
Happy Birthday, Nautilus & Co.: Die wichtigsten Uhrenjubiläen 2026
Das Jahr 2025 war geprägt von bedeutenden Jubiläen großer Marken, darunter das 270-jährige Bestehen von Vacheron Constantin, das 150-jährige Jubiläum von Audemars Piguet sowie das 250-jährige Jubiläum von Breguet. Auch das Jahr 2026 bringt für die Uhrenbranche eine Reihe spannender Jubiläen mit sich. An erster Stelle steht das 200-jährige Jubiläum von Gallet, das mit der Wiederbelebung der Marke im Rahmen der sogenannten „House of Brands“-Strategie von Breitling SA einhergehen wird. Tudor feiert sein 100-jähriges Bestehen, das voraussichtlich in mehreren Jubiläumsmodellen Ausdruck finden dürfte. Darüber hinaus begehen in diesem Jahr vor allem ikonische Modelle runde Geburtstage: So feiert die Rolex Oyster, erstmals vorgestellt im Jahr 1926, ebenfalls ihr 100-jähriges Jubiläum. Die Rolex Day-Date begeht ihr 70-jähriges Bestehen, während die Patek Philippe Nautilus ebenso wie die IWC Ingenieur SL ihr 50-jähriges Jubiläum feiern. Hinzu kommen die Vacheron Constantin Overseas und der Jahreskalender von Patek Philippe, die beide auf 30 Jahre Modellgeschichte zurückblicken.
Das Jahr 2026 verspricht damit eine Vielzahl an Sondermodellen und Neuinterpretationen bekannter Uhrenikonen. Nachfolgend finden sich alle wichtigen Uhrenjubiläen 2026, die uns im kommenden Jahr in der Uhrenbranche erwarten, auf einen Blick.
Gallet (1826) – 200 Jahre
Am 19. November 2025 enthüllte Breitling-CEO Georges Kern bei der Dubai Watch Week eine Mehrmarkenstrategie, um die sich die Geschicke der Breitling SA zukünftig drehen sollen: die sogenannte House-of-Brands-Strategie. Zusammengefasst unter einem gemeinsamen Dach sollen hierbei die Marken Breitling, Universal Genève und Gallet jeweils einen anderen preislichen Einstiegspunkt in die Welt der Uhrmacherei bieten. Allen voran hat Universal Genève die Funktion inne, im Bereich des Ultra-Luxus-Segments an der Speerspitze der Uhrmacherei angesiedelt zu sein; darunter positioniert kommt Breitling die Aufgabe zu, eine Kernzielgruppe im mittleren Preisbereich zu bedienen, während Gallet den preislichen Einstiegsbereich abdeckt. Was alle drei Marken gemeinsam haben: ein reiches uhrmacherisches Erbe.
Besonders deutlich wird dies bei letzterer – der Marke Gallet, deren Geschichte bis in das Jahr 1826 zurückreicht, als das Unternehmen von Julien Gallet in La Chaux-de-Fonds gegründet wurde. Nach der im Jahr 2023 für circa 65 Millionen Schweizer Franken erworbenen Marke Universal Genève handelt es sich bei Gallet um die zweite Übernahme einer in den Jahrzehnten nach der Quarzkrise in Vergessenheit geratenen Uhrenmarke mit großer Tradition im Bau von Chronographen. 1903 schrieb Gallet Geschichte, als eine ihrer Stoppuhren zur Messung des ersten motorisierten Fluges der Gebrüder Wright verwendet wurde. Auf den Höhepunkt ihres Schaffens gelang Gallet vor allem mit zwei wesentlichen Modellen: Zum einen gilt der Gallet MultiChron Clamshell-Chronograph von 1938 als ein Meilenstein, da er den Chronographen als eine der ersten Uhren überhaupt mit einer wasserdichten Konstruktion kombinierte und somit vor Staub, Feuchtigkeit und Regen geschützt war. Zum anderen handelte es sich bei der 1939 vorgestellten Flying Officer um den ersten wasserdichten Armband-Chronographen, der über eine Weltzeit-Funktion, also Städtenamen am Zifferblattrand, verfügte und somit für die Verfolgung mehrerer Zeitzonen konzipiert war.
Mit einem Gründungsjahr von 1826 begeht Gallet in diesem Jahr ihr 200-jähriges Jubiläum und soll mit der offiziellen Wiederbelebung unter dem Dach der House-of-Brands-Strategie von Georges Kern ab Mitte dieses Jahres einen neuen Morgen erfahren. Von Breitling gefertigt wird Gallet nach der Wiedereinführung über das bestehende Breitling-Vertriebsnetz wie Breitling-Boutiquen sowie ausgewählte Multimarkenhändler vertrieben.
Ulysse Nardin (1846) – 180 Jahre
Gegründet im Jahr 1846 im schweizerischen Le Locle, machte sich Ulysse Nardin früh einen Namen als Spezialist für präzise Marinechronometer, die bei Seestreitkräften auf der ganzen Welt im Einsatz waren. Dieses nautische Erbe prägt die Identität der Manufaktur bis heute. Gleichzeitig zählt Ulysse Nardin seit den 1980er-Jahren zu den progressivsten Akteuren der Branche und erlangte besondere Aufmerksamkeit durch den konsequenten Einsatz neuartiger Materialien wie Silizium in der Uhrwerkstechnik. Prägende Kollektionen sind unter anderem die Marine-Linie mit klaren Bezügen zu den historischen Chronometern, die 2001 vorgestellte Freak, die dieses Jahr also 25-jähriges Jubiläum feiert, die mit ihrem rotierenden Uhrwerk als Zeitanzeige bewusst auf klassisches Zifferblatt und Zeiger verzichtete, sowie die Diver als zeitgemäße Interpretation der Taucheruhr. In diesem Jahr begeht die Marke ihr 180. Jubiläum und ist somit ein Teil der wichtigsten Uhrenjubiläen 2026.
