Louis Vuitton stellt auf der LVMH Watch Week 2026 das dritte Tambour Convergence Modell vor: mit guillochiertem Zifferblatt und Manufakturwerk.

Im Rahmen der siebten LVMH Watch Week, die vom 19. bis 21. Januar 2026 stattfindet, bringt die LVMH-Gruppe ihre neun Manufakturen in Mailand zusammen, um ihre wichtigsten Neuheiten und Innovationen zu präsentieren. Die Veranstaltung vereint neben den Marken Bulgari, Daniel Roth, Gérald Genta, Hublot, L’Epée 1839, Louis Vuitton, Tiffany & Co. und Zenith auch TAG Heuer, die neben einigen spannenden Neuheiten auch die Wiederbelebung eines historischen Modells bereithält.
Im Rahmen der LVMH Watch Week 2026 stellt TAG Heuer drei neue Carrera-Modelle mit neuem 41-mm-Gehäuse vor, präsentiert darüber hinaus ihre erste Carrera mit einem Split-Seconds-Chronographen sowie die Neuinterpretation der Seafarer – eines besonderen Modells aus den 1950er-Jahren, das erstmalig eine Gezeitenanzeige und eine Chronographenfunktion in einem Zeitmesser kombinierte. Wir konnten die Neuheiten der TAG Heuer LVMH Watch Week 2026 bereits vorab testen und möchten die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, in diesem Artikel nicht nur die Neuheiten im Detail zu beleuchten, sondern auch tiefer in die spannende Entstehungsgeschichte des Seafarer-Modells einzutauchen.
Die TAG Heuer Seafarer erzählt nicht nur die Geschichte eines besonderen Modells, das zum Zeitpunkt seiner Vorstellung ein echtes Kuriosum im Heuer-Portfolio darstellte, sondern auch, wie TAG Heuer mit dem Mond und der Seefahrt verbunden ist. Doch bevor wir uns dem neuen Modell im Detail widmen, werfen wir einen Blick auf die Entstehungsgeschichte der TAG Heuer Seafarer.
Um die Geschichte der Modelle zu erzählen, die zur nun im Rahmen der LVMH Watch Week 2026 vorgestellten TAG Heuer Seafarer führten, müssen wir die Uhr bis in die Mitte der 1940er-Jahre zurückdrehen. Damals produzierte Heuer zahlreiche Zeitmesser, darunter auch Chronographenuhren, für das US-amerikanische Einzelhandelsunternehmen Abercrombie & Fitch auf Handelsnamenbasis, also unter dem Namen von Abercrombie & Fitch – seinerzeit die prestigeträchtigste Adresse für Sportartikel schlechthin. Der damalige Präsident von Abercrombie & Fitch war Walter Haynes. Haynes, ein begeisterter Fischer, erkannte aufgrund seines Hobbys die Notwendigkeit einer Uhr, die die Gezeiten anzeigt, führte erste Berechnungen für eine solche Komplikation durch und ließ ein entsprechendes Patent anmelden. Über die Verbindung zu Heuer trat Haynes an Charles-Edouard Heuer – Enkel des Firmengründers Edouard Heuer, der das Unternehmen in dritter Generation leitete – heran, um sein Konzept der Gezeitenuhr weiterzuentwickeln und die Uhr unter dem Namen „Solunar“ für den traditionsreichen New Yorker Sportartikelhändler zu fertigen.
