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Eine italienische Herzensangelegenheit: Panerai ‘Luna Rossa’ und der America`s Cup

Eine italienische Herzensangelegenheit: Panerai ‘Luna Rossa’ und der America`s Cup

Panerai Luna Rossa Kollektion

Dem Segelsport ist Panerai schon lange verpflichtet. Engagements in diesem Bereich gehören quasi zur Marken-DNA: Wind, Salzwasser, Seesucht – Luminor & Co.! Doch das, was da gerade vor Neuseeland ausgetragen wird, und was Panerai mit dem Segelteam Luna Rossa Prada Pirelli verbindet, das ist ungleich mehr als ein schlichtes Sponsoring-Engagement. Es ist vielmehr kaum übertrieben zu behaupten, dass es sich hierbei um ein nationales Herzensprojekt handelt: Italien gegen den Rest der Segelwelt.

Gemeinsam mit Prada und Pirelli – und mit anderen Förderern wie dem Spumante-Weingut Ferrari Trento oder dem Parmeggiano-Reggiano-Konglomerat – war und ist das Ziel, den America’s Cup endlich nach Italien zu holen. Nach vier vergeblichen Anläufen in über zwanzig Jahren Teamgeschichte, in denen sich Prada-CEO Patrizio Bertelli bereits in diesem berühmtesten aller Segelwettkämpfe engagiert. Italienische Passion trifft auf italienisch-schweizerische Präzision und Eleganz – es ist in vielerlei Hinsicht eine stimmige Partnerschaft. Das beweisen auch die Uhrenmodelle der Linie Panerai „Luna Rossa“.

Das Team

Für eine Uhrenmarke mit maritimer Tradition ist der America’s Cup eine perfekte Bühne. Über die Jahrzehnte hinweg hat sich der Wettbewerb vom eher klassischen Regatta-Wettkampf zum Hightech-Event entwickelt. Oft ist von „Formel 1 auf dem Wasser“ die Rede, was die Team-Verantwortlichen nicht so gern hören, weil es einerseits zu sehr nach einem abgehobenen Sport mit Millionen-Budgets klingt, und weil der Cup andererseits komplett einzigartig ist, und keine Motorsport-Vergleiche benötigt. Sicher ist aber auch, dass es in den vergangenen Wettkämpfen ein kostspieliges Wettrüsten gab, dass man inzwischen auf „Foils“ möglichst viel Zeit über dem Wasser schwebt, und dass die an Land verbrachte Zeit für den Ausgang mindestens ebenso entscheidend ist wie die Rennen zur See.

Denn an Land konstruieren und programmieren die Ingenieure, trainiert Skipper Max Sirena im Simulator, und stählt sich das Team im Gym für die kraftraubende Zeit in und über dem Wasser. Bereits Jahre bevor es jetzt in den Vorentscheid des Prada-Cups und das anschließende Finale gegen die Verteidiger vom Team Emirates New Zealand ging bezogen die Segler der Luna Rossa und deren Familien schon ihr Trainingsquartier auf Sardinien, in Cagliari. Im vergangenen Jahr ging es dann nach Neuseeland, wo man sich gegen die Amerikaner und die Engländer durchsetzte, und es nun gegen Neuseeland um die begehrteste Trophäe der Segelwelt geht.

Panerai, Prada und Luna Rossa

Für Panerai – die beim letzten America’s Cup 2017 auf Bermuda noch mit dem US-amerikanischen Oracle-Team verbunden waren – erscheint die Kooperation mit der Luna Rossa gleich doppelt sinnvoll: Der Hightech-Appeal des Sports selber passt gut zur Marke, die sich mit selbstentwickelten Gehäusematerialien wie BMG-Tech oder auch Platinumtech (anlässlich des 70. Geburtstags der Luminor-Kollektion) gern als maximal vorwärtsgewandt präsentiert. Und dann ist da natürlich noch der Prada-Faktor. Wer Luna Rossa sagt, der denkt erst Prada und dann High Fashion. Keines der anderen Teams hat in Sachen Eleganz und Design ein auch nur annähernd hohes Prestige. Mögen die Neuseeländer, die schon seit Ewigkeiten mit Omega verbandelt sind, das deutlich erfolgreichere Team sein, mehr Grandezza haben sie nicht.

So berichtet Luna-Rossa-Segler Shannon Falcone bei einem Besuch des Teams, dass die meisten Meeres-Sportler ihre Outfits nach Wettkämpfen normalerweise verschenken oder im Keller ablegen, bei den Athleten der Luna Rossa sei das anders: Prada sei Dank habe man auch an Land maximale Freude an den Looks, und dank hochwertigster Materialien trage man sie auch in der Freizeit beim Sport. Dieser hohe ästhetische Anspruch passt perfekt zu Panerai, und dass die Segler ihre Panerai-meets-Luna-Rossa-Uhren mit Stolz tragen ist eigentlich selbstverständlich.