Montblanc (1906) – 120 Jahre
Die Uhrengeschichte von Montblanc ist im Kern als das Zusammenwirken zweier Unternehmen zu verstehen: des Schreibgeräteherstellers einerseits und der Uhrenmanufaktur Minerva andererseits. Der Beginn des ersten Unternehmens im Bunde lässt sich bis auf das Jahr 1906 zurückdatieren, als der deutsche Ingenieur August Eberstein in Berlin mit der Produktion von Füllfederhaltern begann. Gemeinsam mit dem deutschen Kaufmann Alfred Nehemias sowie Johannes Voß und Max Koch gründete Eberstein um 1907 die SIMPLO Filler PEN Co., die Anfang 1908 ins Handelsregister eingetragen wurde. Der nächste große Schritt in Richtung des emblematischen Montblanc Logos und Markennamens wurde im Jahr 1910 getätigt, als ein Füllfederhalter mit einem weißen Kappenkopf erstmals unter dem Namen Montblanc angeboten wurde. Da der weiße Kappenkopf in Deutschland nicht schützbar war, suchte man nach einem schützbaren Markensymbol, um sich gegenüber den Wettbewerbern abzugrenzen. 1913 wurde dann der emblematische Stern als Schutzmarke eingetragen, und 1914 zierte erstmals der als Stern stilisierte Gipfel des Berges Mont Blanc mit seinen sechs Tälern den Kappenkopf eines Montblanc-Füllhalters. Der Rest ist Geschichte: Montblanc wurde im Jahr 1998 vollständig in den Richemont-Konzern eingegliedert und gilt heute als das Patek Philippe der Schreibinstrumente und produziert neben Lederwaren sowie Parfums auch Uhren.
Den Vorstoß in die Uhrmacherei wagte Montblanc erstmals im Jahr 1997, als die Marke ihr „Meisterstück“ auf dem Genfer Uhrensalon vorstellte. Doch obwohl dieses bei Uhrensammlern auf gemischte Reaktionen stieß, ließ sich die Geschäftsführung nicht beirren: Man investierte in eigene Gebäude in Le Locle, mitten im Vallée des Joux, dem Herzen der Schweizer Uhrenherstellung, und um das Jahr 2007 folgte dann der nächste große Coup – der Dachkonzern Richemont hatte die 1858 in Villeret gegründete Chronographen-Manufaktur Minerva gekauft und entschieden, sie komplett bei Montblanc einzugliedern, wodurch Montblanc nunmehr imstande war, hochkomplizierte Chronographenwerke, Tourbillons und sogar die Unruhspiralen seiner Modelle selbst herzustellen.
Heute produziert Montblanc Uhren an zwei unterschiedlichen Standorten in insgesamt drei Fertigungsstufen: Die Einstiegsmodelle wie beispielsweise die Taucheruhr Iced Sea Automatic Date werden mit zugekauften Werken von Sellita oder anderen Zulieferern ausgestattet und im Produktionsgebäude in Le Locle montiert, während bei der zweiten Stufe – der Flaggschiff-Modelle – wie etwa der Montblanc 1858 Geosphere alle Entwicklungsschritte der Uhren inhouse vorgenommen und die Uhrwerke ebenfalls im Produktionsgebäude in Le Locle zusammengebaut werden. Darunter zählt auch das Monopusher-Chronographenwerk MB R200 des Star Legacy Nicolas Rieussec Chronographen. Nur bei der Topkollektion, den High-End-Modellen, wie etwa der Montblanc 1858 Split Second Chronograph Limited Edition, werden die Uhrwerke vom Tourbillon bis zur Spiralfeder selbst hergestellt und in der Minerva Manufaktur mit Sitz in Villeret zusammengebaut. In diesem Jahr feiert Montblanc 120 Jahre Unternehmensgeschichte.
Tudor (1926) – 100 Jahre
Die Uhrenmarke Tudor wurde im Jahr 1926 vom Schweizer Uhrenunternehmen Veuve de Philippe Hüther im Kanton Neuenburg im Auftrag von Hans Wilsdorf, dem Gründer von Rolex, als Warenzeichen registriert und im Jahr 1936 von Wilsdorf zu 100 Prozent erworben. Die Idee hinter Tudor: eine erschwinglichere Gegenposition zu Rolex zu schaffen, die jedoch an Zuverlässigkeit und Qualität nichts einbüßte. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, wurden Tudor-Uhren anfangs zwar mit Rolex-Gehäusen und -Kronen ausgestattet, jedoch mit einfacheren, zugelieferten Werken versehen, um Kosten einzusparen. Im Jahr 1946 gründete Wilsdorf offiziell die Firma Montres Tudor SA, um die Marke weiter auszubauen. Wilsdorf übertrug die von Rolex etablierte Ästhetik in den folgenden Jahren bei Tudor in eine stärker geometrisierte Form mit klaren Kanten, reduzierten Details und insgesamt direkterer Lesbarkeit – Elemente, die bis heute Bestand haben und sich insbesondere im charakteristischen Snowflake-Zeiger sowie in den markant ausgeführten Stundenindizes widerspiegeln. Ab den 1950er-Jahren nutzte Tudor in etwa das wasserdichte Rolex Oyster-Gehäuse und den Automatikrotor für Modelle wie die Tudor Oyster Prince (1952), und Tudor-Taucheruhren (Submariner) wurden ab den 1960ern bei Militärs populär – so rüsteten z. B. die französische Marine und die US-Marine ihre Taucher mit Tudor-Submariner-Modellen aus.