Jack Heuer, der Sohn von Edouard, der die Führung von Heuer schließlich im Jahr 1961 übernahm und ebenfalls eine wesentliche Rolle bei der Einführung der Solunar spielte, berichtet von der Entstehungsgeschichte der Uhr in seiner Biografie:
„Eines Tages kam mein Vater von der Arbeit nach Hause und erzählte, dass Walter Haynes, der damalige Chef des exklusiven Sportausrüsters Abercrombie & Fitch in New York, ihn gebeten hatte, eine Uhr zu entwickeln, die die Zeit der Gezeiten anzeigen konnte. Witzigerweise hatte mein Vater schon einige Jahre zuvor eine Uhr mit Mondphasenanzeige ersonnen, weil er bei der Pilzsuche beobachtet hatte, dass bei zunehmendem Mond mehr Morcheln zu wachsen schienen. Eine Uhr mit Gezeitenanzeige aber war ihm noch nicht in den Sinn gekommen. Er hatte das Meer seit einigen Jahren nicht mehr gesehen und war mit dem Thema Gezeiten überhaupt nicht vertraut. Er kratzte sich am Kopf und gab zu, dass er keine Ahnung hatte, wie er das anstellen sollte. Ich sagte meinem Vater, dass mein Physiklehrer in der Schule, Dr. Heinz Schilt, ein Genie sei und ich sicher sei, dass er eine Lösung finden würde. Dieser führte tatsächlich alle Berechnungen für die Räder und Zahnräder durch, die für eine Uhr benötigt wurden, um die Gezeiten an einem bestimmten Ort vorherzusagen.“
Das Ergebnis aus der einstigen Idee Walter Haynes’, der Fertigungsexpertise Heuers und den Berechnungen des Physiklehrers Dr. Heinz Schilt war schlussendlich ein echtes Kuriosum in dem seinerzeit von Chronographen geprägten Produktportfolio Heuers und der Vorreiter der späteren Seafarer: die im Jahr 1949 lancierte Solunar (der Name setzt sich aus „Solar“ und „Lunar“ zusammen) – die erste Uhr überhaupt mit einem Gezeitenanzeiger auf der 6-Uhr-Position.
Nun erklären wir kurz, wie ein Gezeitenanzeiger funktioniert: Während der Mond die Erde umkreist, zieht seine Gravitationskraft die Ozeane in jene Richtung, in der sich der Mond gerade befindet, und erzeugt zugleich auf der gegenüberliegenden Seite eine entgegengesetzte Anziehung, da sich die Meeresspiegel an den tangentialen Winkeln zur Position des Mondes ausgleichen. Als Ergebnis sind Mondphasen- und Gezeitenanzeige mechanisch sehr eng miteinander verwandt, und tatsächlich ist die zugrunde liegende Berechnung identisch.
Mithilfe dieser Anzeige, die sich vornehmlich an Segler oder Fischer richtete, konnten Ebbe und Flut basierend auf dem Mondzyklus an einem bestimmten Ort angezeigt werden. Dabei wurde die Anzeige mithilfe des Drückers bei 4 Uhr auf einen spezifischen Ort eingestellt und vollzog anschließend einmal alle 50 Tage eine Rotation – also in etwa doppelt so lang wie der 28,5-tägige Mondzyklus. Umgeben war sie von einem 24-Stunden-Ring, der die Gezeiten visualisierte: Die weiß-blauen Linien kennzeichnen Hochwasser, während die weißen Linien, umgeben von einem orangenen Farbton, auf Niedrigwasser hinweisen. Jedoch ist die Einstellung der Gezeitenanzeige nicht so unkompliziert, wie man es sich zunächst vorstellt: Um sie korrekt einzustellen, musste man wissen, wo man sich geografisch befindet, und die Zeiten von Hoch- und Niedrigwasser kennen, um die Ausgangsposition festzulegen. Diese Informationen ließen sich in Zeiten ohne Internet aus Tageszeitungen, Radioübertragungen oder sogar von lokalen Seeleuten am Hafen beziehen.