Die Uhren

Rolex hat (unter anderem) den Maxi Yacht Rolex Cup, Richard Mille engagiert sich bei den Les Voiles de St. Barth, und Panerai ist als offizieller Zeitnehmer des Prada Cups und Sponsor des Luna-Rossa-Teams maximal präsent beim America’s Cup. Dies zeigt sich auch in einer Vielzahl von Sondermodellen.

Die Luminor Luna Rossa GMT 42 MM (PAM01096)

Mit 42 Millimetern Durchmesser ist diese GMT die zierlichste Variante der America’s-Cup-Sondereditionen, und mit einem Preis von 10.800 Euro der Einstieg in die ästhetisch ansprechende und energie-geladene Luna-Rossa-Welt. Mit ihren Schwester-Modellen eint sie der schwarze Stealth-Look mit weißen und roten Akzenten, der das Design des Segel-Renners aufnimmt.

Das Gehäuse ist aus satiniertem Titan und die Lünette aus Carbotech, dem hauseigenen Karbonfaser-Verbundstoff, der ebenso leicht wie robust ist. Optisch auffällig ist dabei die Struktur der Karbonfaser, die dem schwarz eine besondere und einzigartige Note gibt, denn sie ist bei jeder einzelnen der auf 250 Exemplare limitierten Uhr anders.

Vor allem aber kann die PAM01096 eine besondere Nähe zum Luna-Rossa-Boot vorweisen: Das Zifferblatt nämlich ist aus „Scafotech“, einem Kohlenstofffaser-Verbundstoff, der aus Faserresten von Rumpf und Flügeln der AC75-Yacht gewonnen wurde.

Die Luminor mit ihrer Kronenschutzbrücke ist dabei wohl das berühmteste Panerai-Modell überhaupt, die Baureihe feierte im letzten Jahr 70. Jubiläum. Angetrieben wird die Luna-Rossa-GMT, mit der sich eine zweite Zeitzone anzeigen lässt, vom automatischen Manufaktur-Kaliber P.9010/GMT.

Die Luminor Luna Rossa GMT 44 MM (PAM01036)

Darf es auch etwas mehr sein? Ähnlich, aber doch ganz anders? Für Freunde großer Uhren – und die bilden bei Panerai’s Kundschaft bekanntlich die Mehrheit – und für starke Handgelenke gibt es auch eine 44-Millimeter-Variante der Luna-Rossa-GMT. Durch die zwei Extra-Millimeter wirkt das Blatt noch klarer, und die Uhr trotz ihres Tech-Appeals extrem aufgeräumt und minimalistisch. Vor allem aber ist das Titan-Gehäuse in diesem Fall dank DLC-Beschichtung komplett matt-schwarz, während das Zifferblatt bei diesem Modell eine besondere Struktur aufweist: Es ist aus dunkelgrauem Luna-Rossa-Segeltuch.

Angetrieben wird das Modell vom gleichen Werk wie die 42-Millimeter-Variante, es verfügt über eine Gangreserve von 72 Stunden. Wie die kleine Schwester ist auch diese GMT dabei für den Einsatz zur See perfekt geeignet: Mit einer Wasserdichtigkeit bis 30 bar würde sie auch so ziemlich jeden Tauchgang mitmachen. Oder aber man stellt als zweite Zeitzone einfach die neuseeländische Zeit ein, um auch kein Rennen um den Kampf um den America’s Cup zu versäumen. Ihr Preis: 10.900 Euro.

Die Luminor Luna Rossa Chrono Flyback 44MM (PAM01037)

Wieder sehen wir schwarz, doch einmal mehr in einer sehr eigenständigen Variante: Das Gehäuse und die Lünette des Flyback-Chronos nämlich sind aus Keramik gefertigt, was dem Modell im Vergleich mit den Titan-Modellen zwar kaum einen Gewichtsvorteil beschert, ihm aber eine deutlich andere Haptik verschafft. Zudem wirkt die 17.500-Euro-Uhr im unmittelbaren Vergleich zur großen GMT etwas kleiner, was vor allem an der Chronographen-Funktion und den dafür benötigten Sub-Indizes und Drückern liegt.

Wie die meisten Modelle der Luna-Rossa-Reihe hat auch diese Uhr ein Zifferblatt aus Segelstoff das mit der Aufschrift „Luna Rossa Challenger 36th America’s Cup“ versehen ist. Auf neun Uhr findet sich die kleine Sekunde, auf drei Uhr der Stundenzähler des Chronographen. Minuten- und Sekundenzähler des Flyback-Chronos sind zentral in weiß und rot zu finden.