Bei der Ausbildung der heute als eigenständig betrachteten Markenidentität spielte vor allem die eigene Tudor-Manufaktur eine entscheidende Rolle. Diese wurde im Jahr 2021 nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt und im März 2023 offiziell eröffnet. Die komplett in Rot gehüllte Manufaktur erstreckt sich über fünf Etagen und umfasst eine Gesamtfläche von 5.500 Quadratmetern sowie eine Belegschaft von rund 150 Mitarbeitern. Das Ziel hinter der Manufaktur war es allen voran, die für die Montage zuständigen Abteilungen von Montres Tudor SA in Genf näher an die Tochtergesellschaften und Zulieferer der Firma im Schweizer Jura zu bringen. Physisch an die Tudor-Manufaktur angegliedert ist Kenissi. Bei der im Jahr 2010 errichteten Fertigungsstätte handelt es sich um den Ort, an dem die Manufakturkaliber von Tudor-Uhren entwickelt und zusammengebaut werden – von der Forschung und Entwicklung bis hin zur abschließenden Montage findet alles für Tudors Manufakturwerke hier statt. Einst als erschwinglichere Gegenposition zu Rolex-Uhren geschaffen und heute zu einer eigenständigen Markenidentität gelangt, begeht die Schwestermarke Tudor in diesem Jahr das 100. Jubiläum ihrer Eintragung als Warenzeichen.
Rolex Oyster (1926) – 100 Jahre
Ebenfalls in diesem Jahr zelebriert die Rolex Oyster ihr 100-jähriges Jubiläum. Mit ihr stellte Rolex im Jahr 1926 einen wesentlichen Meilenstein vor: Dank ihres Gehäuses, das durch eine verschraubte Krone, Boden und Lünette hermetisch verschlossen war, präsentierte Rolex mit der Oyster die weltweit erste wasserdichte und staubfeste Armbanduhr. Namensstiftend für die „Oyster“ war das ähnlich wie eine Auster verschlossene Gehäuse, das das Uhrwerk vor Eindringen von Wasser schützte.
Jedoch wollte man diese Aussage, es handele sich hierbei um die erste wahrlich wasserdichte Armbanduhr, auch durch Taten bekräftigen lassen. So kam es, dass Rolex-Gründer Hans Wilsdorf, um die Zuverlässigkeit der Oyster zu beweisen, die Uhr 1927 von der Schwimmerin Mercedes Gleitze bei ihrer Ärmelkanal-Durchquerung tragen ließ. Nach über 10 Stunden im Wasser lief die Uhr immer noch einwandfrei – und Rolex begründete dadurch nicht nur seinen Ruf für wasserdichte Sportuhren, sondern darüber hinaus auch das Konzept des Markenbotschafters, das Rolex bis heute mit namhaften Gesichtern aus Bereichen wie Film, Sport und Musik pflegt. Das Konzept des verschraubten Oyster-Gehäuses legte den Grundstein für Uhren wie die im Jahr 1945 lancierte Rolex Datejust, die mit ihrem hermetisch verschlossenen Oyster-Gehäuse das erste wasserdichte, selbstaufziehende Armbandchronometer mit Datumsfenster auf dem Zifferblatt darstellte und heute als tragender Pfeiler der Oyster Perpetual Kollektion gilt.
Rolex Day-Date (1956) – 70 Jahre
Die Rolex Day-Date, die in diesem Jahr ihr 70. Jubiläum begeht und deshalb ein Teil der wichtigsten Uhrenjubiläen 2026 ist, nimmt gleich aus mehreren Gesichtspunkten einen besonderen Stellenwert im Rolex-Produktkatalog ein: Zum einen debütierte die Rolex Day-Date im Jahr 1956 als erste Armbanduhr überhaupt, die neben dem Datum auch den Wochentag ausgeschrieben und in voller Länge auf dem Zifferblatt anzuzeigen imstande war. Rolex beließ bei der Doppelkalender-Funktion das Datumsfenster auf seiner bekannten 3-Uhr-Position, während sich auf 12 Uhr der ausgeschriebene Wochentag in einer eigenen Fensteröffnung dazugesellte. Zudem erschien die Uhr an einem eigens für das Modell entwickelten, massiven Goldarmband, dem dreireihigen President-Band, dessen Name später sinnbildlich für die Uhr stehen sollte.
Zum anderen avancierte die Day-Date nicht nur zu einem Synonym für Erfolg und Prestige – sie wurde auch zu einem Liebling vieler Staatsmänner und Wirtschaftsbosse: US-Präsidenten wie Lyndon B. Johnson, Nixon, Ford und Reagan trugen sie im Amt, was der Uhr den Spitznamen „President Watch“ einbrachte. Seit 1956 wird die Day-Date ununterbrochen produziert und von Beginn an ausschließlich in Edelmetallen – wie Gelb-, Rosé- oder Weißgold und Platin – gefertigt.
