Neue Saxonia Jahreskalender in 36 mm: Neues Kaliber L207.1, 60 Stunden Gangreserve und mehr Technik bei gleicher Höhe.

TAG Heuer hat einen neuartigen Chronographen entwickelt: Statt Schaltrad oder Kulissensteuerung sorgen flexible, bistabile Komponenten fürs Starten, Stoppen und Zurückstellen. Dabei war das Ziel, eine besonders langlebige, zuverlässige und präzise Uhr zu bauen.
Die Heuer Monaco schrieb 1969 als erster weltweit verfügbarer Automatikchronograph Geschichte. 57 Jahre später revolutioniert TAG Heuer mit dem TAG Heuer Monaco Evergraph nun den Chronographenmechanismus. Bei der Entwicklung ging es darum, den Chronographen deutlich zu verbessern: Er sollte langlebig, zuverlässig und präzise sein. Und er sollte die Bedienung des Chronographen erleichtern. Erreicht hat die Manufaktur das mit komplex geformten Bauteilen aus einem Stück, die bistabile Federn beinhalten. Sie ersetzen die vielen Hebel und Federn der Kulissensteuerung.
Warum benötigen moderne Chronographen überhaupt oft so viel Kraft bei der Betätigung der Drücker? Das gilt sogar für Modelle mit Schaltrad, die konstruktionsbedingt leichtgängiger sein sollten. Denn wer schon mal eine alte Taschenuhr mit Stoppfunktion in der Hand hatte, weiß: Das geht auch butterweich.
Der Grund dafür, dass heutige Chronographen so schwergängig sind (neben den Dichtungen, die nun für Wasserdichtigkeit sorgen): Früher haben die Uhrmacher jeden Chronographen individuell eingestellt, die Federn gebogen, die Funktionsflächen poliert und Hebel im Detail angepasst. Das ist bei der heutigen Produktionsweise schwer möglich, würde deutlich mehr Uhrmacher erfordern als es gibt und Chronographen extrem teuer machen.
Heute können die Teile zwar präzise gefertigt und Geometrien der Schaltung optimal berechnet werden. Aber durch die Anzahl der Hebel kommt einiges an Gleitreibung zusammen. Zudem muss alles auf dauerhafte Funktionssicherheit ausgelegt werden, und da Federn bei häufiger Verformung an Spannung verlieren, werden sie eher kräftiger ausgelegt. Damit der Chronograph auch nach fünf Jahren noch funktioniert, akzeptiert man also hohe Bedienkräfte.
Hier setzt TAG Heuer mit dem TAG Heuer Monaco Evergraph an: Zum einen wurde die Anzahl der Bauteile extrem reduziert: Die Start-Stopp-Steuerung und die Nullstellung bestehen nur noch aus je einem Teil, welches die Federn integriert. Zum anderen macht sich die Manufaktur den Effekt von bistabilen Federn zunutze: Wie bei einer Visitenkarte, die man zwischen Daumen und Zeigefinger biegt, haben diese Federn zwei stabile Zustände: Drückt man den nach außen gewölbten Teil ein, springt sie um und wölbt sich zur anderen Seite. Sie unterstützt ab einer bestimmten Kraftzugabe also den Wechsel. Im Gegensatz dazu arbeitet die Kraft der Drücker bei gängiger Chronographensteuerung immer gegen die Federn.
Deutlich weniger Bauteile und die Integration der Federn führen also zu weniger Reibung. Die bistabilen Federn reduzieren die Federkraft, die man überwinden muss, und unterstützen den Schaltvorgang ab einem bestimmten Druckpunkt. Das spürt man auch, wenn man die Drücker des neuen TAG Heuer Monaco Evergraph bedient, wie wir uns bei der Präsentation in La Chaux-de-Fonds überzeugen konnten.
Das neue System des TAG Heuer Monaco Evergraph hat aber noch weitere Vorteile: Es erfordert keine Einstellungen, kann sich entsprechend nicht verstellen und ist daher dauerhaft funktionssicher. Zudem führt die weitgehend eliminierte Reibung durch die Integration in ein Bauteil auch zu deutlich reduziertem Verschleiß, was für Langlebigkeit sorgt.