Mit ihrer ungewöhnlichen Anzeige legte die Solunar den Grundstein für einen Zeitmesser, der die Gezeitenanzeige erstmals mit einer Chronographenfunktion verband: den Heuer „Mareograph“, der um das Jahr 1950 erstmals erschien und der nun vorgestellten „Seafarer“ bereits sehr nahe kommt. Die Uhr kombinierte das Gezeitenzifferblatt der Solunar bei 9 Uhr mit einem 12-Stunden-Zähler bei 6 Uhr und einem 30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr, der zugleich als Regatta-Zähler fungierte. Durch die Unterteilungen in jeweils fünfminütige Intervalle konnte der Zähler genutzt werden, um den Start von Yacht- oder Bootswettkämpfen zu messen. Das Konzept dieses Chronographen, der von Abercrombie & Fitch unter dem Namen „Seafarer“ und später von Orvis unter dem Namen „Solunagraph“ verkauft wurde – obgleich all diese Modelle von Heuer hergestellt wurden –, gelang im Jahr 2024 erneut zu Ruhm, als er durch die TAG Heuer Carrera Chronograph Seafarer × Hodinkee in einer modernen und auf 968 Exemplare limitierten Wiederaufnahme einen neuen Morgen erlebte.
Das erste Modell der Seafarer war die Referenz 346. Sie verfügte über ein übergroßes Gehäuse, angelehnt an die großformatigen militärischen Uhren, die Heuer ebenfalls produzierte, über eine überdimensionierte Krone sowie über den Drücker bei 9 Uhr zur Einstellung der Gezeitenanzeige. Auf diese erste Referenz folgte mit der Seafarer Ref. 2443 die zweite Ausführung des Modells, die zwar weiterhin das übergroße Gehäuse bewahrte, jedoch facettierte Bandanstöße aufwies, die später auch bei der Seafarer Ref. 2447 erneut zum Einsatz kamen. Eine ihrer größten Veränderungen durchlief die Seafarer schließlich mit der Referenz 2444 aus den 1950er-Jahren, die das Gehäuse auf 36 mm verkleinerte und vor allem die Gezeitenanzeige vereinfachte: Anstelle der Farbverläufe setzte diese Seafarer-Referenz nunmehr auf klar unterteilte Farbbereiche in Gelb und Himmelblau zur Visualisierung der Gezeiten. Mit den Jahren 1962 und 1963, die einerseits die Vorstellung der Autavia und andererseits der Carrera markierten, wurden die Gehäusedesigns dieser beiden ikonischen Modelle auch auf die Seafarer übertragen. Demnach verfügte die Seafarer Referenz 2446 über ein Autavia-Gehäuse, während die Seafarer Ref. 2447 erstmals in einem Carrera-Gehäuse untergebracht war. Beide Modelle, die Ref. 2446 und die Ref. 2447, gehören heute zu den bei Sammlern gefragtesten historischen Heuer-Modelle.
Credit © Christie’s
Während die Solunar von 1949 bereits nach nur wenigen Jahren aus dem Heuer-Sortiment verschwand, wurde die „Mareograph“- beziehungsweise „Seafarer“-Reihe bis in die Mitte der 1970er-Jahre fortgeführt – bis sie nun in einer ganz anderen Form wiederbelebt wird.
Gerade vor diesem Hintergrund ist die Bedeutung des nun im Rahmen der TAG Heuer LVMH Watch Week 2026 vorgestellten Seafarer-Modells erheblich: Die neue TAG Heuer Carrera Chronograph Seafarer markiert das erste Mal, dass die Seafarer seit ihrem Produktionsstopp in den 1970er-Jahren in den ständigen Produktkatalog der Marke zurückkehrt und die Gezeitenanzeige 77 Jahre nach ihrem Erstauftritt in der Solunar einen neuen Morgen erlebt. Die Gezeitenanzeige der neuen Seafarer vollzieht eine vollständige Umdrehung in 29,53125 Tagen und bildet damit den synodischen Mondzyklus ab. Über diesen Zeitraum zeigt sie durch ihre Markierungen – Gelb steht hierbei für Niedrigwasser, während Blau Hochwasser anzeigt – zuverlässig an, wann Hoch- und Niedrigwasser zu erwarten sind. Die Gezeitenanzeige lässt sich über den speziell gekennzeichneten „TIDE“-Drücker bei neun Uhr am Gehäuse einfach einstellen. Beim Betätigen setzt der Drücker die in Quadranten unterteilte Gezeitenscheibe in Rotation.