Rolex Milgauss (1956) – 70 Jahre
In den 1950er-Jahren verlangte das rasche Fortschreiten der Wissenschaft, die mittlerweile in das Atomzeitalter eingetreten war, nach einer Armbanduhr, die diesen speziellen, daraus resultierenden Anforderungen gerecht wurde. Taucheruhren verlangten nach Wasserdichtigkeit, Fliegeruhren nach guter Ablesbarkeit – und Uhren für Wissenschaftler nach einer hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Magnetfeldern. Um diese Nachfrage zu bedienen, präsentierte Rolex die Milgauss und damit einen Meilenstein in der Geschichte von Rolex: Die Milgauss war die erste Rolex-Armbanduhr, deren Uhrwerk gezielt gegen magnetische Felder abgeschirmt war. Ihr Name setzt sich aus „Mil“ und „Gauss“ zusammen – „Mil“ leitet sich von mille ab, dem französischen Wort für 1.000, während „Gauss“ eine Maßeinheit für magnetische Felder ist. Jedoch unterschied sich das in der ersten Milgauss-Referenz 6543 verbaute Kaliber 1080 nicht von anderen zeitgenössischen Rolex-Uhrwerken. Die Besonderheit der Uhr lag vielmehr in ihrer Gehäusekonstruktion: Ein in das Gehäuse eingesetzter Weicheisenkäfig – der sogenannte Faraday-Käfig – schirmte das Uhrwerk effektiv gegen magnetische Felder ab.
Auf dem Zifferblatt der ersten beiden Milgauss-Referenzen 6543 und 6541 findet die deutlichste Anspielung an Elektrizität und Magnetfeldresistenz Ausdruck in dem blitzförmigen Sekundenzeiger, der der Milgauss dazu verhalf, zu einem der wiedererkennbarsten Modelle der Krone zu werden. Jedoch konnte sich die Milgauss trotz dieser Merkmale nicht nachhaltig durchsetzen: Auf die erste Milgauss-Referenz 6543, die lediglich zwei Jahre lang in Produktion war, bevor sie 1956 von der Referenz 6541 abgelöst wurde, folgte 1960 die Referenz 6019, die vollständig mit dem Konzept des blitzförmigen Sekundenzeigers brach. Im Jahr 1988 wurde die Rolex Milgauss dann vollständig eingestellt. Doch im Jahr 2007, nach beinahe 20 Jahren, hob Rolex die Milgauss mit der Referenz 116400 aus der Versenkung. Diese Uhr sorgte dank einer Ausführung mit schwarzem Zifferblatt, orangefarbenen und weißen Indizes sowie eines grünen Saphirglases für Aufsehen. Diese Milgauss war die einzige Rolex, die mit einem getönten Saphirglas gefertigt wurde. Doch auch diese Varianten konnten nicht die erforderlichen Begehrlichkeiten wecken, und so wurde die Milgauss im Jahr 2023 erneut eingestellt.
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Obwohl die Referenz 6543 der Referenz 6541 um zwei Jahre vorausging, bezeichnet Rolex die Referenz 6541 als erstes Milgauss-Modell und erkennt damit das Jahr 1956 als offizielles Jahr ihrer Lancierung an, wodurch die Milgauss in diesem Jahr ihr 70. Jubiläum feiert. Dies könnte damit zusammenhängen, dass die Referenz 6543 lediglich zwei Jahre in Produktion war und nur in geringer Stückzahl gefertigt wurde (Schätzungen reichen von etwa 88 bis 200 Uhren). Ein genauer Grund dafür, weshalb Rolex das Jahr 1956 als offizielles Jahr der Vorstellung der Milgauss erklärt, ist jedoch nicht bekannt.
Patek Philippe Nautilus (1976) – 50 Jahre
Den Grundstein für die Patek Philippe Nautilus legte die vom Uhrendesigner Gérald Genta entworfene Royal Oak von Audemars Piguet, die im Jahr 1972 vorgestellt wurde und ein völlig neues Konzept präsentierte: Zum ersten Mal in der Geschichte vereinte ein Zeitmesser robuste Funktionalität mit dem uhrmacherischen Prestige des Vallée de Joux, indem er das Konzept der Luxus-Sportuhr aus Stahl mit einem vollständig in das Gehäuse integrierten Armband begründete. Auch Patek Philippe tat sich mit Genta zusammen, was im Jahr 1976 im Design der Patek Philippe Nautilus mündete. In einer Zeit, in der die Gehäuse der meisten Luxusuhren aus Edelmetallen wie Gold bestanden, bewarb Patek Philippe die Nautilus mit den Worten: „Eine der teuersten Uhren der Welt ist aus Stahl gefertigt“.
Ähnlich wie die Royal Oak präsentierte auch die Nautilus bei ihrer Lancierung besondere Eigenschaften: An erster Stelle stand eine ungewöhnlich hohe Wasserdichtigkeit von 120 Metern, die dank einer Top-Down-Konstruktion erreicht wurde. Gehäuseboden und Korpus bestehen hierbei aus einem Stück Stahl, und neben der Kronendichtung war lediglich eine weitere Dichtung unter der von einem Schiffs-Bullauge inspirierten Lünette nötig, um die Uhr bis 120 Meter wasserdicht zu machen. Zudem war die erste Referenz 3700/1A mit ihrem 42 Millimeter großen Stahlgehäuse eine für damalige Verhältnisse riesige Uhr und blieb bis 1990 im Programm. Nun begeht die Nautilus in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum, und was uns zu diesen Feierlichkeiten an Jubiläumsmodellen erwarten könnte, lässt sich prognostizieren, wenn man auf die Modelle blickt, die anlässlich des 40. und 30. Jubiläums im Jahr 2016 und 2006 lanciert wurden: So präsentierte Patek Philippe im Jahr 2016 zwei Jubiläumsmodelle mit blauem Zifferblatt (Ref. 5976/1G und 5711/1P). Besonders war vor allem die auf 1.300 Exemplare limitierte Referenz 5976/1G, die den Flyback-Chronographen erstmals in einem 44 mm großen 18-Karat-Weißgoldgehäuse vorstellte. Eine symbolträchtige Wahl von Patek Philippe, da ihr Vorgänger Ref. 5980 als erster Chronograph der Nautilus-Kollektion im Jahr 2006 den 30. Jahrestag der sportlich-eleganten Patek Philippe Kollektion krönen durfte.