Das neue System des TAG Heuer Monaco Evergraph entwickelten die Ingenieure im TAG Heuer LAB. Fünf Jahre dauerte die Forschung, Konstruktion und Erprobung. Viele Tests und Simulationen waren nötig, um die richtige Geometrie zu finden. Drei verschiedene Prototypgenerationen wurden 300 verschiedenen Tests unterzogen. Auch nach 10.000 Auslösungen des Chronographen zeigte sich in Prüfungen keine Veränderung: Statt des sonst üblichen Druckpunkts, den man mit viel Kraft überwinden muss, blieb es beim gleichbleibend geringen Kraftaufwand.
Die Bauteile können nur im LIGA-Verfahren hergestellt werden. Dabei entstehen sie in einer durch Lithographie und Ätzen erzeugten Form langsam galvanisch aus Nickel-Phosphor. Das Verfahren ermöglicht sehr geringe Fertigungstoleranzen und glatte Oberflächen. Zudem ist das Material unempfindlich gegenüber Magnetfeldern und sehr hart und daher verschleißarm.
Während der einzigartige Chronographen-Mechanismus mit flexiblen Komponenten von TAG Heuer entwickelt wurde, arbeitete man beim neuen quadratischen Formwerk der TAG Heuer Monaco Evergraph mit dem Werkspezialisten Vaucher Manufacture Fleurier zusammen. Das Kaliber TH80-00 ist so aufgebaut, dass es auch optisch einiges bietet: Unruh und Federhaus sind auf die Vorderseite verlegt und unter zwei symmetrischen, gebogenen Brücken sichtbar. Den neuartigen Chronographenmechanismus kann man auf der Rückseite betrachten. Unter dem Aufzugsrotor und der mit Zielflaggenmotiv verzierten Brücke bewegt sich das komplexe Nullstellteil mit integrierten Federn.
Das Kaliber der TAG Heuer Monaco Evergraph folgt auch sonst den neuen Vorgaben: langlebig, zuverlässig, präzise. So konnte die Gangreserve auf 70 Stunden ausgedehnt werden. Ein Aufzugsrotor mit Keramikkugellager reduziert dabei den Verschleiß. Eine COSC-Zertifizierung bestätigt den genauen Gang, und die Taktfrequenz von 5 Hertz erhöht die Präzision und erlaubt auf die Zehntelsekunde genaue Chronographenmessungen. Die vertikale Kupplung des Chronographen sorgt für sofortiges und sprungfreies Anlaufen des Stoppsekundenzeigers. Das quadratische Werk misst 31,4 Millimeter in der Breite und 6,85 Millimeter in der Höhe und besteht aus 322 Teilen.
Für Stoßsicherheit, Magnetfeldresistenz und Präzision sorgt die TH-Carbonspring. Die Unruh-Spiralfeder aus Kohlenstoffnanoröhren wurde von TAG Heuer entwickelt. Sie debütierte in ihrer finalen Form 2025 im Monaco Flyback Chronograph TH-Carbonspring und dem Carrera Chronograph Tourbillon Extreme Sport TH-Carbonspring. Warum verwendet TAG Heuer nicht einfach von den Eigenschaften vergleichbare Siliziumspiralfedern? Diese Federn und vor allem der Herstellungsprozess sind immer noch durch Patente geschützt, die bei der Swatch Group, Rolex und Patek Philippe liegen.
Es gelang TAG Heuer in etlichen Jahren Forschung, Unruhfedern aus Carbon-Nanotubes zu fertigen, die dieselben positiven Eigenschaften aufweisen: nicht magnetisch, halb so schwer wie Metallfedern, sehr biegsam und daher unempfindlich gegen Lagefehler und Stöße. TAG Heuer hat die Carbon-Spirale nicht nur entwickelt und hält alle Patente dafür, sondern produziert die Teile auch selbst in der Manufaktur im Verfahren der chemischen Gasphasenabscheidung (CVD).