Die Gezeitenanzeige wird begleitet durch den gegenüberliegenden, auf 3 Uhr positionierten 30-Minuten-Chronographenzähler, der wie schon damals bei der Heuer „Mareograph“ durch die Unterteilung in jeweils fünfminütige Intervalle zeitgleich als Regatta-Zähler fungieren kann. Den größten Unterschied im Hinblick auf die ursprüngliche Heuer „Mareograph“ lässt sich bei einem Blick auf 6 Uhr feststellen. Hier befindet sich anstatt des ursprünglichen 12-Stunden-Zählers nunmehr die kleine Sekunde, ergänzt durch einen Ausschnitt für das darunterliegende Datumsfenster. Alle diese Anzeigen sind eingebettet in ein champagnerfarbenes Opalin-Zifferblatt, das zudem über groß dimensionierte, applizierte sowie facettierte Indizes aus 18-karätigem, 3N-gelbvergoldetem Metall verfügt. Über alldem ziehen das Gespann aus Stunden- und Minutenzeigern aus 18 Karat 3N-gelbvergoldetem Metall mit blauer Super-LumiNova-Füllung ihre Runden.
Den Rahmen und die Schutzfunktion für das Zifferblatt in einem liefert das Carrera-Gehäuse im „Glassbox“-Design, das 2023 offiziell eingeführt wurde und die charakteristische Konstruktion mit gewölbtem Zifferblattring und stark gewölbtem Saphirglas nun auch bei der Seafarer überträgt. Das 42 Millimeter große und 14,40 Millimeter hohe Edelstahlgehäuse kombiniert fein satinierte und polierte Flächen und verzichtet bewusst auf eine separate Lünette. Es ist bis 100 Meter wasserdicht und mit einem verschraubten Saphirglasboden ausgestattet, der die sogenannte „Victory Wreath“-Gravur trägt.
Dreht man die Uhr um, erkennt man, dass TAG Heuer der Uhr das neue Manufakturkaliber TH20-04 verliehen hat, das speziell für die Integration der Gezeitenanzeige entwickelt wurde. Das selbstaufziehende Chronographenwerk verfügt über ein Säulenrad und eine vertikale Kupplung, die für ein gleichmäßiges, präzises Schaltgefühl der Chronographendrücker sorgt. Die Gangreserve beträgt 80 Stunden, womit die Uhr auch nach mehreren Tagen ohne Tragen zuverlässig weiterläuft. Der automatische Aufzug erfolgt über einen Rotor, der in Form des TAG-Heuer-Wappens gestaltet ist.
Die TAG Heuer Carrera Seafarer (Ref. CBS2016.EB0430), die im Rahmen der TAG Heuer LVMH Watch Week 2026 vorgestellt wurde, wird ab März 2026 erhältlich sein, verfügt über eine fünfjährige Garantie und wird zu einem Preis von 8.300 CHF angeboten. Neben dem im Jahr 2025 überarbeiteten siebenreihigen Edelstahlarmband im „Beads-of-Rice“-Stil liegt der Seafarer ein beigefarbenes Textilarmband bei, das den historischen Charakter der Gezeitenanzeige komplementiert.
Wie auch schon mit der Carrera Astronomer, die bei ihrer Lancierung im September 2025 eine innovative Mondphasenanzeige in das TAG-Heuer-Produktportfolio einbrachte, strebt die Marke mit der neuen Carrera Chronograph Seafarer an, eine Gegenposition zu den größtenteils vom Rennsport geprägten Modellen ihres Produktportfolios zu schaffen. Um dies zu erreichen, schöpft die Marke gleichermaßen aus der Historie der Solunar sowie der Mareograph und fügt die historische Gezeitenanzeige, kombiniert mit einer Chronographenfunktion, in das moderne Carrera-Gehäuse mit „Glassbox“-Konstruktion ein. Die Elemente fügen sich dabei stimmig zusammen, und die Ablesbarkeit erfolgt durch die gewählte Farbgebung – insbesondere durch den Farbton „Intrepid Teal“, der von der 1967 siegreichen America’s-Cup-Yacht Intrepid inspiriert ist – harmonisch.
