns weiter überraschen möge. Denn was wäre die Welt der Kulinarik ohne Sterneküche? Die Mode ohne Extremisten? Und die Uhrmacherei ohne genau diese Exzellenz? Sie passt allemal hervorragend zu dieser alten, jungen Marke.

Die Preise für die neuen Universal Genève Compax Modelle variieren zwischen 15.500 CHF für die Stahlmodelle und 39.900 CHF für die Goldmodelle.


universalgeneve.com

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