Dafür wird ein Silizium-Wafer mit Metall in der Form der Spiralen bedampft und ein Gas mit Kohlenstoff eingeleitet. Bei hohen Temperaturen siedeln sich auf dem Metall zylindrische Graphitstrukturen an, sogenannte Carbon-Nanotubes. Diese sind nur zehn Nanometer im Durchmesser und damit 5.000 Mal dünner als ein menschliches Haar. Die Zwischenräume dieses Walds aus Nanotubes müssen dann noch mit amorphem Kohlenstoff gefüllt werden. Die Carbon-Spiralen werden wie Metallspiralen klassifiziert, also in verschieden starke Kategorien eingeteilt und mit dem passend trägen Unruhreif gepaart. Die beiden Teile werden dann durch Aufpressen und Kleben verbunden.
Mit dem Einsatz im Monaco Evergraph weitet TAG Heuer die Nutzung der TH Carbonspring auf größere Stückzahlen und unlimitierte Modelle aus. Allerdings bekommt der ebenfalls neue Monaco Chronograph mit dem verbesserten Kaliber TH20-11 die Carbonspirale nicht. Es scheint daher nicht geplant, die eigene Spiralfeder in nächster Zeit in alle Modelle zu integrieren.
Auch insgesamt beeindruckt die Fertigungstiefe: Die Gehäuse baut TAG Heuer in Cornol, dort hat die Marke den Hersteller Cortech übernommen. Zifferblätter fertigt ArteCad in Tramelan, das Unternehmen gehört ebenfalls zur LVMH. Es produziert zwar auch für konzernfremde Marken, aber 60 Prozent der hergestellten Zifferblätter gehen an TAG Heuer. Die meisten Werkteile fertigt TAG Heuer im eigenen Werk in Chevenez, und das Kaliber TH20 wird auch dort montiert. Das Kaliber TH80 des neuen Monaco Evergraph montiert allerdings Vaucher.
Die Zusammenarbeit kommuniziert TAG Heuer erfreulicherweise offen in der Pressemitteilung und gibt das Werk nicht einfach als eigenes Manufakturkaliber aus. Der Werkspezialist Vaucher fertigt auch für Parmigiani, Richard Mille, Audemars Piguet und andere und hat schon bei der Entwicklung des Monaco Split-Seconds Chronograph 2024 mitgewirkt.
Wer neuartige Spiralfedern und Chronographenmechanismen entwickelt, muss ausgiebig testen. Dafür steht bei TAG Heuer in La Chaux-de-Fonds eine ganze Testlabor-Abteilung zur Verfügung. Hier werden Prototypen, aber auch immer wieder Serienuhren hart rangenommen, was ihr intern den Spitznamen Folterkammer einbrachte.
So testete die Marke die neuen bistabilen Chronographenkomponenten auf einem Centagora Flexilab-Gerät in Tausenden Auslösungen auf ihre Dauerhaltbarkeit. Die Apparatur kann mit einer vorgegebenen Kraft die Drücker im Sekundentakt betätigen und so Start, Stopp und Rückstellung durchschalten. An einem einzigen Tag simuliert der Mechanismus mit 86.400 Auslösungen ein 80 Jahre langes Chronographenleben, bei dem der Stoppmechanismus einmal am Tag genutzt wird.
Auch Vibrationen und Schläge werden hier von verschiedenen Geräten getestet. Und was passiert, wenn eine Uhr auf einen Boden aus Holz oder anderem Material fällt. Es gibt auch eine Vorrichtung, um eine Metallkugel aus verschiedenen Höhen auf das Deckglas fallen zu lassen. Den berüchtigten Hammer-Schlagtest mit bis zu 2.500 G muss ebenfalls jeder Prototyp über sich ergehen lassen. Die Tests sind so konzipiert, dass nicht jede Uhr alles schadlos übersteht. Sie muss aber gewisse Vorgaben einhalten oder funktionsfähig bleiben.
Beeindruckend sind auch die Verschleißtests, bei denen eine Uhr lose in einer Box mit unterschiedlichen Materialien tagelang von einem Gerät geschüttelt wird. Die Mitarbeiter befüllen die Boxen mit Keramik-Pellets, Sand, kleinen Kieselsteinen oder Dingen, die man im Rucksack oder der Handtasche hat (Taschentücher, Münzen, Schlüssel etc.). So wird jahrelanger Abrieb simuliert, um sicherzustellen, dass sich auch dann noch Drücker und Krone bedienen lassen.