Ein Nachteil ist mir beim Tragen der Uhr jedoch aufgefallen: Das Zusammenspiel aus den applizierten Indizes aus 18 Karat 3N-gelbvergoldetem Metall und den Hilfszifferblättern der Gezeitenanzeige auf dem champagnerfarbenen Zifferblatt wirkte stellenweise etwas unruhig. Die großzügig dimensionierten Indizes nehmen mit ihrem kräftigen Goldton zum einen spürbar den Fokus von den drei Hilfszifferblättern, zum anderen erscheinen sie im Verhältnis zum übrigen Zifferblatt leicht überproportional. Dadurch entsteht der Eindruck eines bewusst gesetzten Ausdrucks von Luxus, der meiner Meinung nach stärker ausfällt als nötig – zumal die historisch aufgeladene Gezeitenkomplikation dem Zeitmesser bereits von sich aus eine hohe inhaltliche Wertigkeit verleiht.
Im Jahr 2023 beging TAG Heuer den 60. Geburtstag eines ihrer emblematischsten Modelle – der Carrera, die 1963 erstmals das Licht der Welt erblickte – und präsentierte zu diesem Anlass eine Neuinterpretation des ikonischen Modells. Die neue Carrera-Generation verfügte nunmehr über die „Glassbox“-Konstruktion, die 2015 erstmals mit der Calibre 18 Telemeter Ref. CAR221A eingeführt wurde und sich durch ein gewölbtes Saphirglas auszeichnet, das sich bis an den Rand des Gehäuses erstreckt, sowie durch einen Rehaut, dessen Form die Krümmung des Glases aufnimmt und damit eine Lünette überflüssig macht, wodurch die Ablesbarkeit insgesamt verbessert wird. Durch die fehlende Lünette wirkt die „Glassbox“-Carrera zudem deutlich präsenter am Handgelenk, als es ihre Dimensionen zunächst vermuten lassen. Nun präsentiert TAG Heuer im Rahmen der LVMH Watch Week nach 39-mm- und 42-mm-Carrera-Modellen drei neue Carrera-Modelle, die dieses Konzept weiterführen, neue Gehäuse mit einem Durchmesser von 41 mm vorstellen und zudem über kein Datumsfenster auf dem Zifferblatt verfügen.
Die neuen TAG Heuer Carrera Modelle erscheinen zunächst in drei Ausführungen, die allesamt durch ihr neues, 41 mm großes und 14,17 mm hohes Stahlgehäuse, eine einheitliche Hilfszifferblattanordnung mit einem Chronographen-30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr, der permanenten kleinen Sekunde bei 6 Uhr und dem Chronographen-12-Stunden-Zähler bei 9 Uhr sowie einen kreisrunden Zierschliff auf dem Zifferblatt und den Totalisatoren geeint werden. Dreht man die Modelle um, erblickt man durch den Saphirglasboden des bis 100 Meter wasserdichten Gehäuses mit „Glassbox“-Konstruktion eine neue Evolutionsstufe des TAG-Heuer-Chronographenwerks, das nun als Kaliber TH20-01 bezeichnet wird. Das TH20-00 wurde ebenfalls im Jahr 2023 mit der neuen Generation der Carrera eingeführt und brachte die wesentliche Änderung des beidseitigen Aufzugs des automatischen Chronographenwerks mit sich. Das neue TH20-01 führt uns zugleich zur zweiten wesentlichen Änderung der neuen Varianten: Hier entschied man sich dazu, vollständig auf ein Datumsfenster auf dem Zifferblatt zu verzichten.