IWC Ingenieur SL (1976) – 50 Jahre
Die Ingenieur SL – „SL“ steht offiziell für „Steel Line“ – stammt aus dem Jahr 1976, als sich IWC inmitten der Quarzkrise, die die Branche fest im Griff hatte, an Designer Gérald Genta wandte, in der Hoffnung, von seiner gestalterischen Kraft zu profitieren. Der Name war kein Zufall: IWC hatte bereits Modelle für Taucher und Piloten im Programm – eine Uhr speziell für Ingenieure aber fehlte bislang. Genta, der sich bereits mit zahlreichen ikonischen Entwürfen einen Namen gemacht hatte, stattete die Ingenieur SL mit jenen unverkennbaren Merkmalen aus, mit denen er schon 1972 bei der Royal Oak den Grundstein für das Konzept der „Luxus-Sportuhr“ mit integriertem Armband gelegt hatte. Ganz im Sinne dieses gestalterischen Ansatzes, der im selben Jahr auch in der Nautilus seine Fortsetzung fand, präsentierte sich die Ingenieur mit einem kissenförmigen Gehäuse in dreiteiliger Bauweise – samt verschraubter Lünette und verschraubtem Gehäuseboden. In dieses wurde ein wuchtiges SL-Armband mit abgerundeten, rechteckigen Gliedern eingelassen, das nahtlos in das Gehäuse überging und der Uhr ein beachtliches Gewicht verlieh – rund 150 Gramm in Edelstahl.
Als besonders stilprägend gelten die fünf vertieften Einkerbungen in der Lünette, die durch das Verschrauben mit dem Gehäusemittelteil entstanden. Im Inneren der Ingenieur arbeitete seinerzeit das Kaliber 8541ES, das durch ein Weicheisen-Innengehäuse vor Magnetfeldern geschützt war und der Ingenieur ihre technischen sowie antimagnetischen Eigenschaften verlieh. Ein Blick auf die Kaliberbezeichnung „ES“ offenbart mehr: Das „E“ steht für die Verwendung amagnetischer Materialien bei Anker, Ankerrad und Hebelscheibe, während das „S“ die Sekundenstoppfunktion des Werks bezeichnet. Zusammengenommen sorgten diese Komponenten dafür, dass das Uhrwerk bis zu 1.000 Gauss starken Magnetfeldern standhielt und durch eine Werksaufhängung mit Gummiring zusätzlich gegen Stöße geschützt war. Auch die IWC Ingenieur SL begeht in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum.
TAG Heuer Monza (1976) – 50 Jahre
Als eines von zwei Modellen von TAG Heuer, das in diesem Jahr sein Jubiläum feiert, gilt die Monza. Die Monza kam im Jahr 1976 auf den Markt, um den Doppelsieg Ferraris zu feiern: Ferrari-Pilot Niki Lauda hatte 1975 den Fahrertitel vorzeitig beim Großen Preis von Italien in Monza gesichert und gewann somit die Fahrer- und Konstrukteursweltmeisterschaft. Dieser Sieg, den Jack Heuer als Anlass für das Monza-Modell nahm, folgte einer langen Durststrecke Ferraris – zuletzt hatte man 1964 gewonnen. Mit dem neuen Monza-Chronographen bot Heuer ein Modell an, das einen der prägenden Trends der Chronographen Mitte der 1970er-Jahre aufgriff: schwarz beschichtete Gehäuse, kombiniert mit einem schwarzen Zifferblatt mit ebenfalls schwarzen Totalisatoren. Das Zifferblatt folgt dabei einer instrumentellen und funktionalen Logik: Bei allen frühen Ausführungen der Monza wurden die Stunden durch Leuchtindizes visualisiert. Der Minutenzähler des Chronographen ist mit roten „Racing“-Markierungen versehen, die Fünf-Minuten-Intervalle kennzeichnen, und lag zunächst nicht auf derselben Achse wie die gegenüberliegende kleine Sekunde. Die schwarze Innenlünette trägt sowohl eine Tachymeterskala (60 bis 220 Einheiten pro Stunde) als auch eine Pulsometerskala (60 bis 200 Schläge pro Minute, basierend auf einer Zählung von 15 Pulsschlägen). Die Zeiger sind in leuchtendem Weiß gehalten und zur Mitte hin, am Zeigerzentrum, schwarz abgesetzt.
Das Gehäuse der Monza übernahm die kissenförmige Geometrie der ersten automatischen Carrera-Modelle aus dem Jahr 1969, setzte jedoch auf ein schwarz verchromtes Finish auf einem Gehäuse aus Basismetall. 2016 kehrte die Monza übrigens anlässlich ihres 40. Geburtstages in einer schwarz titankarbid-beschichteten Variante als Titanuhr zurück, mit dem Calibre 17 als Uhrwerk.