Der Test im Klimaschrank mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit stellt sicher, dass die Uhren auch im tropischen Klima dauerhaft funktionieren. Auch andere Komponenten werden schädlichen Einflüssen ausgesetzt: So bestrahlt die Manufaktur Zifferblätter und Armbänder dauerhaft mit starkem UV-Licht, um extremen Einfluss von Sonnenlicht auf die Farbbeständigkeit zu testen. Bänder werden zudem mit Sonnencreme und flüssigem Mückenschutz behandelt, um zu prüfen, ob sich die Farben verändern.
Verschiedene Alltagssituationen für den Automatikaufzug lassen sich mit einem künstlichen Arm testen: Er kann beispielsweise die Bewegungen am Handgelenk beim Gehen simulieren und so feststellen, ob bestimmte Bewegungsarten ausreichen, um die Uhr aufzuziehen. Das ist vor allem für neue Werke wie das TH80 des Monaco Evergraph wichtig.
Das Gleiche gilt auch für einen Raum, der speziell den Werken gewidmet ist. Neben Ganggenauigkeit und Aufzugsleistung testen die Mitarbeiter hier etwa, wie sich verschiedene Schmiermittel und Mengen an Öl an unterschiedlichen Stellen des Werks auswirken. Dafür stehen auch Hochgeschwindigkeitskameras zur Verfügung.
Um die große Anzahl an Serienuhren abschließend vollständig zu testen, gibt es eine vollautomatische Roboterzelle von CLA (Clinical Laboratory Automation). Hier werden die Uhren ohne Band in der Kabine einer Reihe von Tests unterzogen. Ein Roboterarm transportiert die Uhrenköpfe von Station zu Station: Zuerst wird die Aufzugsleistung getestet, dann die Ganggenauigkeit in allen sechs Lagen und zuletzt die korrekte Funktion der Drücker überprüft. Mit dem QR- und Barcode-Aufkleber auf der Rückseite können die Ergebnisse den Uhren zugeordnet werden.
Die Roboterzelle wird auf der einen Seite mit Uhrenköpfen in Kunststoffhalterungen bestückt, und nach acht Tagen liegen die vollständig getesteten Uhren bereit zur Entnahme. Alles dazwischen passiert vollautomatisch und kameragesteuert.
Auch der Einfluss von Magneten wird im Testlabor überprüft. Nach ISO-Norm 764 müssen amagnetische Uhren 4.800 Ampere pro Meter (60 Gauß) aushalten. Den neuen Monaco Evergraph und andere Uhren mit der Carbon-Spirale prüft die Manufaktur auf das Zehnfache: 48.000 A/m (600 Gauß). Laut TAG Heuer heißt das nicht, dass sie nicht noch mehr aushalten würde, aber der Wert gilt als mehr als ausreichend für den Alltag.
Ebenfalls keine Selbstverständlichkeit: Jede Uhr, die die Manufaktur verlässt, wird wie eine Taucheruhr mit 25 Prozent mehr als die angegebene Drucktiefe getestet. Bei der neuen Monaco Evergraph mit 50 Metern Wasserdichtheit also 62,5 Meter.
Das Testlabor ist sogar für die Uhrenindustrie außergewöhnlich gut ausgestattet, weshalb TAG Heuer in manchen Fällen auch für andere LVMH-Marken wie Zenith, Bulgari oder Hublot testet.
Beim Designprozess gab es drei Ziele: Erstens sollte die Monaco als über 50 Jahre alte Ikone ihrem Ursprung treu bleiben. Zweitens sollte ein Entwurf aus einem Guss entstehen, der das Design zeitgemäß interpretiert. Und drittens sollte wie beim Werk Funktionalität und die Verbesserung für den Träger fokussiert werden. Keine kleine Aufgabe für die Designer also. Aber man erkennt die Umsetzung gut in der finalen Uhr.
Deutlich sichtbar ist das Design des Evergraph von der ersten Monaco von 1969 inspiriert. Es finden sich ähnliche Proportionen, Formen und Linien. Wie damals platziert TAG Heuer die Krone links, was zusätzlich die Bedienung der Drücker vereinfacht. Auch die grundsätzliche Form von Zeigern, Skalen, Indizes und sogar die typische Farbgebung mit blauen, roten und weißen Elementen wurde wieder aufgenommen. Mit 40 Millimetern bleibt sie zudem dicht an der Ursprungsgröße von 39 Millimetern.