Doch kommen wir von den Gemeinsamkeiten zu dem, was die drei neuen Carrera-Varianten in 41-mm-Gehäusen voneinander unterscheidet: Die blaue sowie die grüne Version setzen auf ein kreisförmig satiniertes Zifferblatt mit ebenfalls vollständig in Blau beziehungsweise Grün ausgeführten Totalisatoren. Beide Modelle präsentieren zudem facettierte Stunden-, Minuten- sowie Chronographensekundenzeiger, die – ebenso wie die applizierten Indizes – vollständig rhodiniert sind. Zudem sind bei beiden Modellen Stunden- und Minutenzeiger mit weißer Super-LumiNova-Füllung versehen, einem Leuchtstoff, der auch bei dunklen Lichtverhältnissen für gute Ablesbarkeit sorgt. Die dritte Variante hingegen verfügt über ein schwarzes Zifferblatt, bei dem die Zeiger des Chronographen-30-Minuten-Zählers sowie des Chronographen-12-Stunden-Zählers zur besseren Unterscheidung ebenso wie der zentrale Chronographensekundenzeiger in einem markanten Rotton ausgeführt sind. Um dem Zifferblatt einen dezenten Rahmen zu geben, zieht sich am Rand des Saphirglases zudem eine rote Kontur entlang.
Die neuen TAG Heuer Carrera Chronographen mit den Referenzen CBS2113.BA0053 (Blau), CBS2115.BA0053 (Grün) und CBS2114.BA0053 (Schwarz mit roten Akzenten) sind ab Januar 2026 erhältlich. Die Preise der Modelle belaufen sich jeweils auf 7.500 CHF.
Neben der Wiederbelebung der Seafarer und drei Carrera-Modellen in neuen 41-mm-Gehäusen hält TAG Heuer im Rahmen der TAG Heuer LVMH Watch Week 2026 noch einen weiteren Höhepunkt bereit: die Vorstellung der ersten Carrera, die über eine Split-Seconds-Chronographenkomplikation verfügt. Für den TAG Heuer Carrera Split-Seconds Chronograph wurde ein vollständig neu entwickeltes Gehäuse aus Titan Grad 5 realisiert, das über einen Durchmesser von 42 mm bei einer Gehäusehöhe von 15,17 Millimetern verfügt. Ober- und unterhalb der Krone bei 3 Uhr sitzen fein ausgearbeitete Chronographendrücker.
Im Unterschied zum klassischen Chronographen besitzt ein Rattrapante- beziehungsweise Split-Seconds-Chronograph zwei übereinanderliegende Chronographensekundenzeiger, die gemeinsam starten. Einer dieser Zeiger ist der Haupt-Chronographensekundenzeiger, der kontinuierlich weiterläuft, während der zweite – der sogenannte Rattrapante-Zeiger – über einen separaten Mechanismus gezielt angehalten werden kann. Im Falle des Carrera Split-Seconds Chronograph ist der Rattrapante-Zeiger rot hervorgehoben, und die Aktivierung der Split-Seconds-Funktion erfolgt über einen in das Gehäuseband integrierten Drücker bei 9 Uhr.
Besonders ist auch die Gestaltung des Zifferblatts: Sowohl das Zifferblatt als auch die Hilfszifferblätter sind aus rauchigem, anthrazitfarbenem Saphirglas gefertigt und geben den Blick auf die finissierte Rückseite des Werks frei. Das Rattrapante-Chronographenkaliber TH81-01, das in enger Zusammenarbeit mit der Vaucher Manufacture Fleurier entwickelt wurde, baut auf den technischen Grundlagen des TH81-00 auf, das bereits den Monaco Split-Seconds Chronograph antrieb, und schwingt mit einer Frequenz von 5 Hertz, was eine präzise Zeitmessung des Split-Seconds-Chronographen ermöglicht.
Die Gangreserve variiert je nach ausgewählter Funktion: Bei nicht laufendem Chronographen beträgt sie 65 Stunden, bei aktivierter Stoppfunktion 55 Stunden. Die erstmalige Verfügbarkeit des Modells ist für Juni 2026 angesetzt, der Preis beläuft sich auf 110.000 CHF.