TAG Heuer Formula 1 (1986) – 40 Jahre
Die TAG Heuer Formula 1 Kollektion erschien 1986 als erste Uhrenlinie nach der Übernahme von Heuer durch die TAG-Gruppe im Jahr 1985 und feiert in diesem Jahr ihr 40. Jubiläum. Die Uhren waren TAG Heuers Antwort auf das, was Mitte der 1980er-Jahre gefragt war: quarzbetriebene Uhren, die ebenso robust wie farbenfroh gestaltet waren. TAG Heuer zielte auf genau das ab: Die Formula 1 mit ihren fiberglasverstärkten Kunststoffgehäusen in leuchtenden Farben sowie erschwinglichen Preisen avancierte zur am meisten produzierten Uhr in der Geschichte von TAG Heuer, mit drei Millionen verkauften Exemplaren in den nächsten zehn Jahren. Der Name „Formula 1“ wurde deshalb gewählt, da Jack Heuer in den 1960ern und 1970ern die Formel 1 gesponsert hatte und TAG Heuer 1985 eine lange Partnerschaft mit McLaren einging. Ab dem Jahr 1989 folgten mit den Formula-1-Chronographen Quarz-Chronographen mit drei Totalisatoren als Erweiterung der Linie. Doch trotz des immensen Erfolgs der Formula 1 mündete die Übernahme von TAG Heuer durch LVMH im Jahr 1999 schließlich 2000 in der Einstellung des Modells – war die Formula 1 für LVMH letzten Endes nicht zu leger und passte nicht in eine Luxusstrategie? Dies änderte sich jedoch im Jahr 2004, als TAG Heuer der Formula-1-Kollektion nach vier Jahren Pause mit einem völlig neuen Design und verbesserten Materialien zu einem Comeback verhalf.
Im Jahr 2024 ist die Formula 1 gemeinsam mit dem US-Fashion-Label Kith neu aufgelegt worden und verfügt heute über Titankarbid-Lünetten und Solarmodule in neuen, modernen Varianten.
Vacheron Constantin Overseas (1996) – 30 Jahre
Die Vorstellung der Vacheron Constantin Overseas hat ihren Ursprung im Jahr 1996, welches wiederum ein bedeutendes Jahr für Vacheron Constantin selbst darstellte: Die Vendôme Luxury Group, eine Vorläuferorganisation des heutigen Richemont-Konzerns, übernahm mit Vacheron Constantin die älteste, ununterbrochen tätige Uhrenmarke der Welt. Die Overseas wurde an erster Stelle geschaffen, um als moderne Luxus-Sportuhr mit integriertem Armband in direkten Wettbewerb mit den Mitbewerbern Audemars Piguet Royal Oak und der Patek Philippe Nautilus zu treten. Das Design für die Uhr entstammt jedoch nicht dem kreativen Schaffenswerk Gérald Gentas, der die Uhren der Konkurrenten entwarf – für das Design mit emblematischer Malteserkreuz-Lünette war das Duo aus dem zukünftigen Vacheron-Chefdesigner Vincent Kaufmann und einem externen Designer namens Dino Modolo verantwortlich. Jedoch basierte die Overseas auf der 222, einem noch weiter zurückliegenden Vacheron-Modell mit integriertem Band, das einst von Jörg Hysek entworfen wurde.
Die erste Overseas (Ref. 42052) war 35 bzw. 37 mm groß, wasserdicht bis 150 m und kombinierte das flache Automatikkaliber mit einem Weicheisen-Innengehäuse, um Magnetfeldresistenz zu gewährleisten. Optisch wurde sie einerseits von der achteckigen Lünette bestimmt, die an das Malteserkreuz angelehnt war, und andererseits – ganz im Geiste der 222 – verfügte sie über ein integriertes Gliederarmband. In den kommenden Jahren folgten gezielte Weiterentwicklungen der Overseas, die das Konzept aufnahmen und verfeinerten: Im Jahr 2005 folgte mit der zweiten Generation der Overseas ein größeres 42-mm-Gehäuse, verbesserter Stahlband-Komfort und nochmals verstärkter Magnetfeldschutz. Die dritte Generation, die im Jahr 2016 folgte, brachte insbesondere eigene Manufakturwerke (Kaliber 5100 für das Einstiegsmodell und das Schaltrad-Kaliber 5200 für die Chronographen-Version) sowie ein patentiertes Schnellwechselsystem für die Armbänder in die Kollektion ein. Heute besteht die Overseas-Kollektion aus einer Reihe an Varianten mit zahlreichen Komplikationen, die von Ewigen Kalendern und Dual-Time-Funktionen über Tourbillon- sowie Chronographenausführungen bis hin zu skelettierten oder ultraflachen Modellen reichen. Mit dem Vorstellungsjahr 1996 feiert Vacheron Constantin 2026 das dreißigjährige Bestehen der Overseas.
Cartier Tank Française (1996) – 30 Jahre
Innerhalb der Cartier-Tank-Familie nahm die Tank Française bei ihrer Einführung im Jahr 1996 eine Sonderstellung ein: Bei der Tank Française wurde das Armband nicht als separates Element gedacht, sondern von Beginn an als Bestandteil des Gehäuses konzipiert. Dadurch entstand der Eindruck eines nahezu nahtlosen Übergangs zwischen Gehäuse und Metallarmband. Maßgeblich hierfür sind die gegenüber der ursprünglichen Tank anders gestalteten Gehäuseränder, deren Enden spitz zulaufen und deren Form sich klar in den Konturen der Bandglieder fortsetzt. Gehäuse und Armband bilden somit eine durchgehende Linienführung. Weniger streng und kantig als frühere Tank-Varianten vermittelt die Tank Française dadurch insgesamt ein fließenderes, zeitgemäßes Erscheinungsbild. Besonders Damen schlossen die „französische Tank“ ins Herz – nicht zuletzt, aufgrund dessen Prinzessin Diana in den späten 1990ern ein gelbgoldenes Exemplar trug und so das Modell weltweit bekannt machte. Im Jahr 2023 unterzog Cartier die Tank Française einer leichten Überarbeitung und legte sie mit insgesamt sieben Modellen – vier in Massivgold und drei in Stahl – neu auf. Zwar vergleichsweise jung, aber schon zu einer ikonischen Uhr herangereift, feiert die Uhr in diesem Jahr ihr 30. Jubiläum.
