
2026: Alle Jahre wieder – Rolex-Preise steigen und andere ziehen nach
Nach den festlichen Anlässen wie Weihnachten, Silvester und Neujahr beginnt das Jahr 2026 mit einer weniger erfreulichen, aber etablierten Tradition: den jährlichen Preiserhöhungen bei Luxusuhrenmarken. Wie in den vergangenen Jahren haben Rolex und die Schwestermarke Tudor ihre Preissteigerungen pünktlich zum 1. Januar umgesetzt. Auch Audemars Piguet hat die wenigen Tage des neuen Jahres bereits für eine Anpassung der UVPs nach oben genutzt. Ohne die Kristallkugel bemühen zu müssen, ist sicher davon auszugehen, dass weitere Marken dem Vorbild der Rolex-Preise folgen werden.
2025: Ein Preis-Rückblick
Rolex erhöhte 2025 die Preise zweimal: im Januar um durchschnittlich fünf und im Mai um vier Prozent. Nach Einführung des im April letzten Jahres angekündigten US-Zollsatzes von 39 Prozent auf Schweizer Waren ab August 2025 blieb eine weitere Preiserhöhung jedoch aus.
Andere Luxusuhrenmarken folgten im zurückliegenden Jahr dem Muster von Rolex, teils mit anderen Zeitpunkten und Häufigkeiten. So erhöhten neben Rolex und Tudor unter anderem Patek Philippe, Audemars Piguet, Vacheron Constantin, A. Lange & Söhne, Omega, Grand Seiko und IWC laut der Analyseplattform Watchcharts allein im ersten Halbjahr 2025 ihre UVPs um durchschnittlich 5,4 Prozent. Rolex führt die Liste mit einem Plus von 8,1 Prozent an, das Schlusslicht bildet IWC mit 1,4 Prozent.
2026: Neues Jahr, neue Luxusuhren-Preise
Dass es in diesem Jahr anders als im Vorjahr kommen wird, ist unwahrscheinlich. Rolex hat für die Daytona, Submariner, Datejust und GMT-Master II bereits neue Preislisten vorgelegt. Dabei gibt vor allem das Material die Höhe der Steigerungen vor. Ein Grund sind die explodierten Edelmetallpreise. Allein der Goldkurs stieg 2025 um etwa 65 Prozent.
Und so sind ab dem 1. Januar besonders Rolex-Preise für Uhren aus Gold deutlich teurer geworden, durchschnittlich um bis zu neun Prozent weltweit – je nach Modell und Markt geht es sogar um bis zu 14 Prozent nach oben. Die Preise für Bicolor-Modelle (Rolesor) stiegen zwischen vier und fünf Prozent, für Edelstahl-Referenzen erhöhten sie sich moderat um ein bis drei Prozent. Allgemein fallen die Steigerungen um Euro-Raum deutlich zurückhaltender als in den USA aus.
Gold als Preistreiber bei Luxusuhren
Die deutliche Preissteigerung bei Golduhren von Rolex resultiert neben gestiegenen Materialkosten vermutlich auch aus dem Bestreben, das exklusive Markenimage weiterhin zu sichern. Der gemäßigte Anstieg der Preise für Edelstahl-Modelle gewährleistet gleichzeitig, dass die Marke für ihre zentrale Zielgruppe erschwinglich bleibt.
Bei Platin geht Rolex einen anderen Weg als bei Gold. Obwohl das Edelmetall im vergangenen Jahr ebenfalls deutlich zugelegt hat, kosten entsprechende Zeitmesser mit der Krone ab sofort „lediglich“ etwa 3,5 Prozent mehr. Die Hintergründe für diese Preisgestaltung werden nicht offiziell kommuniziert, jedoch erscheint folgende Annahme plausibel: Gold gilt vielen – auch und gerade Uhrensammlern – als sichere Bank in unsicheren Zeiten. Dafür legt man gern ein wenig mehr auf den Tisch. Platin fehlt dieser Nimbus der sicheren Währung (noch).
Bei Tudor sind zum Jahresbeginn die Ziffern vor dem Währungszeichen im Schnitt um fünf bis sechs Prozent nach oben geklettert, wobei noch nicht in allen Märkten die offiziellen Listenpreise veröffentlicht wurden.
Audemars Piguet startet ebenfalls mit neuen Preisen ins Jahr 2026. Diese liegen in den USA um 7,5 Prozent über denen des Vorjahres, in anderen Märkten fallen die Steigerungen geringer aus und liegen beispielsweise in UK lediglich bei durchschnittlich 2,5 Prozent. Die Material-Strategie ist dabei weitaus weniger ausgeprägt als bei Rolex.
Für alle anderen Luxusuhrenmarken liegen noch keine offiziell bestätigten Preiserhöhungen vor, aber das Jahr ist ja noch jung.
Und das Problem des schwachen US-Dollars betrifft alle Uhrenmarken, unabhängig davon, ob sie aus der Schweiz stammen oder nicht. Denn in den vergangenen Monaten hat der USD gegenüber anderen wichtigen Währungen wie Euro, Pfund, Yen sowie dem Franken an Wert eingebüßt.
Gleichzeitig haben sich die Vereinigten Staaten zu einem der bedeutendsten Absatzmärkte für Luxusuhren entwickelt. Im Jahr 2025 rangierte dieser für die Schweizer Uhrenindustrie sogar noch vor China. Um ihre Gewinnmargen in den USA zu sichern, werden Hersteller nicht um eine Preisanpassung nach oben im weiteren Verlauf des Jahres 2026 umhinkommen.
Preisveränderungen im Euro-Raum bei ausgewählten Rolex-Modellen 2025/2026
Preisveränderungen im Euro-Raum bei ausgewählten Tudor-Modellen 2025/2026
| Modell | Referenz | 2025 | 2026 | Veränderung in Prozent | Veränderung in Euro |
| Black Bay Chrono (Edelstahl) | M79360N-0014 | 5.870 € | 6.230 € | +6,13 % | +360 € |
| Black Bay Chrono (Edelstahl, Gelbgold) | M79363N-0001 | 8.410 € | 9.590 € | +14,03 % | +1.180 € |
| Black Bay 58 (Edelstahl) | M7939A1A0RU-0001 | 4.580 € | 4.740 € | +3,49 % | +160 € |
| Black Bay 58 (Gelbgold) | M79018V-0006 | 33.700 € | 35.900 € | +6,53 % | +2.200 € |
| Black Bay Pro (Edelstahl) | M79470-0004 | 4.370 € | 4.520 € | +3,43 % | +150 € |
| Black Bay 68 (Edelstahl) | M7943A1A0NU-0001 | 4.690 € | 4.850 € | +3,41 % | +160 € |
| Pelagos Ultra (Titan) | M2543C1A7NU-0001 | 5.950 € | 6.120 € | +2,86 % | +170 € |