Die moderne Interpretation zeigt sich darin, dass die Designer Werk und Gehäuse gemeinsam gestaltet haben, um ein stimmiges Ganzes zu erreichen. So weisen die beiden sichtbaren, symmetrisch zum Zentrum hin gebogenen Brücken für Unruh und Federhaus den gleichen Radius auf wie die nach außen gewölbten Flanken des Gehäuses.
Schaut man sich die Uhr von der Seite an, fällt auf, dass die Flanke zudem eine Fase aufweist, die sie im gleichen Radius tailliert. Das soll den Tragekomfort verbessern und wirkt modern. Zudem sorgt Titan als Material nicht nur für eine farblich modernere Anmutung, sondern auch für ein geringes Gewicht: Mit nur 87 Gramm liegt der Evergraph leicht am Arm.
Auch die Drücker folgen den Radien und sind daher keilförmig. Wie beim Gehäuse sorgen die Fasen dafür, dass keine scharfen Kanten entstehen. Im Gegensatz zu den Stiftdrückern des Ursprungsmodells bieten die neuen Bedienelemente eine große Oberfläche, was die Bedienung weiter vereinfacht. Das neue Gehäusedesign wird auch wegweisend für weitere zukünftige Monaco-Modelle sein, wie den ebenfalls auf der Watches and Wonders 2026 vorgestellten Monaco Chronograph mit Kaliber TH20-11.
Die Reduktion des Zifferblattes auf die Totalisatoren und die Zeitskala erlaubt beim Evergraph den Blick aufs Werk, das durch die Verlegung von Federhaus und Unruh mit Carbon-Feder auf die Vorderseite den technischen und innovativen Charakter betont.
Auch auf der Rückseite zeigt das quadratische Fenster möglichst viel vom quadratischen Werk. Die Zielflaggenverzierung verweist auf den tief verwurzelten Motorsportbezug der Monaco.
Und damit sind wir bei der Historie der Monaco und von TAG Heuer. Keine andere Uhrenmarke ist so eng mit der Kurzzeitmessung verbunden wie das 1860 von Edouard Heuer gegründete Haus. Schon früh trieb der Gründer die Uhrmacherei voran: 1869 ließ er den schlüssellosen Aufzug über die Krone patentieren, und 1887 erfand er den Schwingtrieb, der die bisherige horizontale Kupplung im Chronographen ersetzte und die Konstruktion deutlich vereinfachte. Bis heute verrichtet diese Technik zum Beispiel im Valjoux 7750 millionenfach ihren Dienst.
Die Begeisterung für den Motorsport begann 1911, als Heuer den ersten Chronographen für das Armaturenbrett eines Automobils baute. Fünf Jahre später gelang mit dem Mikrograph ein Meilenstein: Die Stoppuhr maß auf eine Hundertstelsekunde genau und wurde zum Standard bei Sportveranstaltungen. Die Fokussierung auf die Zeitmessung ging so weit, dass Heuer zwischen 1958 und 1978 ausschließlich Stoppuhren und Armbandchronographen fertigte. Keine einzige Dreizeigeruhr verließ in dieser Zeit die Manufaktur.
Dass Heuers Instrumente auch außerhalb der Rennstrecke Vertrauen genossen, bewies 1962 John Glenn: Bei seiner dreifachen Erdumrundung im Rahmen des Mercury-Programms trug er eine Heuer-Stoppuhr am Handgelenk. Es war die erste Schweizer Uhr im Weltall. Vier Jahre später steigerte der Microtimer die Präzision nochmals: Er maß auf eine Tausendstelsekunde genau.
Credit © NASA
1969 folgte mit der Monaco und dem Kaliber 11 eine Sensation: der erste weltweit verfügbare Automatikchronograph. Um den viel diskutierten Wettlauf um den ersten Chronographen mit automatischem Aufzug kurz zusammenzufassen: Zenith präsentierte sein El-Primero-Werk zwar früher im Jahr, die Uhren waren aber erst später im Handel. Seiko brachte seinen Automatikchronographen noch vor Heuer auf den Markt, allerdings nur in Japan. So wurde das gemeinsam von Heuer, Breitling und Dubois Dépraz entwickelte Kaliber 11, das in Navitimer, Carrera, Autavia und eben der Monaco debütierte, zum ersten weltweit verfügbaren Automatikchronographen.