Patek Philippe Jahreskalender (1996) – 30 Jahre
Kaum eine andere Komplikation ist mit Patek Philippe so eng verbunden wie der Ewige Kalender: Nicht nur fertigte die Manufaktur im Jahr 1925 die erste Armbanduhr mit ewigem Kalender (Nr. 97’975), zudem stammte auch der erste retrograde Ewige Kalender (Referenz 96 Nr. 860’182) aus dem Jahr 1937 aus demselben Hause. Auch der erste in – zugegebenermaßen kleiner – Serie produzierte Ewige Kalender war einer aus dem Hause Patek Philippe, die Referenz 1526 aus dem Jahr 1941. Doch die 1990er-Jahre markierten eine Zeit des Umbruchs für Patek: Die Kundschaft begann sich zu verändern; die Sammler wurden jünger – und sie kehrten häufiger zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Schritt von einer Calatrava mit reiner Zeitanzeige zu einer komplizierten Patek Philippe steil – sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht. Ewige Kalender und große Komplikationen an der Spitze des Patek-Katalogs bewegten sich preislich in völlig anderen Sphären. Für jüngere oder am Anfang ihrer Sammlerkarriere stehende Enthusiasten stellte dieser Sprung eine erhebliche Hürde dar.
Die Lösung? Die Erfindung eines weiteren Kalendermechanismus, der die Brücke zwischen Datums- und Ewigem Kalender schlug – nämlich des Jahreskalenders. Diese Konstruktion erkennt einerseits selbstständig die unterschiedlichen Monatslängen von 30 und 31 Tagen und muss nur einmal jährlich, am 1. März, manuell korrigiert werden – und schließt technisch andererseits die Lücke zwischen einfachen Datumskalendern (die für jeden Monat, der keine 31 Tage aufweist, fünfmal im Jahr manuell angepasst werden müssen) und dem aufwendigeren Ewigen Kalender (der bis 2100 ohne Korrektur auskommt). Der Jahreskalender erschien erstmals in Form der Referenz 5035 mit ihrem Kaliber 315 S QA auf der Baselworld 1996. Die Uhr kombinierte seinerzeit ein klassisch-elegantes 37-mm-Gelbgoldgehäuse mit einem übersichtlichen Zifferblatt, das Wochentag und Monat in zwei hoch im Zifferblatt platzierten Anzeigen visualisierte, über ein kleineres, in der unteren Zifferblatthälfte zentriertes 24-Stunden-Hilfszifferblatt verfügte sowie ein Datumsfenster am Rand des Zifferblatts bei sechs Uhr positionierte. In diesem Jahr feiert die Komplikation des Jahreskalenders mit der Referenz 5035 ihr 30. Jubiläum.
Parmigiani Fleurier (1996) – 30 Jahre
Die 1996 von Michel Parmigiani gegründete Manufaktur in Fleurier gehört zu den jüngeren, dennoch hoch angesehenen Marken im Luxussegment. Parmigiani begann seine Laufbahn als Restaurator historischer Zeitmesser, bevor er mit Unterstützung der Sandoz-Familienstiftung seine eigene Manufaktur ins Leben rief. Interessanterweise war Parmigiani schon kurz vor 1996 an einem wichtigen Projekt beteiligt: Er entwickelte für Chopard das erste Manufakturwerk (Kaliber 1.96) – jenes Uhrwerk, das 1997 in der Chopard L.U.C 1860 für Aufsehen sorgte.
In ihren drei Jahrzehnten des Bestehens hat sich Parmigiani Fleurier einen Ruf für feinste Finissierungen, klassische Komplikationen und sorgfältige Handwerkskunst erarbeitet. Bekannt ist Parmigiani heute einerseits für die Toric-Kollektion, die als erste Uhr der Manufaktur im Jahr 1996 mit einem guillochierten Zifferblatt und gerändelter Lünette vorgestellt wurde. Die Toric verfügt über ein Handaufzugswerk im Inneren und präsentiert neben einer Ausführung mit kleiner Sekunde die Komplikationen des Ewigen Kalenders oder Schleppzeiger-Chronographen. Andererseits findet sich die Tonda-PF-Kollektion im Produktportfolio, die über eine handgerändelte Lünette aus Platin verfügt und das ultrafeine Grain-d’Orge-Guilloché mit einer Reihe an Komplikationen verbindet: Die Tonda ist in Ausführungen mit Mikrorotor, Chronograph, fliegendem Tourbillon, skelettiert sowie in den Varianten Tonda PF GMT und Minute Rattrapante verfügbar.
Chopard Manufaktur (1996) – 30 Jahre
Mehr geht in der Welt der feinen Uhrmacherei immer – und kaum eine Manufaktur verkörpert diesen Anspruch so überzeugend wie die Chopard Manufaktur, die im Jahr 1996 von Karl-Friedrich Scheufele in Fleurier gegründet wurde. Im Jahr 1997 stellte die Chopard Manufaktur die erste Uhr aus ihren Ateliers vor: die L.U.C 1860, ausgestattet mit dem Uhrwerk L.U.C 96.01-L (ursprünglich 1.96). Als eines der ersten Automatikwerke mit zwei Federhäusern verfügte die Uhr über eine Gangreserve von 65 Stunden. Mit dem Ziel, die Gangautonomie zu verlängern, ohne das schlanke Format oder die durchdachte Architektur des Kalibers 96.01-L zu beeinträchtigen, entwickelte Chopard auf Basis dieses Erstlingskalibers die erste L.U.C Quattro (L.U.C 16/1863) mit dem Kaliber 98.01-L (ursprünglich 1.98). Mit ebendiesem Kaliber verdoppelte Chopard die Anzahl an Federhäusern des Erstlingswerks, sodass das Kaliber nunmehr über vier, übereinander gelagerte Federhäuser verfügte, die eine Gangreserve von neun Tagen oder, anders ausgedrückt, 216 Stunden sicherstellten; die „Twin-Technology“ wurde geboren – und mit ihr die „Quattro“-Linie.