Im Gehäuse verrichtet das Automatik-Manufakturwerk P.9100 mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde seinen Dienst. Standardmäßig wird auch diese Uhr mit schwarzem Kalbslederband mit weißer Naht geliefert, wobei sich auch ein Blick auf die optional erhältlichen Kautschukvarianten der Panerai-Bänder lohnt. Mit einem roten oder beispielsweise weißen Band bekommen die Luna-Rossa-Modelle gleich einen komplett anderen, sommerlichen Appeal.

Die Luminor Luna Rossa Regatta 47 MM (PAM01038)

Wenn die Vor-Wettkämpfe des Prada Cup’s eines gezeigt haben, dann war es dies: Gewonnen wird auf diesem Segel-Niveau am Start. Wer punktgenau über die Startlinie schießt hat einfach die deutlich besseren Karten – was den Italienern im Kampf gegen die Briten gleich mehrfach gelang, weshalb sie nun auch verdient im Finale stehen.

Nun wird aber an Bord der AC75-Yachten nun wirklich jede Information digital erfasst und verarbeitet, während die Segler an Bord körperlich alles geben. Es wäre also etwas romantisch-verklärt zu glauben, dass Skipper Max Sirena am Start auf diesen automatischen Regatta-Chrono aus Neuchatel blickt und seinen Start plant. Mit Sicherheit aber ist diese Uhr mit der sinnvollsten Komplikation für Regatta-Segler ausgestattet: Der Countdown bis zum Start lässt sich mit diesem modifizierten Chronographen timen. Mit dem Drücker auf vier Uhr lassen sich die zentralen Minuten- und Sekundenzähler einstellen: Mit jeder Betätigung des Drückers rückt der Minutenzeiger eine Minute zurück. Mit dem Drücker auf zehn Uhr wird die Chronographenfunktion samt Countdown dann ausgelöst.

Für diese Komplikation wurde das Chronographenkaliber aus dem klassischen Flyback-Chrono erweitert, es hat mit 328 Teilen insgesamt 26 Bauteile mehr und ist mit 9,55 Millimetern auch etwas dicker. Deshalb ist der Regatta-Chronograph mit 47 Millimeter Durchmesser noch mal eine Spur größer geraten, was der Ablesbarkeit im Wettkampf natürlich nicht schadet. Gefertigt wird das Gehäuse für dieses Modell aus „Carbotech“, der Panerai-eigenen Karbonverbundfaser mit seiner besonderen Struktur. Die Uhr ist bis zehn bar wasserdicht und kostet 23.500 Euro.

Die Submersible Luna Rossa 47 MM (PAM01039)

Selbst im großen Luminor-Jubiläumsjahr gilt es nicht den Blick auf den Rest der Panerai-Kollektion zu verlieren. Bestes Beispiel: Diese Submersible im Luna-Rossa-Farbcode. Ebenfalls aus Carbotech gefertigt und mit 47 Millimeter Durchmesser am oberen Ende der Panerai-Größenskala angesiedelt ist sie das wohl am sportlichsten anmutende Modell der Reihe.

Ausgestattet ist sie mit kleiner Sekunde auf neun Uhr, einer GMT-Funktion und vor allem: einer beeindruckenden Wasserdichtigkeit bis 30 bar. Eine Uhr, die unter Wasser also mindestens so gut eingesetzt werden kann wie an Bord. Kostenpunkt: 21.000 Euro.

Das Finale

Das Projekt Cup-Gewinn nähert sich seinem Ende. Die Luna Rossa hat es gemeinsam mit Panerai bis ans Ende geschafft. Der „Challenger of Records“ wird im Duell mit den Neuseeländern nun aussegeln, wer am Ende den America’s Cup mit nach Hause nehmen darf. Der Aufwand mit dem sich die Luna Rossa, Prada und Prada-Boss Patrizio Bertelli in diesem Wettbewerb an unterschiedlichsten Stellen eingebracht haben ist herausragend. Italien will es vor der Küste Neuseelands unbedingt wissen. Klappt es, dann haben die Uhren aus der Luna-Rossa-Reihe einen unvergleichlichen Erinnerungswert an einen der größten Kraftakte der Segelgeschichte.

Aber was, wenn sich doch die Neuseeländer mit Omega durchsetzen? Dann, so wird in Italien gemunkelt, könnte der Prada-Chef langsam gegenüber seiner Frau Miuccia in Erklärungsnot geraten, weshalb immer und immer wieder so viel Geld in die segelei gesteckt werden muss. So oder so aber werden diese Panerai-Zeitmesser jeden Wettkampf überdauern, und immer für die Kraft der Begeisterung und die Bedeutung von rational nicht immer zu erklärenden Herzensprojekten stehen. Für jene Extraschritte, die einfach gegangen werden müssen. Da sind sich Regatta-Sport und Uhren-Passion nämlich ziemlich ähnlich.


www.panerai.com