Die quadratische Monaco war unter diesen Modellen das auffälligste und dem Design ihrer Zeit weit voraus. Weltberühmt wurde sie 1971 am Arm von Steve McQueen im Film Le Mans. Der kommerzielle Erfolg ließ allerdings auf sich warten, und 1974 stellte Heuer das Modell wieder ein. Am Handgelenk von Stanley Kubrick, Sammy Davis Jr. oder Oscar Peterson wurde das moderne Design trotzdem zum Kult, weshalb TAG Heuer die Monaco 1997 wieder auflegte.
Parallel zur Monaco begann 1971 die Zusammenarbeit mit dem Rennstall Ferrari: Heuer kümmerte sich um die Zeitmessung und das Sponsoring und sorgte oft auch dafür, dass die Fahrer eine Heuer trugen. Die Zeitmessung trieb die Marke mit Lichtschranken und elektronischen Geräten voran, bis die Formel 1 TAG Heuer 1992 zum offiziellen Zeitnehmer ernannte. Für die Indy-500-Serie verbesserte die Marke 2004 die Genauigkeit sogar auf eine Zehntausendstelsekunde.
Und auch bei mechanischen Chronographen gab sich TAG Heuer nicht mit dem Erreichten zufrieden. Ab 2011 erschien eine Serie von Uhren, die die Grenzen der mechanischen Stoppzeitmessung immer weiter verschoben: Der Carrera Mikrograph stoppte auf eine Hundertstelsekunde genau und nutzte dafür eine zweite, schnellschwingende Unruh. Der Mikrotimer Flying 1000 im selben Jahr kam auf eine Tausendstelsekunde, und der Mikrogirder verdoppelte die Präzision nochmals. Sein Stoppzeiger machte alle 0,0005 Sekunden einen Schritt und erreichte damit die etwas ungewöhnliche Genauigkeit von einer Zweitausendstelsekunde.
Der innovative TAG Heuer Monaco Evergraph bildet den neuen Höhepunkt der an technischen Innovationen im Chronographenbereich reichen Geschichte von TAG Heuer. Das revolutionäre Konzept mit bistabilen Federn, die in jeweils ein komplexes Bauteil integriert sind, verbessert den Chronographen, indem es ihn leichter bedienbar und langlebiger macht. Die neue Technik des TAG Heuer Monaco Evergraph löst damit ein reales Problem und ist daher extrem relevant. Uns gefällt auch, dass der Evergraph nicht limitiert ist und mit 25.000 Euro nicht den überexklusiven Weg des Monaco Split Seconds Chronographs von 2024 geht, der 135.000 Euro kostet.
Der Träger des TAG Heuer Monaco Evergraph kann sich zudem über sinnvolle technische Errungenschaften freuen wie Zehntelsekunden-Chronograph, 70 Stunden Gangreserve, COSC-verbriefte Chronometergenauigkeit und hohe Magnetfeldresistenz dank der neuen Carbon-Spirale von TAG Heuer. Die Langzeithaltbarkeit hat die Manufaktur ebenfalls erhöht. Daher gibt es fünf Jahre Garantie und eine auf zehn Jahre verlängerte Serviceempfehlung. Das neue Design ist ebenfalls gelungen: Es bleibt den Wurzeln der Ikone Monaco treu und bringt mit der ganzheitlichen Gestaltung von Werk und Gehäuse und dem neuen Bogenelement zeitlose Modernität in den Entwurf.
Den TAG Heuer Monaco Evergraph gibt es in zwei Versionen: im naturbelassenen Titangehäuse mit blauem Farbschema, das an die durch Steve McQueen berühmt gewordene Referenz 1133B erinnert, und in DLC-schwarzem Titangehäuse mit schwarzen Hilfszifferblättern und roten Akzenten. Beide kommen an einem Kautschukband mit Textiloptik und kosten je 25.000 Euro.