Seither hat sich die L.U.C-Linie zu einer Kombination aus Innovation und Tradition entwickelt und die ständige Weiterentwicklung durch Modelle auf den Begriff gebracht, die von der klassischen Dreizeigeruhr über den Manufaktur-Chronographen bis hin zur Minutenrepetition mit Schlagwerk reichen. Erst im November des Jahres 2025 stellte die Manufaktur ihre bislang komplizierteste Uhr vor: Die L.U.C Grand Strike vereint Grande Sonnerie, Petite Sonnerie, Minutenrepetition und Tourbillon in einem einzigen Zeitmesser. Zum 25. Geburtstag präsentierte die Manufaktur gleich neun neue Modelle, die jeweils einen anderen Aspekt der Kollektion hervorhoben – darunter mit der L.U.C Quattro Spirit 25 auch ihr erstes Modell mit springender Stunde. Fünf Jahre zuvor markierte die Vorstellung der L.U.C Full Strike – die erste Minutenrepetition des Hauses – im Jahr 2016 das 20. Jubiläum.
Richard Mille (2001) – 25 Jahre
Die Firmengeschichte Richard Milles zeugt von einem ebenso ungewöhnlichen wie rasanten Aufstieg in der historisch verankerten und behutsamen Uhrenbranche. Im Jahr 2001 setzte die erste Richard-Mille-Uhr, die RM 001, mit einem Tourbillon-Regulator und einem sechsstelligen Preisschild direkt ein Zeichen, wodurch die Marke – und das mit gewaltigem Getöse – erstmals aus der Masse hervortrat. Nahezu berüchtigt ist Richard Milles Entscheidung, die RM 001 auf der Baselworld 2001 vor zukünftigen Händlern und Partnern auf den Boden zu werfen, um ihre Stoßfestigkeit zu demonstrieren. Mit der Lancierung der RM 001 und ihrer Tonneau-Form gewann die Marke die ersten unverwechselbaren Charakteristiken, denen sie sich auch heute noch treu bleibt. Die Anfänge Richard Milles lassen sich bis in das Jahr 1999 zurückdatieren, das den Zusammenschluss des kreativen Franzosen Richard Mille und des technisch affinen Schweizers Dominique Guenat brachte, um die heute so bekannte Marke zu gründen.
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Richard Mille ist im verschneiten Les Breuleux ansässig, das sich inmitten der Juraberge befindet. Neben einer Schule, einem kleinen Bahnhof und einer Kirche verbirgt der Ort ein entscheidendes Detail, das ihn von anderen Dörfern im Schweizer Jura unterscheidet: die Richard-Mille-Manufaktur. Hier, aus diesem 1.627-Seelen-Dorf, entstammt eine jährliche Produktion von 5.700 Uhren (2024), die Richard Mille mit einem Gesamtumsatz von 1,55 Milliarden Schweizer Franken (2024) auf den sechsten Platz der umsatzstärksten Uhrenmarken der Schweiz katapultiert. In zwei Manufakturgebäuden, von denen das erste, Guenat S.A. Montres Valgine, seit stolzen 110 Jahren in Les Breuleux besteht und das zweite, Proart Prototypes Artisanals SA, im Jahr 2013 seine Pforten öffnete, sind derzeit circa 215 Mitarbeiter beschäftigt. Sie sind verantwortlich für das Schleifen, Polieren und Zusammenbauen der Komponenten für die beeindruckenden hauseigenen Uhrwerke der Marke. In diesem Jahr begeht die Marke ihr 25-jähriges Firmenjubiläum.
Lang & Heyne (2001) – 25 Jahre
Die Uhrmanufaktur Lang & Heyne wurde 2001 in Dresden von den Uhrmachern Marco Lang und Mirko Heyne gegründet, wobei Letzterer das Unternehmen bereits kurze Zeit später wieder verließ. Seit 2019 geht die Manufaktur einen eigenständigen Weg und entwickelt ihre Zeitmesser unabhängig von ihren Gründern weiter. Im Zentrum der Markenphilosophie steht eine zeitgemäße Auslegung sächsischer Uhrmacherkunst auf höchstem handwerklichem Niveau. In Dresden entstehen nahezu sämtliche Komponenten in aufwendiger Handarbeit und in extrem limitierten Stückzahlen, wodurch jedes Modell einen ausgeprägt individuellen Charakter erhält.
Die Kollektionen greifen häufig auf die Namen sächsischer Herrscher zurück: etwa die klassisch-elegante Friedrich August, die Anton mit rechteckigem Gehäuse und Tourbillon oder die Hektor Edition II, die mit ihrem sogenannten „Petticoat“-Motiv und dem Einsatz von Neusilber traditionelle Mechanik mit einer modernen Formensprache verbindet. Prägend für Lang & Heyne sind zudem die fein von Hand gravierten Unruhkloben sowie die aufwendig gefertigten Emailzifferblätter.